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02.09.2013

11:08 Uhr

TV-Duell

Erstmals auf Augenhöhe

VonStefan Kaufmann

Unentschieden, so endete das TV-Duell: Kanzlerin Merkel patzt bei Pkw-Maut und NSA-Skandal, Herausforderer Steinbrück beim Thema Rente. Zum Ergebnis gibt es zwei Lesarten.

Politik-Umfrage

Reaktionen auf TV-Duell: „Plattitüden, keine Aussagen, langweilig“

Politik-Umfrage: Reaktionen auf TV-Duell: „Plattitüden, keine Aussagen, langweilig“

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BerlinEigentlich war’s das mit der Bundestagswahl: Angela Merkel gewinnt, Peer Steinbrück verliert. Am Tag nach dem TV-Duell lässt sich kein anderes Fazit ziehen – vorausgesetzt die Politik-Berater, Spin-Doktoren und Politologen behalten recht, die sich in den Tagen vor dem 90-minütigen Schlagabtausch zu Wort gemeldet haben. Denn da waren unter den Experten folgende Sätze Konsens: „Ein Unentschieden reicht Peer Steinbrück nicht.“ Und: „Eine Wahlkampfwende ist nur noch möglich, wenn Angela Merkel mehrere große Fehler macht.“

Nach dem TV-Duell, das laut Branchendienst Meedia 17,64 Millionen Zuschauer (29,1 Prozent Marktanteil) sahen, lässt sich so viel sagen: Die Bundeskanzlerin hat keine großen Fehler gemacht. Und: Die Zuschauerbefragungen nach der Sendung kommen zu einem mehr oder weniger ausgeglichenen Ergebnis. Bei einer von der ARD in Auftrag gegebenen Umfrage von Infratest dimap sehen 49 Prozent Steinbrück und 44 Prozent Merkel als Sieger.

Fakten zur Bundestagswahl

Wie läuft der Wahltag ab?

Mehr als 80.000 Wahllokale gibt es in den insgesamt 299 Wahlkreisen. Damit dort von 8 bis 18 Uhr gewählt werden kann, sind über 600.000 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz - dafür steht ihnen nicht mehr als ein Erfrischungsgeld von 21 Euro zu. Pünktlich um 18 Uhr schließen die Wahllokale, dann beginnt die Auszählung. Erste Hochrechnungen gibt es meist schon wenige Stunden später.

Wer organisiert die Wahl?

Oberster Organisator ist der Bundeswahlleiter. Der wird auf unbestimmte Zeit vom Innenminister ernannt. Traditionell wird regelmäßig der Präsident des statistischen Bundesamtes mit dieser Aufgabe betraut - seit 2008 ist deshalb Roderich Egeler Bundeswahlleiter. Er organisiert nicht nur die Bundeswahlen, sondern überprüft auch die antretenden Parteien und unterstützt die 16 Landeswahlleiter bei der Durchführung der Wahlen auf Landesebene. Auch jeder Wahlkreis hat seine eigene Wahlkreisleitung.

Wer sind die Wähler?

Wählen darf jeder, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und über 18 Jahre alt ist. Bei der Bundestagswahl am 22. September werden das 61,8 Millionen Menschen sein. Nur 3,6 Prozent der Wahlberechtigten sind zwischen 18 und 20 Jahren alt, aber über 20 Prozent der Wahlberechtigten sind 70 Jahre und älter. 51,5 Prozent der Wahlberechtigten sind Frauen.

Wann kommt eine Partei in den Bundestag?

Damit eine Partei bei den Wahlen antreten kann, muss sie vom Bundeswahlausschuss anerkannt werden. Unterschieden wird hier zwischen den „etablierten" Parteien, die seit der letzten Wahl mit mindestens fünf Abgeordneten im Bundestag oder in einem Landtag vertreten sein müssen, und den nicht etablierten Parteien. Nicht etablierte Parteien müssen neben ihren Unterlagen auch Unterschriftensammlungen vorlegen, um zur Wahl antreten zu können.

Um in den Bundestag zu kommen, muss eine Partei mindestens fünf Prozent aller abgegebenen Stimmen erhalten - oder aber drei Direktmandate in den Wahlkreisen holen.

Das Ergebnis lässt sich aber auch so lesen: Kanzlerin und Herausforderer begegnen sich erstmals auf Augenhöhe. Das hat es in den vergangenen Wochen nämlich nie gegeben. Angela Merkels Sympathiewerte liegen sowieso doppelt so hoch wie die des SPD-Kanzlerkandidaten. Inhaltliche Auseinandersetzungen? Fehlanzeige. Bewusst hat sie gemeinsame Auftritte gemieden und es vermieden, den Wahlkampf unnötig anzuheizen, indem sie auf die Attacken des Peer Steinbrück direkt antwortete. So verpufften dessen Vorstöße.

Wer hat das TV-Duell gewonnen?

Beim Duell jedoch muss Merkel ihren Herausforderer nicht nur beim Namen nennen, sondern sich auch auf Themen einlassen, die sie lieber ausgespart hätte. Dabei offenbart sie Schwächen: Beim Thema Pkw-Maut auf deutschen Autobahnen wird sie zum Opfer der CSU, die das Abkassieren von Autofahrern aus dem Ausland zum Wahlkampfschlager gemacht hat. Nicht gerade zu Merkels Freude. Dem Unionsfriede zuliebe lenkt sie im Duell zunächst ab und verschiebt das Thema in mögliche Koalitionsverhandlungen. Es dauert, bis sie sich schließlich doch zu dem Satz durchringt: „Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben.“ 

Kommentare (121)

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manthra

02.09.2013, 07:10 Uhr

Was ist denn das für ein erschöpfter MUTTI-Blick. Wohl genau DER, den die verlorene Nation braucht, um "richtig" wählen zu gehen? Klasse-Foto, danke HB. Freud würde seine wahre Freud-e haben. Schien ja gestern ein Erschöpfungskonzert beider Konsorten gewesen zu sein; feige wie Kids, die etwas verbrochen haben attackierte man sich ganz und garnicht. Sondern wie in einer Waschmaschine wuschen sich die aufgeblähten Floskeln aneinander selbst. Ein gutes Abbild dieser Milchmutti-Nation. Thanks and reset!!

manthra

02.09.2013, 07:11 Uhr

Die BTW 2013 ändert NICHTS, auch wenn man eine Splitterpartei oder AfD wählen würde. Denn das Bestimmen haben amerikanische Großbanken wie JPMorgan, Rothschilds, Rockefellers, Goldman Sachs im autarken, rechtsfreien Raum. Dank Thatcher, Reagan, Clinton, W.Bush....Ein Schröder hat sich GEGEN das Volk gestellt und deren Auftrag erfüllt, Hartz-VI durchzudrücken, gegen SPD-Prinzipien. Barroso, Barnier, Rumpey, aktuell die litauische Ministerpräsidentin und Weidmann zuletzt operieren GEGEN die Bürger. Die sind auch bei Abwahl Merkel noch: DA! Weidmann verlangt zunehmend dringlich die gesetzliche Einbeziehung privater Vermögen, explizit deren Enteignung außerhalb inflationärer und Niedrigzins-gleicher Maßnahmen! - Da wirken Parteischuld-Perspektiven sehr, sehr anachronistisch. Diese Zeiten sind spätestens seit EURO-Einführung vorbei, da der Machtraum größer wurde und: die Währung nur noch Papierwert hat.

Angelika

02.09.2013, 07:29 Uhr

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