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15.12.2014

07:00 Uhr

TV-Kritik Günther Jauch

„Pegida ist ein Misstrauensvotum gegen die CDU“

VonMarcel Reich

Welche Bürger gehen für Pegida auf die Straße, warum ist die Bewegung so stark geworden? Das wollte Günther Jauch im Talk am Sonntag herausfinden. Stattdessen wurde seine Sendung eine One-Man-Show des Bernd Lucke.

Landesweite Proteste

Wie rechts ist Pegida wirklich?

Landesweite Proteste: Wie rechts ist Pegida wirklich?

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Woche für Woche gehen in Dresden und auch in anderen deutschen Städten immer mehr Bürger als „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße. Am Sonntagabend wollte Günther Jauch in seiner Talkshow herausfinden, wer diese Demonstranten überhaupt sind, und was sie auf die Straße treibt. Am Ende ging es aber eigentlich nur noch um die AfD.

Für die saß Partei-Chef Bernd Lucke in der Runde. Seine Partei hat als einzige der größeren deutschen Parteien kein wirkliches Problem mit Pegida, noch vor der Sendung verkündete Lucke, dass die Anliegen der Bewegung völlig legitim seien. In der Sendung wollte der Wirtschaftswissenschaftler das dann aber schon nicht mehr so gesagt haben – wie so oft an diesem Abend. So war Luckes Rolle als Pegida-Befürworter schnell gefunden, als sein größter Widersacher in der Runde stellte sich Jens Spahn heraus, Mitglied im CDU-Parteipräsidium. Der wurde eingangs noch mit seinem provokanten „Burkas gehen gar nicht“-Statement vorgestellt, dennoch wollte er sich nicht per se als Islamkritiker verstanden wissen. Burkas seien für ihn eine Unterdrückung der Frau, dabei bleibe er. Sonst stehe er dem Islam offen gegenüber.

Wer nimmt die meisten Flüchtlinge auf?

Anstieg der Flüchtlingszahlen

Aufgrund von internationalen Krisen rechnet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit einem erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen in 2014. Im ersten Quartal 2014 haben rund 108.300 Flüchtlinge in einem der 28 EU-Staaten um Asyl angesucht. Doch kommen die meisten Asylsuchenden, die derzeit über das Mittelmeer nach Europa kommen, wirklich nach Deutschland?

Quelle: Eurostat/ Mediendienst Integration 2014

Platz 9

Griechenland: 2.440 Antragsteller

Platz 8

Ungarn: 2.735 Antragsteller

Platz 7

Österreich: 4.815 Antragsteller

Platz 6

Belgien: 5.065 Antragsteller

Platz 5

Großbritannien: 7.575 Antragsteller

Platz 4

Italien: 10.700 Antragsteller

Platz 3

Schweden: 12.945 Antragsteller

Platz 2

Frankreich: 15.885 Antragsteller

Platz 1

Deutschland: 36.890 Antragsteller

Die übrigen Diskussions-Teilnehmer versuchten zu Beginn, die Ursprünge der Pegida-Bewegung zu finden. So stellte der Dresdner Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Donsbach Ergebnisse einer eigenen Untersuchung vor, nach der jeder fünfte Sachse fremdenfeindliche Tendenzen aufweist. Das fand Ex-Bams-Chef Michael Spreng sehr verwunderlich, angesichts von nur 4000 Muslimen in Sachsen und nur einem Prozent Ausländeranteil in Sachsen: „In Sachsen gegen Islamisierung auf die Straße zu gehen, ist wie auf Sylt gegen Bergbahnen zu demonstrieren. Das gibt es dort ja eigentlich gar nicht.“ Spreng sieht das Problem tiefsitzender, für ihn gehen in Dresden „Frustbürger“ aus sozialen Ängsten auf die Straße.

Ähnlich sieht es die Ex-Bundespräsidentschaftskandidatin Gesine Schwan, die in der deutschen Bevölkerung eine große Ressentimentbereitschaft feststellt, auch in der Mittelschicht. Denn Pegida wird mit Nichten nur von strammen Nazis getragen, vor allem in Dresden gehen ganze Familien auf die Straße, zusammen mit Rentnern und jungen Leuten. „Das Bürger der Mittelschicht zuzuordnen sind, heißt noch lange nicht, dass sie auch Demokraten sind. Wir leben in einer Gesellschaft mit einer hohen Endsolidarisierung. Viele Leute haben Angst, abzustürzen, auch Ingenieure zum Beispiel“, erklärte Schwan. Auch Wolfgang Donsbach sieht in Dresden nach zuletzt nur 2,8 Prozent NPD-Wählern bei der Stadtratswahl keinen Hort des Rechtsradikalismus.

Kommentare (60)

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Herr Günther Schemutat

15.12.2014, 08:16 Uhr

Als Jauch ins Spiel brachte, dass es in Deutschland nur insgesamt 100 Burkaträgerinen gibt, hat er damit seine Sendung als verlogen entlarvt, zumal alle außer Lucke stark zustimmten.

Allein in Hamburg - Billstedt,Wilhelmsburg,Vettel,Harburg etc laufen Hunderte Burkaträgerinnen rum.

Darum war das ganze politischer Angriff gegen Lucke und Pegida, der bei der Burkalüge angreifen hätte sollen und sich bitte nächstes mal besser vorbereitet.

Account gelöscht!

15.12.2014, 08:43 Uhr

Ich frage mich, warum Herr Lucke sich das eigentlich immer noch antut, daß er in derart unfair zusammengesetzten Talkrunden des volksverdummenden Staatsfernsehens auftritt.

Vier gegen einen, das war ja kein einmaliger Ausrutscher bei Herrn Jauch, sondern das ist das übliche Strickmuster, nach dem die diversen Talkrunden zusammengesetzt sind.

Warum verweigern kritische Denker wie Herr Lucke nicht einfach ihre Teilnahme. Sollen sich doch die Talkrunden des Staatsfernsehens in ihrem eigenen Einheitsbrei immer wieder nur im Kreis drehen. Die gähnende Langeweile, die das erzeugen wird, wird sie früher oder später verschwinden lassen.

Lucke und andere kritische Aufklärer sollten m.E. nur noch dann an Fernsehtalkrunden teilnehmen, wenn die Zusammensetzung der Runden einen fairen Gesprächsverlauf mit Rede und Gegenrede erwarten läßt.

Herr Edmund Stoiber

15.12.2014, 08:46 Uhr

Wen wundert's?

10 Milliarden nach Afganistan
50 Milliarden für Beamte

gegenüber

- höchste Staatsquote (Steuern und Abgaben /OECD)
- nach 25 Jahren, kleineres Lohnniveau in Ostdeutschland
- 43% Rentenniveau (ehem. 65%)
- miserable Strassen
- schlechte Krankenversicherung
- Betrügereien beim Altersvorsorge (Riester)
- Altersarmut
- Familienfeindliche Politik (Anz. d. Kinder)

aber...., Flüchtlinge en masse für Millionen/Milliarden

Wie lange erträgt D wir diese Gutmenschen noch?


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