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04.02.2017

10:37 Uhr

Trump und die Wirtschaft

Der Honeymoon ist vorbei

VonMoritz Koch

Trump ist für die US-Wirtschaft Fluch und Segen zugleich. Der US-Präsident macht den Konzernen Geschenke, doch die Kunden drohen mit Ächtung der Produkte. Die Konzernchefs stehen vor der Wahl: Boykott oder Kooperation.

Die US-Wirtschaft muss sich entscheiden, ob sie weiter mit Trump kooperiert. dpa

Boykott

Die US-Wirtschaft muss sich entscheiden, ob sie weiter mit Trump kooperiert.

WashingtonAm Freitag war wieder Showtime im Weißen Haus, Donald Trump war in seiner Lieblingsrolle zu sehen: als zupackender Boss der America, Inc. Umgeben von der Wirtschaftselite des Landes im Weißen Haus sitzt er da, alle Augen und Objektive auf ihn gerichtet. Trump spricht von seinem Versprechen, die amerikanische Industrie zu altem Glanz zu führen: „Wir bringen Jobs zurück. Wir bringen die Steuersätze runter. Wir werden eure Regulierungslasten senken.“

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Noch nie hat eine US-Regierung in so kurzer Zeit so viel Porzellan zerschlagen. Ihr Gebaren ist nicht nur stümperhaft, es ist auch gefährlich. Trump wäre nicht der Erste, der in einen Konflikt stolpert. Eine Analyse.

Was die Kameras nicht einfangen, sind die Zweifel, die Zerrissenheit, die Skrupel, die viele der anwesenden Unternehmenschefs mit sich herumtragen. Trump ist Fluch und Segen für Amerikas Spitzenmanager, auch jene, die zu seinem Wirtschaftsrat zählen. Die Regierung verspricht weniger Steuern und weniger Vorschriften, sie treibt aber auch ihre geschäftsschädigende Vision einer Festung Amerika voran. Trump verhängt Einreisesperren gegen sieben muslimische Länder, droht mit Zollstrafen und treibt Pläne zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko voran.

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US-Präsident Trump bereitet Unternehmen Angst. Spitzenmanager wenden sich an ihre Mitarbeiter. Nach dem Einreisestopp drohen nun auch Restriktionen für Arbeitsvisa. Kanzlerin Merkel fordert eine rasche Klärung.

Erst zwei Wochen ist die Trump-Ära alt, doch schon gibt es Gewinner und Verlierer. Zu den Gewinnern zählen Banken, Ölkonzerne und Bergbau-Unternehmen. Sie beglücken der neue Präsident und seine republikanischen Parteifreunde im Kongress. Trump lockert die Finanzreform seines Vorgängers Barack Obama. Das Abgeordnetenhaus beschließt, Ölfirmen von der Last zu befreien, ihre (Schmier-)Geldzahlungen an ausländische Regierungen offenzulegen. Und der Senat verabschiedet ein Reformgesetz, das mit einer Vorschrift aufräumt, die Gebirgsbäche und Flüsse in Bergbaugebieten schützen soll.

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