Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.09.2013

15:56 Uhr

Trittin, Roth & Co.

Die Generation Grün tritt ab

Nach dem Wahldebakel der Grünen soll in der Partei alles anders – und vor allem jünger werden. Die Parteigrößen wollen sich nicht zur Wiederwahl stellen. Die ersten Bewerber für die freiwerdenden Jobs heben die Hand.

Wahl-Schlappe

Grünen-Spitze tritt ab

Wahl-Schlappe: Grünen-Spitze tritt ab

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BerlinNun also auch Jürgen Trittin. Auch er zieht die Konsequenzen aus dem Wahldebakel und will nicht mehr zur Wahl des Fraktionsvorsitzenden der Partei stellen, ebenso wie seine Kollegin Renate Künast. „Wir müssen uns neu aufstellen mit Blick auf 2017“, sagte Trittin. Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilte er mit Blick auf den Widerstand der CSU gegen Schwarz-Grün mit: „Über Sondierungsgespräche entscheidet nicht CSU. Die werden Katrin und ich mit führen.“ Die neuen Fraktionsvorsitzenden sollen am 8. Oktober gewählt werden. Der Verkehrspolitiker Anton Hofreiter verkündete, dass er Trittins Nachfolger werden wolle.

Mit seiner Ankündigung macht Trittin die Runde fast komplett. Denn der gesamte grüne Bundesvorstand sowie der Parteirat hat ebenfalls seinen Rücktritt angekündigt. Doch während Cem Özdemir sich auf dem Parteitag im Herbst wohl erneut um den Job des Parteichefs bewerben will, zieht Claudia Roth einen Schlussstrich. Sie wolle sich nicht mehr zur Wahl stellen, kündigte Roth bei einem internen Treffen grüner Bundestagsabgeordneter vom linken Parteiflügel an.

„Nach elfeinhalb Jahren Bundesvorsitzende der Grünen ist es richtig zu sagen, jetzt gibt es die Möglichkeit einer Erneuerung.“ Doch das ist natürlich nicht der wirkliche Grund. Das Wahldebakel wird sie zu dieser Entscheidung getrieben haben. „Da muss auch bei mir was nicht so gut gelaufen sein“, antwortete sie im Morgenmagazin auf die Frage, wo die Schuld für das schlechte Wahlergebnis liege. Als eine mögliche Nachfolgerin für Roth gilt in der Partei die ehemalige saarländische Umweltministerin Simone Peter.

Doch Roth will sich nicht aus der Politik zurückziehen. Sie hat bereits einen neuen Job im Auge. Die Noch-Grünen-Parteivorsitzende will das Amt der Bundestagsvizepräsidentin. Für die Grünen sitzt bislang die Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, im Bundestagspräsidium.

Doch auf den Job hat noch ein anderes Grünen-Mitglied ein Auge geworfen: Renate Künast. Mit ihrem Verzicht auf den Posten der Fraktionschefin kündigte Künast an, ebenfalls Bundestagsvizepräsidentin werden zu wollen. Sie wolle einen Beitrag zur Verjüngung und Erneuerung der Partei leisten, sagte sie. Damit könnte den Grünen eine Kampfkandidatur um den Posten der Bundestagsvizepräsidentin ins Haus stehen.

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

DHS

24.09.2013, 16:12 Uhr

Die Generation Grün tritt nicht ab. Die Generation der Versager und Kommunisten tritt ab. Die Grünen waren eine Wertkonservative Bewegung, die leider von Kommunisten unterwandert wurde. Wenn diese jetzt wirklich gehen, würde es für die Grünen wieder aufwärts gehen. Leider ist zu befürchten, daß die alten nicht gehen werden.

Tabu

24.09.2013, 16:20 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

24.09.2013, 16:40 Uhr

Alle gehen, nur der Kader der Amerikaner ein gewisser Herr Özdemir darf offenbar bleiben - er ist halt besonders gut verdrahtet und gut protegiert:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/alt-linke-jutta-ditfurth-gruenen-waehler-wollen-getaeuscht-werden-a-745943.html

SPIEGEL ONLINE: Sie sagen über die Grünen, dass sie von einer pazifistischen zu einer Kriegspartei geworden sind. Dem Bundesvorsitzenden Cem Özdemir werfen Sie gar vor, er laufe "an der Leine der USA".

Ditfurth: Özdemir war 2002 nach der Bonusmeilen-Affäre und dem Skandal um einen Privatkredit, den er von dem PR-Berater Hunzinger bekommen hatte, eine Zeitlang aus der deutschen Öffentlichkeit verschwunden. Er war in den USA, gefördert vom German Marshall Fund, und hat eine Art Zusatzausbildung gemacht. Danach folgte der steile politische Aufstieg - und plötzlich sitzt er in allen möglichen Gremien, die immer etwas damit zu tun haben, wie sich Europa und Deutschland zu den USA verhalten. Im Oktober 2010 veröffentlichte Wikileaks rund 400.000 Geheimdokumente zum Irak-Krieg. Das fand Cem Özdemir ethisch bedenklich. Aber die Grünen waren mal für Transparenz!

SPIEGEL ONLINE: Klingt nach Verschwörungstheorie.
Ditfurth: Ich habe die Einflussnahme der US-Regierung auf hiesige Politiker ja selbst erlebt: Als ich Bundesvorsitzende der Grünen war, wollte das US State Department Kontakt zu mir aufnehmen. Ich sagte: kein Interesse. Bei meiner Vortragsreise 1987 durch die USA haben sie es trotzdem versucht. In der Georgetown University in Washington stand ich plötzlich vor einem geladenen Publikum - darunter jede Menge Uniformträger und CIA-Mitarbeiter.

-> ganz offensichtlich sind die Seilschaften der Amerikaner (übrigens parteiübergreifend, nicht nur bei den Grünen) weiterhin mächtig. Wir werden sehen, ob sie Özdemir an der Macht halten können.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×