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03.06.2013

20:00 Uhr

Trotz Kritik

Rückendeckung für den Technikchef des Berliner Flughafens

Der Hoffnungsträger findet sich plötzlich im Kreuzfeuer der Kritik wieder. Doch Horst Amann, Technikchef des Berliner Flughafens, kann sich auf die Unterstützung aus der Politik verlassen.

Der umstrittene Geschäftsführer Technik des Flughafens, Horst Amann, erhält Rückendeckung vom Bund. dpa

Der umstrittene Geschäftsführer Technik des Flughafens, Horst Amann, erhält Rückendeckung vom Bund.

BerlinTrotz Differenzen über den Kurs des neuen Hauptstadtflughafens hält der Bund am Technikchef Horst Amann fest. „Herr Amann ist ein guter Ingenieur und macht eine gute Arbeit“, teilte der Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba (CDU) am Montag mit - ein Jahr nach der geplatzten Eröffnung des Flughafens. Der Bund sehe keine Veranlassung die Geschäftsführung umzubauen, betonte er. Auch der Vorsitzende des Berliner Flughafen-Untersuchungsausschusses, Martin Delius (Piratenpartei), stützte Amann.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte: „Die Schreiberei und Berichterei vom Wochenende entbehrt jeder Grundlage.“ Das hätten ihm hohe Verantwortungsträger des Flughafens am Montag versichert, betonte der Minister.

Amann war im August als Hoffnungsträger vom Frankfurter Flughafen nach Berlin gewechselt und leitete eine Bestandsaufnahme auf der Baustelle ein, die bis heute andauert. Der seit drei Monaten amtierende Flughafenchef Hartmut Mehdorn kritisiert den Stillstand und will den Airport möglichst früh in Teilen starten. Darüber soll es zwischen den beiden Managern Streit geben.

Bomba hob hervor: „Ziel muss sein, den BER zügig und sicher ans Netz zu bringen.“ Der Bund ist einer von drei Flughafen-Eigentümern neben den Ländern Berlin und Brandenburg. Deren Staatskanzleien wollten sich ebenso wenig äußern wie die Flughafengesellschaft.

Die Personalfrage dürfte den Aufsichtsrat bei seiner nächsten Sitzung am 12. Juni beschäftigen. „Der Vorsitzende sollte ein Machtwort sprechen“, sagte Delius der Nachrichtenagentur dpa. Mehdorn und Amann hätten die Aufgabe, zusammen zu arbeiten, und nicht, sich gegenseitig schlecht zu machen.

„Amanns Zeitplan ist plausibel“, bemerkte Delius. „Dagegen stehen die Äußerungen Mehdorns über eine Teileröffnung, die noch nicht plausibel begründet sind.“ Ein Rauswurf Amanns würde zudem zusätzliches Geld kosten. Delius fügte hinzu: „Wenn es keine Einigung gibt und Hartmut Mehdorn der Störenfried ist, muss man einsehen, dass er nicht der richtige Mann ist.“

Unterdessen bestätigte ein Bahnsprecher, dass der Konzern den früheren Bauleiter des Berliner Hauptbahnhofs und des Bahnprojekts Stuttgart 21, Hany Azer, Anfang Mai freigestellt habe - im gegenseitigen Einvernehmen, wie betont wurde. Azer darf damit Nebentätigkeiten aufnehmen. Er ist Sonderbeauftragter des Technikvorstands der Bahn und war in den vergangenen Monaten auch am Hauptstadtflughafen im Gespräch. Ob Mehdorn ihn noch verpflichten will, ist aber offen.

Das EU-Verfahren wegen der Flugroutenfestlegung am Flughafen sieht Ramsauer derweil gelassen. „Wenn ich höre, dass die EU-Kommission mit einem Vertragsverletzungsverfahren droht, schlafe ich wesentlich besser“, sagte er. „Ich nehme das nicht besonders ernst.“ Flugrouten würden in Deutschland nach geltendem Recht festgelegt.

Von

dpa

Kommentare (5)

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btw

03.06.2013, 20:46 Uhr

Es heißt nicht umsonst (was für ein Satz): Großbaustelle.

Eine Baustelle ist eine Baustelle: eine Großbaustelle scheint zum Scheitern verurteilt.

Meistens bringt weniger Eitelkeit mehr: hier bringt viel mehr Eitelkeit noch mehr Probleme.

Da wird uns eine Rechnung, die uns Hören und Sagen vergehen lassen wird, präsentiert werden mit dem Satz: Wieso? Ihr habt uns doch gewählt.

Warum sollte man Leute wählen, die sich mit Schlips und Kragen über den Tisch ziehen lassen?

Ingo

03.06.2013, 21:17 Uhr

Mehdorn ist die größte Pfeife in der Woweireit-Platzek Seilschaft. Außer großspurigen Sprüchen wie dem Programm Sprint hat dieser Sprechblasen Produzent noch nichts zustande gebracht. Damit ähnelt er den SPD Pfeifen im Aufsichtsrat.

betrachter

03.06.2013, 21:43 Uhr

Das Problem wird dabei noch größer gemacht als es ist: Inkompetenz kostet Geld und gefällt sich darin, weiter Geld zu verbrennen: BER wird als "The Classic" of Inkompetenz in die Annalen eingehen: Als Geldverbrennmaschine: irgendwo muß es ja hin das ganze Geld, das wir uns einbilden.

Für VV-Ambtioned bleiben wichtig: was bringt mir das, legt mich in die Hängematte, lasst mich die Wurst sein: ich kann und werde euch die Wurst geben: solange ihr zahlt.

Change Management?

What4?
Ihr werdet sowieso zahlen, was interessierts mich?

Und Politiker und Change Management: das ist wie einem Esel das Singen beibringen zu wollen.

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