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14.07.2017

09:56 Uhr

Türkei

Tausende Türken beantragen Asyl in Deutschland

Allein im ersten Halbjahr 2017 haben mehr als 3.000 Türken in Deutschland Asyl beantragt. Das ist die Bilanz des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ein Jahr nach dem gescheiterten Putschversuch am Bosporus.

Über 3000 Türken haben im ersten Halbjahr 2017 bislang Asyl in Deutschland beantragt. dpa

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Über 3000 Türken haben im ersten Halbjahr 2017 bislang Asyl in Deutschland beantragt.

BerlinAngesichts des harten Vorgehens der Türkei gegen angebliche Regierungsgegner und Kurden haben im ersten Halbjahr mehr als 3.000 Türken Asylanträge in Deutschland gestellt. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag) unter Berufung auf Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Nach dem Umsturzversuch am 15. Juli 2016 war die Zahl der Asylbewerber aus der Türkei deutlich gestiegen. Seitdem haben laut BAMF auch 209 Diplomaten und weitere 205 Staatsbedienstete Asyl in Deutschland beantragt. Zuletzt hat sich die Zahl der Anträge aus der Türkei der Behörde zufolge allerdings wieder normalisiert. Im Juni verzeichnete das BAMF 488 Anträge von Türken und damit wieder das Niveau vom Juni 2016.

Die Türkei in Aufruhr - Wichtige Ereignisse seit dem Putschversuch

Jahrestag des Putschversuchs in der Türkei

Seit dem Putschversuch vor einem Jahr ist die Türkei nicht zur Ruhe gekommen. Eine Auswahl wichtiger Ereignisse:

(Quelle: dpa)

15. Juli 2016

Teile des Militärs beginnen einen Putsch, der am Tag darauf niedergeschlagen wird. Präsident Recep Tayyip Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen verantwortlich.

20. Juli 2016

Erdogan ruft den Ausnahmezustand aus, der am Tag darauf in Kraft tritt. Mehr als 100 000 Staatsbedienstete werden in den Folgemonaten entlassen, mehr als 50 000 Menschen werden inhaftiert.

9. August 2016

Die Türkei und Russland legen ihre Krise wegen des Abschusses eines russischen Kampfflugzeugs bei. Elf Tage später billigt das türkische Parlament auch die Aussöhnung mit Israel.

24. August 2016

Türkische Truppen marschieren in Nordsyrien ein. Sie beginnen eine verlustreiche Offensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), bekämpfen aber auch kurdische Milizen.

4. November 2016

Ein Gericht verhängt Untersuchungshaft gegen Selahattin Demirtas, den Chef der zweitgrößten Oppositionspartei HDP. Neben Demirtas werden mehrere weitere HDP-Abgeordnete inhaftiert.

10. Dezember 2016

Bei einem Anschlag in Istanbul sterben 45 Menschen, die meisten davon Polizisten. Zu der Tat bekennt sich die TAK, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

19. Dezember 2016

Der russische Botschafter Andrej Karlow wird bei einem Attentat in Ankara getötet. Der Täter ist ein 22 Jahre alter türkischer Polizist, er wird erschossen.

1. Januar 2017

Ein Terrorist greift die Silvesterfeier im Istanbuler Club Reina an und tötet 39 Menschen. Der IS bezichtigt sich der Tat.

13. Februar 2017

Der deutsch-türkische „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel wird in Istanbul unter Terrorvorwürfen festgenommen. 13 Tage später wird Untersuchungshaft gegen ihn verhängt. Neben Yücel sitzen mehr als 150 weitere Journalisten in der Türkei im Gefängnis.

16. April 2017

Erdogan gewinnt das Verfassungsreferendum zur Einführung eines Präsidialsystems knapp. Davor kommt es wegen Nazi-Vergleichen Erdogans zu schweren Spannungen mit Deutschland.

21. Mai 2017

Erdogan wird wieder zum Vorsitzenden der Regierungspartei APK gewählt. Nach der Verfassungsreform darf der Präsident wieder einer Partei angehören.

Im vergangenen Jahr hatten insgesamt 5.742 Türken Asyl in Deutschland beantragt. Darunter waren gut 4400 türkische Kurden.

Von

dpa

Kommentare (13)

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Herr Holger Narrog

14.07.2017, 10:42 Uhr

Ich denke, dass viele dieser türkischen Asylbewerber real politisch Verfolgte im Sinne des Grundgesetzes sind.

Es sind Offiziere, Richter und dergleichen mit vielfach weltlicher Einstellung darunter. Ein Teil dieser Asylanten kann im Gegensatz zu den Gästen der Kanzlerin eine positive Rolle in der Deutschen Gesellschaft spielen.

Herr Günther Schemutat

14.07.2017, 11:02 Uhr

Gerade haben wir in Hamburg gesehen , dass 20 000Tausend Polizisten zum G 20 Gipfel zuwenig waren und es gab auch keine mehr die man rufen konnte.

Das Türken hier Asyl bekommen , kann niemand verstehen wenn gleichzeitig die Beitrittsverhandlungen weiterlaufen im stillen. Trotzdem gibt es bei 5 Millionen Türken , die 3 Millionen sind ja seit Ewigkeit eingefroren , diverse Probleme. Was in der Türkei Fakt ist , dass das Land zerrissen ist steht auch für Deutschland, zumal noch die Kurden mit 1, 2 Millionen dazu kommen.

Sollte es zu Spannungen in der Türkei bis hin zum Bürgerkrieg kommen, wird es auch hier zu Unruhen kommen.

Mit was will man diese stoppen , wenn in vielen Städten wo Türken wohnen also überall, wo in Hamburg schon die Grenze des Schutz erreicht war ????

Dann werden unsere Politiker schnell die Koffer packen und mit ihren Familien das Land verlassen , dass sie so geschaffen haben.

Herr Holger Narrog

14.07.2017, 11:21 Uhr

Hallo Herr Schemutat...Ich denke, dass Sie hinsichtlich der türkischen Einwanderer differenzieren sollten auch wenn die meisten als Asylbewerber hierher kamen.

Es gibt in der Türkei eine hochqualifizierte, sehr weltliche Elite. Diese Menschen werden auch hier wiederum eine Arbeit finden und sich in die hiesige Gesellschaft einfügen.

Es gibt Ziegenhirten die kaum schreiben können und sich hier mit ihren jährlich wachsenden Familien zu Lasten der Sozialhilfe ansiedeln. Diese sind den linken Schlechtmenschen sehr ans Herz gewachsen.

Daneben gibt es natürlich erhebliche Minderheiten.

Im Fall eines türkischen Bürgerkriegs wird es sicherlich auch einen solchen in Deutschland geben. Der Deutsche bekommt was er gewählt hat.

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