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25.08.2015

07:44 Uhr

Turnhalle in Nauen brennt

Erneut Feuer in geplantem Flüchtlingsheim

Wieder brennt eine geplante Asylbewerberunterkunft. Einen Tag nach dem Feuer in einer geplanten Unterkunft in Baden-Württemberg brennt eine Turnhalle im brandenburgischen Nauen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Erst in der Nacht zu Montag brannte in Baden-Württemberg eine geplante Asylunterkunft aus (Foto). Nun haben vermutlich Unbekannte Feuer in einer Turnhalle in Brandenburg gelegt. dpa

Brandanschlag auf geplante Asylunterkunft in Weissach

Erst in der Nacht zu Montag brannte in Baden-Württemberg eine geplante Asylunterkunft aus (Foto). Nun haben vermutlich Unbekannte Feuer in einer Turnhalle in Brandenburg gelegt.

BerlinErneut ist ein geplantes Flüchtlingsheim in Flammen aufgegangen. In der Nacht zum Dienstag brannte eine geplante Notunterkunft im brandenburgischen Nauen (Havelland) westlich von Berlin. Verletzt wurde nach ersten Polizei-Angaben niemand.

Erst vergangene Nacht hatte ein Feuer eine geplante Unterkunft für Asylbewerber im baden-württembergischen Weissach im Tal zerstört.

Das Feuer an der Sporthalle in Nauen hatte sich am frühen Dienstagmorgen auf das gesamte Gebäude ausgebreitet, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Die Feuerwehr habe sich daher dazu entschlossen, die Halle kontrolliert abbrennen zu lassen. Die Polizei ging nach den bisherigen Erkenntnissen von Brandstiftung aus.

Ein technischer Defekt sei höchst unwahrscheinlich, hieß es. Spezialisten sollen die Ursache des Feuers am Vormittag eingehender untersuchen.

Wo Flüchtlinge in Deutschland wohnen

Flüchtlingswohnheime

In der Regel werden Asylsuchende in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Vor allem die Zustände in den zentralen Einrichtungen der Länder, in denen die Flüchtlinge nur kurz bleiben sollen, stehen in der Kritik. Oft müssen Männer, Frauen und Kinder auf engem Raum zusammenleben. (Quelle: dpa)

Wohnungen

Verschiedene Kommunen bringen Flüchtlinge in Privatwohnungen unter. Allerdings gibt das der Wohnungsmarkt nicht in allen Städten her - auch weil die Mieten zu hoch sind.

Schulen, Altenheime, Kasernen

In manchen Städten stehen Gebäude leer, die einst für Schüler, Alte oder Soldaten gebaut wurden. Nun leben Flüchtlinge darin - etwa in Heidelberg in einer alten Kaserne.

Container und Zelte

Container und Zelte können recht schnell aufgebaut werden. Das macht sie an vielen Orten im Notfall beliebt. Anwohner stören sich allerdings nicht selten an den Zeltstädten.

Hotels

Aus Touristenziel wird Flüchtlingsunterkunft. In der Not mieten Behörden auch Zimmer in nicht ausgelasteten Hotels an. So wurde in Sachsen ein altes Vier-Sterne-Haus umfunktioniert.

Wohnschiffe

Schwimmende Schlafplätze für Flüchtlinge hat es in der Vergangenheit bereits gegeben - etwa in Hamburg. Die Hansestadt plant nun erneut, Wohnschiffe für Asylsuchende ankern zu lassen.

In Nauen hatte es in diesem Jahr mehrfach Demonstrationen gegen die geplante Aufnahme von Asylbewerbern gegeben. Im Februar war eine Stadtverordnetenversammlung zu diesem Thema massiv von rechtsextremen Demonstranten gestört worden.

Die Sporthalle gehört zum Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landeskreises Havelland. Der Landkreis hatte im Juli angekündigt, dass die Halle der vorübergehenden Unterbringung von Flüchtlingen dienen soll. Vorgesehen war eine Nutzung von September bis Jahresende.

Die Ursache für das Feuer in der geplanten Asylbewerberunterkunft in Baden-Württemberg war zwar noch unklar. Aber auch hier halten die Behörden einen Brandanschlag für möglich.

Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim

Woidke: „Wir werden mit aller Härte gegen die Täter vorgehen!“

Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim: Woidke: „Wir werden mit aller Härte gegen die Täter vorgehen!“

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Von

dpa

Kommentare (36)

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Frau mona mariposa

25.08.2015, 08:29 Uhr

Wenn man ein eigentlich friedliches Land destabilisieren und Unruhe stiften möchte,
kann man nur die Politik der gegenwärtigen Regierung betreiben. Ungehinderte Einwanderung, Beschönigung aller negativen Begleitumstände, Vermeidung jeder Diskussion um die Ursachen der Flüchtlingsströme und Ausgrenzung derjenigen, die sich nicht offen zu dieser Politik bekennen. Insofern erleben wir erst den Anfang gewalttätiger Übergriffe.

Herr Peter Spiegel

25.08.2015, 08:40 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Clemens Keil

25.08.2015, 08:47 Uhr

Die aktuelle Rhetorik insbesondere der CSU, aber auch von de Maizière, sowie das allzu lange Schweigen der Kanzlerin machen alle wohlmeinenden Interpretationen nachgeschobener Differenzierungen zunichte!
Die derzeitige Asylpolitik ist insbesondere in Deutschland noch geprägt von parteiideologisch aufgeladenen Positionen ("Deutschland ist kein Einwanderungsland", "Wer betrügt, der fliegt", "Mia san mia", "massenhafter Asylmißbrauch", "rasanter Kostenanstieg", "rigorose Maßnahmen", "weniger Bargeld") der - auch noch jüngsten - Vergangenheit. Man sollte sich daher nicht wundern, wenn neben der erfreulichen Entwicklung von Befürwortern und Helferkreisen für Flüchtlinge und Einwanderer aber auch Ausländerfeinde, angefeuert von geistigen Brandstiftern ("Bayern soll als Zuwanderungsland unattraktiv werden": PFUI) , weiterhin, und wie die Kriminalitätsstatistiken belegen, verstärkt ihr Unwesen treiben. Und dass diese das fast täglich so treiben können, ist ein unglaublicher Skandal und eine Schande für Deutschland.
Selbst die Wirtschaftsverbände sprechen sich mittlerweile - aufgrund des infolge der demographischen Entwicklung absehbaren Mangels auf dem Arbeitsmarkt - für eine aktive Einwanderungspolitik aus. Und auch Kommunalpolitiker sehen hier eine Möglichkeit, dem "Ausbluten" ihrer Region entgegenzuwirken.
Es wird daher Zeit, vom Schutz der Grenzen auf den Schutz der Menschen umzuschalten und auch Ausländern im biblischen Sinne als unseren Brüdern und Schwestern zu
begegnen. Nicht zuletzt könnten Sie Deine Schwiegersöhne/Töchter, Schwäger/innen, Nichten/Neffen, Cousins/Cousinen etc. sein, wie auch Sigismund Rüstig in seinem Song "Ich bin, ich hab, mia san mia" thematisiert:
http://youtu.be/2AdoJY-VRkw
Viel Spaß beim Anhören!

Und nicht zu vergessen: die CDU und insbesondere Merkel haben vor 14 Jahren das Süssmuth-Konzept für eine moderne, zeitgemäße Zuwanderungspolitik abgeschmettert! Und über das heute sichtbare Chaos werden Krokodilstränen vegossen. Scheinheilig!

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