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15.09.2016

16:39 Uhr

Trotz Fraktionsstreit

AfD legt im Südwesten auf 17 Prozent zu

Im baden-württembergischen Landtag liegt die AfD-Fraktion nach einem Streit über antisemitische Parolen eines Mitglieds in Scherben. Der Partei schadet das nicht: In Umfragen legt die AfD derzeit im Südwesten kräftig zu.

Wegen antisemitischer Äußerungen sorgte das AfD-Mitglied Wolfgang Gedeon für Ärger in der Landtagsfraktion. Inzwischen sitzt Gedeon fraktionslos im Parlament. dpa

Landtag Stuttgart

Wegen antisemitischer Äußerungen sorgte das AfD-Mitglied Wolfgang Gedeon für Ärger in der Landtagsfraktion. Inzwischen sitzt Gedeon fraktionslos im Parlament.

StuttgartTrotz interner Streitereien und der Spaltung ihrer Landtagsfraktion hat die AfD in der Gunst der Wähler in Baden-Württemberg noch zugelegt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap verzeichnet die Alternative für Deutschland im Vergleich zur Landtagswahl im März ein Plus von 1,9 Prozentpunkten auf 17 Prozent. Die CDU, die mit den Grünen regiert, büßt einen Punkt ein und kommt nun auf 26 Prozent. Die Grünen selbst mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann bauen ihre Führungsposition um 0,7 Punkte auf 31 Prozent aus.

Die SPD legt um 0,3 Punkte auf 13 Prozent zu, während die FDP 1,3 Punkte verliert und nun bei 7 Prozent steht. Es handelt sich um eine repräsentative Befragung im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) und der „Stuttgarter Zeitung“. Die AfD im Landtag war auseinandergebrochen, weil es Streit um einen inzwischen aus der Fraktion ausgeschiedenen Landtagsabgeordneten gab, dem Antisemitismus vorgeworfen wird.

Die Sprüche der AfD

Immer wieder im Mittelpunkt

Ob Flüchtlingspolitik oder Fußball - mit markigen Sprüchen sorgen führende AfD-Politiker immer wieder für Kopfschütteln und Empörung, wie jetzt die stellvertretende Bundesvorsitzende Beatrix von Storch. Einige Zitate.

Quelle:dpa

Undeutsches Nationalteam

„Eine deutsche oder eine englische Fußballnationalmannschaft sind schon lange nicht mehr deutsch oder englisch im klassischen Sinne.“ (Der AfD-Bundesvize Alexander Gauland am 3. Juni im „Spiegel“)

Unerwünschter Nachbar

„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ (Gauland in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vom 29. Mai über Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng)

Bitte abschotten

„Wir müssen die Grenzen dichtmachen und dann die grausamen Bilder aushalten. Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen.“ (Gauland am 24. Februar im Magazin der Wochenzeitung „Die Zeit“ über Flüchtlinge)

Schießbefehl dringend erwünscht

„Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt.“ (Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry in einem Interview des „Mannheimer Morgen“ vom 30. Januar 2016. Angesichts des Flüchtlingszustroms forderte sie im Notfall auch den Einsatz von Schusswaffen.)

Der Flüchtling als Angreifer

„Wer das HALT an unserer Grenze nicht akzeptiert, der ist ein Angreifer. Und gegen Angriffe müssen wir uns verteidigen. (...) Es gibt keinen Grund, mit Gewalt unsere Grenze zu überqueren.“ (Die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Beatrix von Storch Ende Januar auf ihrer Facebook-Seite über Flüchtlinge)

Nachhilfe in Rassenkunde

„Im 21. Jahrhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp.“ (Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke am 21. November 2015 in einem Vortrag über Asylbewerber aus Afrika)

Flucht als Naturkatastrophe

„Das ist ungefähr so, als würden Sie mit Plastikeimern einen Tsunami stoppen wollen.“ (Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen am 24. Oktober 2015 bei einem Landesparteitag in Baden-Württemberg über die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise)

Von

dpa

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