Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2014

17:33 Uhr

Trotz EuGH-Verbot

Innenminister kämpft für Vorratsdatenspeicherung

Der Europäische Gerichtshof hat der geplanten EU-Regelung zur Vorratsdatenspeicherung einen Riegel vorgeschoben. Seitdem liegt das Vorhaben in Deutschland auf Eis. Nun stößt Thomas de Maiziere die Debatte erneut an.

Innenminister Thomas de Maiziere will sich nicht damit abfinden, dass der Koalitionspartner SPD die Vorratsdatenspeicherung ablehnt. dpa

Innenminister Thomas de Maiziere will sich nicht damit abfinden, dass der Koalitionspartner SPD die Vorratsdatenspeicherung ablehnt.

MainzUngeachtet der Ablehnung beim Koalitionspartner SPD unternimmt Innenminister Thomas de Maiziere einen neuen Vorstoß zur Speicherung von Kommunikations- und Internetdaten. In der Debatte um die Vorratsdatenspeicherung zur Verbrechensbekämpfung seien Sachargumente in den Hintergrund gerückt und es gebe nur „schwarz oder weiß“, kritisierte de Maiziere am Mittwoch bei der Herbsttagung des Bundeskriminalamts (BKA) in Mainz.

Wenn die Bevölkerung bereit sei, dass in manchen Kriminalitätsbereichen bis zu 70 Prozent der Taten nicht aufgeklärt würden, könne der Verzicht auf die Vorratsdatenspeicherung hingenommen werden. „Diesen Konsens gibt es aber nicht“, fügte er hinzu. „Wir sollten uns deshalb offen und selbstbewusst dieser Diskussion über Mittel und Befugnisse unserer Sicherheitsbehörden stellen.“

Der Innenminister unterstrich, bei der Vorratsdatenspeicherung gehe es um die Dauer der Speicherung der Daten bei privaten Anbietern, die diesem ohnehin vorlägen. Außerdem sei lediglich eine „nachträgliche Abfrage der Sicherheitsbehörden im Einzelfall bei schweren Verbrechen“ vorgesehen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im April einer geplanten EU-Regelung zur Speicherung von Daten ohne Verdacht auf Straftaten einen Riegel vorgeschoben. In Deutschland liegt das Vorhaben seitdem auf Eis.

Von

rtr

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr C. Falk

19.11.2014, 17:48 Uhr

Leute wie de Maiziere sind schon von einer bedeutenden Starrköpfigkeit im eigentlichen Wortsinn "besessen".

Was sie mal in ihren Krallen, haben lassen sie nicht mehr los,
koste es was es wolle.

Man sollte diese pol. Fanatiker nicht unterschätzten.

Herr Manfred Zimmer

19.11.2014, 21:05 Uhr

Was spricht dagegen, alle Pornobilder, die die Abgeordneten so während einer Bundestagsdebatte sich so ansehen, mitzuspeichern?

Das würde die Server immens entlasten, wenn solche Bildchen künftig direkt vom Server des Bundes geladen werden können.

Herr Manfred Zimmer

19.11.2014, 21:15 Uhr

Hinweis an die Redaktion!

Zu zahlrechen Beiträgen funktioniert die Kommentarfunktion nicht.

Zum Beispiel zu diesem Artikel:
Altersarmut -Immer mehr Senioren leben am Existenzminimum

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×