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31.07.2011

11:13 Uhr

Trotz Gegenwind

Von der Leyen hält an Frauenquote fest

Ursula von der Leyen setzt sich weiterhin für eine gesetzliche Frauenquote in deutschen Führungsetagen ein. Sie spricht damit aus, was 70 Prozent der Deutschen denken, aber widersetzt sich dem Machtwort der Kanzlerin.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. Quelle: dpa

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

BerlinBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will sich einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge trotz des Machtworts von Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) für eine verbindliche Frauenquote in den Vorständen und Aufsichtsräten der deutschen Dax-Unternehmen einsetzen. „Die Führungsspitzen von deutschen Großunternehmen sind immer noch geschlossene Zirkel“, kritisierte sie im Gespräch mit der Zeitschrift. „Da wechseln häufig dieselben Männer zwischen Vorständen und Aufsichtsräten.“

Wegen dieses „Verschiebebahnhofs“ gebe es immer noch viel zu wenige Frauen an der Spitze dieser Firmen. Derzeit sind von rund 180 Vorstandsposten in den Dax-Unternehmen nur fünf von Frauen besetzt. „Ich jedenfalls werde einen Zuwachs von einem halben Prozentpunkt in zehn Jahren nicht als Revolution feiern.“

Von der Leyen macht sich für eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent für Dax-Unternehmen bis zum Jahr 2018 stark. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt das Vorhaben aber nicht. Auch Familienministerin Kristina Schröder (CDU) zieht eine für jedes Unternehmen unterschiedliche „Flexi-Quote“ zur Förderung von weiblichen Führungskräften vor. Im März hatten sich die 30 Dax-Unternehmen verpflichtet, mehr für die Frauenförderung zu tun und versichert, in diesem Jahr eine selbst definierte Quote festzulegen.

Deutsche wollen Frauenquote für Führungspositionen

Die Mehrheit der Bundesbürger ist für die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote. In einer repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hätten sich 70 Prozent der Bevölkerung für gesetzliche Regelung ausgesprochen, berichtete die „Welt am Sonntag“, der die bisher unveröffentlichte Umfrage vorliegt. Demnach sind 79 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer in Deutschland der Meinung, die Politik solle eine höhere Zahl an weiblichen Führungskräften gesetzlich verankern.

Zudem sind 95 Prozent der Frauen der Auffassung, es gebe in Deutschland genügend Frauen, die für eine Tätigkeit im Topmanagement geeignet sind. Auch 88 Prozent der befragten Männer stimmen dieser Aussage zu.

Schwesig kritisiert „steinzeitliche“ Chefetagen

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig kritisierte: „Noch nie waren junge Frauen in Deutschland so gut qualifiziert wie heute, aber Deutschlands Chefetagen sind bei der Frauenförderung noch in der Steinzeit.“ Sie forderte eine gesetzlich geregelte Frauenquote von mindestens 40 Prozent für Vorstände und Aufsichtsräte der großen deutschen Unternehmen. „Freiwillige Vereinbarungen zwischen Politik und Wirtschaft haben zu nichts geführt.“ Und in der Bundesregierung herrsche Blockade statt Frauenförderung.

Kommentare (23)

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TschuessLeistungsprinzip

31.07.2011, 12:26 Uhr

Die CDU ist für mich inzwischen Unwählbar,
warum Quote in Konzernen und nicht als Handwerker ?
Als wenn die Männer absichtlich Frauen boykottieren würden, was sind das eigentlich für Hirngespinste.
Na ja, die spinnerten Ideen der Von der Leyen werden
bestimmt von der nächsten Grün/Roten Regierung umgesetzt.
Da darf sie sich dann freuen.

FingerpointersPunkt

31.07.2011, 12:39 Uhr

Zitat aus dem Beitrag:

"Von der Leyen macht sich für eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent für Dax-Unternehmen bis zum Jahr 2018 stark."

SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig "...gesetzlich geregelte Frauenquote von mindestens 40 Prozent für Vorstände und Aufsichtsräte der großen deutschen Unternehmen"


Die einhellige Forderung beider Frauen muss 50% lauten!

Dann kann man(n)/frau tatsächlich von Gleichberechtigung sprechen. Ein Zeithorizont von 7 Jahren für die Erreichung dieser Zielgröße ist vollkommen inakzeptabel.

Beide Frauen scheinen von ihrem Konzept und der Leistung ihres eigenen Geshlechts wenig überzeugt zu sein. Die wenigsten Vorstände und Aufsichtsräte sind ab heute beginnend für 7 Jahre in ihre Posten berufen. Bis 2015 muss die Quote 35% lauten und bis 2017 sogar 50%.

Somit könnten beispielsweise "Ackermann-Deals" bei denen der EX-Vorstand anschließend im Aufsichtsrat seine eigenen Projekte kontrolliert, verhindert werden. Dies entspräche sicherlich eher den Compliance-Regelungen sowie dem Anspruch aller Shareholder an ihr Unternehmen.

Von der Leyen und Schwesig täten gut daran, Merkel unter Druck zu setzen, dass Merkel dieser Vetternwirtschaft in Deutschlands Unternehmenssumpf endlich per Gesetz einen Riegel vorschiebt.

Es wird Zeit, dass die jetzige CDU/FDP Bundesregierung anstatt Schaumblasen zu produzieren, zu arbeiten beginnt! Aus Bayern hört man ja mittlerweile nichts mehr. Seehofer mit seiner CSU verfolgt wohl die Strategie des Abtauchens?

Thomas-Melber-Stuttgart

31.07.2011, 12:48 Uhr

Wenn die Frau dann noch einen Migrationshintergrund hat, lesbisch und vielleicht sogar noch behindert ist so ist eine Berufung auf höchste Posten quasi bei Bewerbung automatisch gesichert.

Davon ab werden diese Positionen im Wahlverfahren besetzt.

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