Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2012

11:40 Uhr

Trotz Anruf-Affäre

Strepp bleibt Planungschef der CSU

Als CSU-Sprecher ist er zurückgetreten, dennoch zieht Hans Michael Strepp weiter an zentraler Stelle in der CSU die Fäden. Er bleibt ihr Planungschef. Unterdessen knüpft sich Parteichef Seehofer das ZDF vor.

Hans Michael Strepp, hier mit Horst Seehofer, bleibt in der CSU ein gefragter Mann. Reuters

Hans Michael Strepp, hier mit Horst Seehofer, bleibt in der CSU ein gefragter Mann.

MünchenHans Michael Strepp behält auch nach seinem ZDF-Beschwerdeanruf und dem daraus resultierenden Rücktritt als CSU-Sprecher eine zentrale Führungsposition innerhalb der Partei. Er leitet weiterhin den Planungsstab der Parteizentrale in München. Die CSU bestätigte einen entsprechenden Bericht des „Focus“. CSU-Chef Horst Seehofer warf dem ZDF vor, die Affäre um den Anruf von Strepp in der ZDF-„heute“-Redaktion übertrieben behandelt zu haben. „Das ZDF hat den Vorfall überhöht“, sagte Seehofer der „Bild am Sonntag“.

Strepp hatte seinen Posten als Parteisprecher im Oktober geräumt, weil er nach Angaben des ZDF versucht hatte, Einfluss auf die Berichterstattung über den bayerischen SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude zu nehmen. Strepp selbst hatte eine versuchte Einflussnahme abgestritten. Damals hatte Seehofer Strepps Rücktritt als „unvermeidlich“ sowie „richtig und notwendig“ bezeichnet.

Anruf in „heute“-Redaktion: CSU-Sprecher Strepp tritt zurück

Anruf in „heute“-Redaktion

CSU-Sprecher Strepp tritt zurück

Im „Zweifelsfall“ müsse man die notwendigen Entscheidungen treffen, sagte Markus Söder.

Der Vorfall sei „nicht sehr glücklich“ gewesen“, sagte Seehofer dem Blatt. „Trotzdem kann es doch zwischen Medien und Politik keine Kontaktsperre geben.“ Er achte die Pressefreiheit hoch, aber es gebe auch die Meinungsfreiheit von Politikern, betonte der CSU-Chef. „Kein Politiker sollte sich die Freiheit nehmen lassen, auch Journalisten mal zu sagen, wo sie falsch gelegen haben.“

Strepp arbeitet seit 2006 für die CSU-Landesleitung und bleibt in der Funktion des Planungschefs einer der wichtigsten Mitarbeiter von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt.

Seehofer legte in seinem Interview zudem führenden Mitarbeitern der öffentlich-rechtlichen Sender ein Offenlegen ihrer Bezüge nahe. „Ich wünsche mir bei den öffentlich-rechtlichen Sendern die gleiche Transparenz wie bei den Politikern. Was ich verdiene, können Sie im Gesetz nachlesen. Das gilt so für das öffentlich-rechtliche ZDF nicht“, sagte Seehofer der „Bild am Sonntag“.
Das Gehalt des ZDF-Intendanten sei kein Geheimnis, sagte ein Sprecher des Fernsehsenders am Sonntag. Der Intendant verdiene derzeit 288 000 Euro im Jahr. Das Gehalt sei bereits vor zwei Jahren öffentlich gemacht worden.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×