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08.05.2017

09:18 Uhr

Trotz Kiel-Schlappe

Gabriel glaubt weiter an den Kanzler Schulz

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die SPD ihr zweitschlechtestes Ergebnis in dem Bundesland erzielt. Außenminister Sigmar Gabriel hat den Glauben an den „Schulz-Zug“ aber noch nicht verloren.

Wahl in Schleswig-Holstein

Heftige Niederlage – das sind die Reaktionen der SPD

Wahl in Schleswig-Holstein: Heftige Niederlage – das sind die Reaktionen der SPD

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BerlinAußenminister Sigmar Gabriel gibt sich trotz der Wahlniederlage seiner SPD in Schleswig-Holstein zuversichtlich, dass SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im Herbst Regierungschef wird. Nach zwölf Jahren an der Spitze der Regierung seien CDU und CSU ausgelaugt, sagte der frühere SPD-Vorsitzende der „Passauer Neuen Presse“ vom Montag. „Die Union ruht sich viel zu sehr auf Erfolgen von gestern aus.“ Schulz werde Kanzler, weil er unverbraucht und kraftvoll sei.

Bei der Landtagswahl am Sonntag hatte die SPD von Ministerpräsident Torsten Albig ihr zweitschlechtestes Ergebnis in dem nördlichsten Bundesland erzielt. Nach dem vorläufigen Endergebnis wurde die CDU unter ihrem Spitzenkandidaten Daniel Günther mit 32,0 (2012: 30,8) Prozent mit Abstand stärkste Partei vor der SPD, die auf 27,2 (30,4) Prozent absackte. Drittstärkste Partei blieben die Grünen mit 12,9 (13,2) Prozent vor der FDP, die deutlich auf 11,5 (8,2) Prozent zulegte. Die rechtspopulistische AfD schaffte mit 5,9 Prozent auf Anhieb den Sprung in den Kieler Landtag, in dem auch der von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommene Südschleswigsche Wählerverband (SSW) vertreten sein wird, auf den 3,3 (4,6) Prozent der Stimmen entfielen.

Die Landtagswahl-Verluste der SPD

Erfolglose Landtagswahlen

Die vergangenen Landtagswahlen brachten der SPD wenig Grund zur Freude. In Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen setzte sich der Trend fort. Allein in Rheinland-Pfalz konnten die Genossen 2016 leichte Zugewinne verbuchen, ansonsten gab es teils deutliche Verluste. Die jüngsten SPD-Ergebnisse.

Sachsen-Anhalt (März 2016)

10,6 Prozent (minus 10,9 Punkte)

Baden-Württemberg (März 16)

12,7 Prozent (minus 10,4 Punkte)

Rheinland-Pfalz (März 16)

36,2 Prozent (plus 0,5 Punkte)

Mecklenburg-Vorpommern (September 16)

30,6 Prozent (minus 5,0 Punkte)

Berlin (September 16)

21,6 Prozent (minus 6,7 Punkte)

Saarland (März 17)

29,6 Prozent (minus 1,0 Punkte)

Schleswig-Holstein (Mai 2017)

27,3 Prozent (minus 3,1 Punkte)

Nordrhein-Westfalen (Mai 2017)

31,2 Prozent (minus 7,9 Punkte)

Damit stellt die CDU 25 Abgeordnete, die SPD erhält 21 Mandate. Die Grünen sind mit zehn Abgeordneten vertreten, die FDP mit neun. Die AfD bekommt fünf Mandate, der SSW drei. Damit deuten sich schwierige Koalitionsverhandlungen an. Neben einer großen Koalition sind noch Dreierbündnisse aus SPD oder CDU mit Grünen und FDP möglich. Keine der etablierten Parteien will eine Koalition mit der AfD eingehen.

Die Wahlbeteiligung stieg auf 64,2 Prozent nach 60,2 Prozent vor fünf Jahren.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Günther Schemutat

08.05.2017, 13:35 Uhr

Wie vor Wochen als ich der Meinung war, dass Schulz am Ende grandios abstürzt durch die raffinierten Züge von Gabriel kommt immer näher. Jeder der Gabriel kennt und ihn über Jahre beobachtet hat, weis das er ein Machtmensch
ist , der die Abwahl vom Parteivorsitz auch wenn er selber zurück trat bis heute wurmt und ihn zerfrisst. Das Opfer ist Schulz , der von Gabriel bis zur Wahl so weit
abgewertet wird, bis die Partei am Ende nach Gabriel ruft ,er möchte doch wieder antreten. Man sieht wie er als Außenminister aktiv ist und man sieht wie wenig Diplomatie bei ihm im Spiel ist. Israel gereizt und N.TV hat gestern gemeldet auf der Nachrichten Leiste Gabriel hat Le Pen als Rattenfängern bezeichnet.

Damit kann sich jeder nun nach der Wahl ausrechnen wie viel Ratten Le Pen angezogen hat. Diplomatie pur.

Schulz tut mir leid, er ist ein feiner Kerl , der in der SPD der 60ziger gepasst hätte.
Die 100% auf dem Parteitag war der Dolch für Gabriel .

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