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03.04.2014

06:47 Uhr

TV-Kritik Anne Will

„Die goldenen Rentenjahre sind vorbei”

VonRaphael Moritz

Mindestlohn, Rentenreform, Frauenquote – bei Anne Will sind die Fronten klar: Die einen sind für mehr staatliche Eingriffe, die anderen wettern gegen den „Kontrollstaat“. Die Sendung mutiert zum Sprachduell.

Klare Fronten bei Anne Will: Die einen sind für mehr staatlichen Eingriff, die anderen sind dagegen. Foto. Screenshot.

Klare Fronten bei Anne Will: Die einen sind für mehr staatlichen Eingriff, die anderen sind dagegen. Foto. Screenshot.

KölnMan hätte den Ton am Fernseher auch abschalten können, so klar waren die Fronten. Auf der einen Seite: zusammengekniffene Augen und herabgezogene Mundwinkel (Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages), auf der anderen Seite: zustimmendes Nicken in Dauerschleife (Christina Frank, Gewerkschaftssekretärin bei Verdi). Dazwischen: Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) im royalblauen Feincordanzug. Dabei geht es am Mittwochabend beim TV-Talk mit Anne Will in der ARD um genau ihre Themen: Mindestlohn, Rentenreform und die Frage: „Sozialstaat XXL - Ist der Mindestlohn erst der Anfang?”

Noch einige Stunden zuvor billigte das Kabinett den Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles zum flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Für DIHK-Geschäftsführer Wansleben ein eher schlechter Tag: „Es gibt bessere Tage für Deutschland”, sagt er zu Beginn. Vor allem für Jugendliche werde es schwieriger einen Job zu finden, so Wansleben. Nahles steuert gegen: Vor allem durch das bewährte duale Ausbildungssystem wirke sich der Mindestlohn nicht auf die Jugendarbeitslosigkeit aus.

Mehrmals am Abend mutiert die Sendung zum Sprachduell zwischen Arbeitgebervertreter Wansleben und Arbeitsministerin Nahles, doch etwas richtig Neues kommt dabei nicht heraus. So sei die Industrie daran schuld, dass einige junge Menschen nicht ausgebildet würden. Auch beim Fachkräftemangel trage, so Nahles, die Industrie Mitschuld. „Wir sind nicht für jedes Kind verantwortlich, was geboren wird”, ruft Wansleben sauer. Doch etwas richtig Neues kommt dabei nicht heraus.

Es dauert mehr als 30 Minuten und mehrere Einspieler, bis sich die Sendung ihrem eigentlichen Thema nähert, den zunehmenden staatlichen Eingriffen. Vom Mindestlohn über die Frauenquote und die Forderung einer Mietpreisbremse – die Koalitionsversprechen der SPD bedeuten vor allem eines: die Zunahme der staatlichen Regulierung.

Der Historiker Hans-Ulrich Wehler sieht die Regierungsarbeit als Reaktion auf die „Dilemmata, die durch den Neoliberalismus geschaffen wurden.” Auch Wehlers Front ist klar. Er schrieb bereits mehrfach über die soziale Ungleichheit in Deutschland und ist für die Einführung des Mindestlohnes. Menschen könnten, so der Historiker, ohne Regelwerk nicht zusammenleben. Dabei sieht der 82-Jährige vor allem den Bund in der Pflicht: „Zum Staat als mächtigen Akteur sehe ich keine Alternative.”

Kommentare (13)

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03.04.2014, 08:27 Uhr

.” Vielleicht kommt ja schon bald die nächste Reform aus dem Hause Nahles….

Mir läuft es kalt den Rücken runter bei solchen Aussichten.
Geld das man nicht hat wird hirnlos verschossen um sich zu provelieren..

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03.04.2014, 08:28 Uhr

"Die Sendung mutiert zum Sprachduell."

Na, dann ist ja das Konzept der "Krawall-Show" voll aufgegangen. Kompliment!

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03.04.2014, 08:45 Uhr

Jemand der noch einigermaßen seine Sinne beieinander hat und mit offen Augen und Ohren durchs Leben geht rechnet NICHT mit einer Rente !
Der "DEUTSCH" "PERSONAL" Schlafmichel kümmert sich nicht um sein Land und sein Leben.
Also fahren die korrupten Politiker alles an die Wand (in dem nicht souveränen Land).
Ein heftiges Aufwachen ist jetzt BALD garantiert.
Schlaf, Michel schlaf....

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