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08.01.2011

15:35 Uhr

Truppenabzug

Regierung plant Afghanistan-Rückzug ab Ende 2011

So schnell wie möglich, so lange wie nötig: Regierungskreisen zufolge soll bereits Ende dieses Jahres der Abzug der Bundeswehr-Truppen aus Afghanistan beginnen. Demnach will die Regierung jeden sicherheitspolitischen Spielraum nutzen, um die Truppenstärke so früh wie möglich zu reduzieren. Die SPD zeigte sich darüber erfreut.

Isaf-Truppen der Bundeswehr in Afghanustan: Ab Ende 2011 soll der Rückzug beginnen. dpa

Isaf-Truppen der Bundeswehr in Afghanustan: Ab Ende 2011 soll der Rückzug beginnen.

HB LAHORE/BERLIN. Im neuen Afghanistan-Mandat will die Bundesregierung als Starttermin für einen schrittweisen Abzug der Bundeswehr das Ende dieses Jahres festschreiben. "Die Bundesregierung ist zuversichtlich, im Zuge der Übergabe der Sicherheitsverantwortung die Präsenz der Bundeswehr ab Ende 2011 reduzieren zu können", zitierten am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters zufolge Kreise des Auswärtigen Amtes aus dem Mandatstext. Die Regierung werde jeden sicherheitspolitisch vertretbaren Spielraum für eine frühestmögliche Reduzierung nutzen. Bedingung sei allerdings, dass die Lage dies erlaube und die deutschen Truppen sowie die Nachhaltigkeit des Übergabeprozesses nicht gefährdet würden.

Das Kabinett will das neue Mandat kommende Woche beschließen, der Bundestag soll darüber am 28. Januar entscheiden. Die Mandatsobergrenze von 5000 Soldaten plus einer Reserve von 350 Soldaten soll unverändert bleiben. Indem die Regierung den angestrebten Abzugsbeginn schon für 2011 festschreibt, kommt sie der SPD entgegen. Die Sozialdemokraten hatten dies zur Bedingung für ihre Zustimmung gemacht.

Die SPD reagierte entsprechend positiv. "Wir kennen den Entwurf des Mandatstextes noch nicht", hieß es aus der Bundestagsfraktion. "Sollte sich der Vorschlag der Regierung in die beschriebene Richtung entwickelt haben und unseren Kriterien für eine Zustimmung entsprechen, wäre das natürlich erfreulich." Der SPD-Parteivorstand will in seiner Klausurtagung am Montag und Dienstag die Afghanistan-Position beschließen.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte mehrfach vor einem verfrühten Abzug gewarnt und die Ankündigung eines Termins als unverantwortlich bezeichnet. Derzeit sind knapp 4600 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Die Nato will die Sicherheitsverantwortung in den kommenden Jahren nach und nach an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben und ihren Kampfeinsatz am Hindukusch bis Ende 2014 beenden.

2010 kamen in Afghanistan so viele ausländische Soldaten ums Leben wie nie zuvor seit dem Sturz der Taliban 2001. Inzwischen sind fast 150 000 internationale Soldaten fort im Einsatz.

Kommentare (3)

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Margrit Steer

08.01.2011, 17:18 Uhr

...bedingung sei allerdings, dass die Lage dies erlaube und die deutschen Truppen sowie die Nachhaltigkeit des Übergabeprozesses nicht gefährdet würden....
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da ist es wieder dieses Dummgeschwätz.
Die Lage dort wird sich nie ändern. Da können wir noch 100 Jahre drin bleiben.
Die Leute müssen sich selbst helfen.
Wenn sie die Taliban nicht wollen, wenn sie keinen Gottestaat wollen, müssen die Menschen in Afghanistan selber handeln
Der Einsatz hat bis jetzt nichts aber auch gar nichts bewirkt.
Die Regierung in Kabul ist korrupt und kriminell, unser Geld ist in dunklen Kanälen verschwunden und unsere Soldaten sterben für nichts und sie kommen psychisch gestört zurück.
Das sit einfach nur ungeheuerlich
Da werden junge Männer verheizt für den Größenwahn unserer Politiker
"Deutschland ist wieder wer, Deutschland spielt wieder Krieg"
Wir haben 40 Jahre in der alten bundesrepublik in Frieden gelebt und auch in Frieden mit all unseren Nachbarn und jetzt ist an allen Ecken und Enden Mißstimmung.
Denn auch europ. Nachbarn beäugen uns inzwischen wieder mißtrauisch.

Unsre Soldaten haben nirgendwo was zu suchen. Diese ständigen Einsätze in aller Welt sollten beendet werden.
Wenn die Amerikaner meinen, sie müßten überall Krieg spielen, dann sollen sie dies, aber ohne uns. Unter unter Freudnen muß man sich das auch mal sagen
Man macht aus Moslems und korrupten moslemischen Regierungen keine lupenreinen Demokraten von außen.
Die Menschen müssen lernen, ihr Leben mal selbst in die Hände zu nehmen.
Um das zu erreichen, auch auf dem afrikan. Kontinent, muß auch die Entwicklungshilfe gestrichen werden, denn sie ist kontraproduktiv.
Nach dem WK ii hat sich zu vieles etabliert, wo man heute merkt, dass es im Grunde genomen Unsinn ist.
Es wäre Aufgbe der Politik, dies endlich zu korrigieren

widerstand10

08.01.2011, 17:36 Uhr

Die Katzenberger wollte nach Afghanistan um brote für die Soldaten zu schmieren. Zu gefährlich für sie befanden die Verantwortlichen. Talkshow geht Katzenberger nicht. Dann vielleicht Claudia Roth
und Özdemir nach Afghanistan schicken zum sie liebt
mich sie liebt mich nicht Spiel im Minenfel....

Wenn es wirklich so gefährlich wäre im Camp, dann würde sich kein Politiker dort sehen lassen.

Schmatzi Katzi weiter versuchen.

ilo2958

26.02.2011, 22:30 Uhr

Wieviele junge Leute sollen noch in Afghanistan ihr Leben verlieren oder seelisch stark verletzt zurückkommen! Die Worte des NOCH-Verteidigungsminister bei der Trauerfeier in Regen:"Die Soldaten wurden aus einem Leben voller Hoffnungen gerissen, plötzlich und unwiederbringlich. Sie waren in Afghanistan, im Krieg, um dort den Frieden zu sichern, den Aufbau voranzubringen und zu helfen" - Wie kann man im Krieg den Frieden sichern und den Aufbau voranbringen? - Wie lange lässt sich das deutsche Volk noch an der Nase herumführen von der Politik und den Politikern? Was würde passieren, wenn unsere Soldaten sofort heimkommen ... Das würde die Lage in Afghanistan weder verschlechtern noch verbessern und vielen jungen, tapferen Soldaten und Soldatinnen das Leben retten bzw. sie vor psychischen Störungen bewahren.

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