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23.07.2015

13:12 Uhr

Trotz Millionen-Nothilfe

Französische Viehzüchter weiten Proteste aus

Lastwagen, Traktoren, Reifenblockaden: Französische Viehzüchter protestieren gegen zu niedrige Preise. Mit einer 600-Millionen-Euro Nothilfe will die Regierung helfen. Doch die Bauern ficht das nicht an.

Mit Lastwagen, Reifen und landwirtschaftlichen Maschinen blockierten französische Bauern die Straßen um Lyon. AFP

Blockade

Mit Lastwagen, Reifen und landwirtschaftlichen Maschinen blockierten französische Bauern die Straßen um Lyon.

ParisTrotz einer 600-Millionen-Euro-Nothilfe der Regierung setzen französische Viehzüchter ihre massiven Proteste gegen zu niedrige Preise fort. Sie blockierten am Donnerstag zahlreiche Straßen, unter anderem um Lyon. Der Chef des Bauerndachverbandes FNSEA, Xavier Beulin, erwartet weitere Aktionen in den kommenden zwei bis drei Tagen. Die Bauern müssten ihre Wut ausdrücken, sagte er dem Sender Europe 1. Die Hilfspläne der Regierung beträfen nur kurzfristige Maßnahmen, die es erlaubten, die kommenden Wochen zu überstehen.

Die Viehzüchter hatten bereits in den vergangenen Tagen mit Traktoren zahlreiche Straßen blockiert. Fotos zeigten auch Reifenstapel. Die Regierung kündigte am Mittwoch an, ihnen mit dem Erlass von Abgaben, Zahlungsaufschüben und Hilfen bei der Umschuldung im Gesamtumfang von 600 Millionen Euro unter die Arme zu greifen.

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Präsident François Hollande traf am Donnerstag in Dijon mit Vertretern der Agrarverbände zusammen, um die Lage zu entschärfen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sind 20 000 französische Viehzüchter von der Pleite bedroht; Rinder- und Schweinezüchter sowie Milchproduzenten litten besonders unter niedrigen Marktpreisen.

Warum Frankreich in der Krise steckt

Arbeitslosigkeit

Eines der sichtbarsten Probleme ist die Arbeitslosigkeit im Land. Sie bewegt sich seit Monaten auf Rekordniveau. Zuletzt waren fast 3,4 Millionen Menschen ohne Job. Damit liegt die Quote fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Wachstum

Gleichzeitig kommt das Wachstum in der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone nicht in Gang. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres stagnierte die Wirtschaft sogar.

Handelsdefizit

Zudem hat Frankreich eine negative Bilanz beim Austausch mit anderen Wirtschaftsnationen. Das Außenhandelsdefizit lag im ersten Halbjahr 2014 bei 29,2 Milliarden Euro.

Sparprogramm

Im Kampf gegen die Krise hat sich die Regierung ein Sparprogramm vorgenommen. Bis 2017 plant Paris Einsparungen in Höhe von 50 Milliarden Euro.

Neuverschuldung

Es ist fraglich, ob Frankreich wie zugesagt im kommenden Jahr das EU-Defizitkriterium wird einhalten können. Demnach darf die Neuverschuldung nicht mehr als drei Prozent der Wirtschaftskraft betragen. An dieser Hürde war Frankreich in den vergangenen Jahren stets gescheitert.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Theo Heuss

23.07.2015, 18:37 Uhr

Das nenn ich Schneid!

Ein deutscher Bauer würde erst zum Amt laufen, um eine Genehmigung zu bekommen!

Ach ja, ich vergaß, wir sind ja Deutsche. Wir könnten auf Führer(Merkel)befehl Richtung Moskau zum Endsieg marschieren und lassen dabei selbstverständlich, zu Gunsten von Waffen und Hurrapropaganda, das Hirn und die Vernunft zuhaus im Schrank! Das kriegen wir hin!

Aber uns gegen die eigene Obrigkeit aufzulehnen...., da müßte man ja aktiv widersprechen!? Nein, das geht nicht und ist ja auch überhaupt nicht erlaubt!

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