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18.09.2012

02:58 Uhr

Trotz Krise

Reiche in Deutschland immer reicher

Während das Vermögen des Staates immer kleiner wird, hat der Wohlstand in Deutschland offenbar kräftig zugenommen. Gleichzeitig werden die Reichsten trotz Finanzkrise immer reicher.

Das von der Deutschen Bundesbank in Frankfurt aufgenommene Foto zeigt Euro-Scheine in bar. dpa

Das von der Deutschen Bundesbank in Frankfurt aufgenommene Foto zeigt Euro-Scheine in bar.

BerlinDer private Reichtum in Deutschland wird nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" immer größer, das Vermögen des Staates hingegen kleiner. Gleichzeitig würden die Reichsten immer reicher. Die Zeitung beruft sich auf den Entwurf für den vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Die Analyse, die alle vier Jahre herauskommt, wurde vom Bundesarbeitsministerium vorgelegt. Am Montag sei sie zur Abstimmung an andere Ressorts in der Bundesregierung gegangen.

Der Wohlstand in Deutschland hat dem Bericht zufolge zuletzt kräftig zugenommen. Maßgeblich sei dabei das Nettovermögen, zu dem etwa Immobilien, Geldanlagen, Bauland oder Ansprüche aus Betriebsrenten gehörten. Das Arbeitsministerium schreibt dazu: "Während das Nettovermögen des deutschen Staates zwischen Anfang 1992 und Anfang 2012 um über 800 Milliarden Euro zurückging, hat sich das Nettovermögen der privaten Haushalte von knapp 4,6 auf rund 10 Billionen Euro mehr als verdoppelt." Das Abschmelzen der Vermögenswerte der öffentlichen Haushalte sei bereits seit zwei Jahrzehnten zu beobachten. Im Zuge der Rettungsmaßnahmen anlässlich der Finanz- und Wirtschaftskrise sei "eine Verschiebung privater Forderungen und Verbindlichkeiten in staatliche Bilanzen feststellbar".

Das private Nettovermögen hat sich nach den Regierungsangaben allein zwischen 2007 und 2012 um 1,4 Billionen Euro erhöht. Hinter diesen Zahlen stecke jedoch auch "eine sehr ungleiche Verteilung der Privatvermögen". So vereinten "die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte über die Hälfte des gesamten Nettovermögens auf sich". Der Anteil dieses obersten Zehntels sei dabei "im Zeitverlauf immer weiter gestiegen". 1998 belief er sich laut den amtlichen Zahlen auf 45 Prozent, 2008 war in den Händen dieser Gruppe der reichsten Haushalte bereits mehr als 53 Prozent des Nettogesamtvermögens. Die untere Hälfte der Haushalte verfüge über nur gut ein Prozent des gesamten Nettovermögens, heißt es in dem Bericht weiter.

Der Abstand zwischen West- und Ostdeutschland habe sich dabei verringert, schreibt die Zeitung in ihrer Dienstagausgabe. Westdeutsche Haushalte hätten aber im Schnitt immer noch ein Immobilien- und Geldvermögen von etwa 132000 Euro, bei den ostdeutschen seien es nur 55000 Euro.

Große Unterschiede verzeichnet die Analyse auch bei der Lohnentwicklung: Sie sei "im oberen Bereich in Deutschland positiv steigend" gewesen. Die unteren 40 Prozent der Vollzeitbeschäftigten hätten jedoch nach Abzug der Inflation Verluste bei der Bezahlung hinnehmen müssen. "Eine solche Einkommensentwicklung verletzt das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung", wird dazu angemerkt.

Trotzdem werde in dem Bericht der Anstieg der sogenannten atypischen Beschäftigung verteidigt. Teilzeit- und Minijobs, Leiharbeit oder befristete Stellen seien nicht zu Lasten der Normalarbeitsverhältnisse gegangen. Das Bundesarbeitsministerium fügt aber kritisch hinzu: "Stundenlöhne, die bei Vollzeit zur Sicherung des Lebensunterhalts eines Alleinstehenden nicht ausreichen, verschärfen Armutsrisiken und schwächen den sozialen Zusammenhalt."

Von

rtr

Kommentare (38)

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Austrian

18.09.2012, 04:17 Uhr

Das ist die Propaganda, die uns künftige Enteignungen schmackhaft machen soll, oder? Niedriglöhne und Vermögensschere entstehen durch das billige Zentralbankgeld und die permanenten Einmischungen von Banksyndikaten gepresster oder geschmierter Politiker. Nicht nur bleiben die Löhne und Gehälter wegen der Gelddruckerei und der verantwortungslosen Kreditexpansion bei gleichzeitiger Rohstoffinflation am Boden, sondern auch durch den ständigen Import von billiger Lohnkonkurrenz in den Arbeitsmarkt. Sei es durch Migration oder durch globale/asiatische Dumpingimporte, was beides unverschämterweise als Globalisierung/freie Märkte gepriesen wird.
Erinnert sich vielleicht der/die eine oder andere, wie uns in der Schule eingebleut wurde, einer der Hauptursachen der Krise 1929 war der Protektionismus? Von wegen! Protektionismus ist die systemische Folge von Kreditexpansionsexzessen und platzender Blasen. End the Fed. End the ECB.

Account gelöscht!

18.09.2012, 05:56 Uhr

Immer wieder wenn die Aktienmaerkte hoch stehen kommen diese Meldungen, da die meisten Reichen ja wohl nicht unerheblich in Aktien und Unternehmen investiert sind, ist das nicht wirklich verwunderlich.

anno

18.09.2012, 06:03 Uhr

Ach was?
Und was ist so erstaunlich daran? 25 % Steuern auf Kapitalvermögen gegenüber 40+% auf Arbeitseinkommen?
Der Maxwellsche Dämon lacht sich ins Fäustchen...

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