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09.06.2017

08:37 Uhr

TV-Kritik „Maybrit Illner“

Wie viel Ökonomie steckt im Terror?

VonDonata Riedel

Trump versinkt in seinen Skandalen, May verheddert sich im Brexit, islamistischer Terror bedroht Europas Städte: Anlass für Maybrit Illner, nach Europas Antwort auf die Weltkrisen zu suchen. Eine TV-Kritik.

Weil die vielen Facetten der bedrohlichen Weltpolitik – Terror, Trump, Brexit – abzuarbeiten waren, vertraute Illner, die das sonst in ihrer Sendung meist sehr gut kann, ausgerechnet diesmal ihren Gästen nicht. Screenshot ZDF

Talk bei Maybrit Illner

Weil die vielen Facetten der bedrohlichen Weltpolitik – Terror, Trump, Brexit – abzuarbeiten waren, vertraute Illner, die das sonst in ihrer Sendung meist sehr gut kann, ausgerechnet diesmal ihren Gästen nicht.

Vermutlich hat es am späten Termin für das britische Wahlergebnis gelegen, auf das am Donnerstagabend alle mit Höchstspannung warteten: Als die Talkshow „Maybrit Illner“ um 22 Uhr begann, sollte es noch eine Dreiviertelstunde bis zur ersten Prognose dauern. Lieber also über das größere Krisenumfeld um Britannien und die Auswirkungen auf Europa reden, dachte Deutschlands erfahrenste TV-Talkerin wohl.

Ihr Thema – „Brexit, Terror, Bündniskrisen - welche Antwort hat Europa?“ – hätte auch gut funktionieren können mit ihren Gästen, allesamt ausgewiesene Experten und Talkshowprofis: Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok ist Brexit-Beauftragter des EU-Parlaments. Die Politikwissenschaftlerin Sylvie Tempel analysiert messerscharf Ursachen von Terror und die Auswirkungen auf die innere Sicherheit. Der Militärhistoriker Sönke Neitzel kann viel sagen zur schwachen Rolle Deutschlands im Militärbündnis Nato. Und Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart überraschte mit dem Bekenntnis, dass er, wäre er denn Brite, Labour mit dem linken Parteiführer Jeremy Corbyn gewählt hätte - aus ökonomischen Gründen.

Es hätte also eine spannende Runde werden können. Doch leider blieb Illner nicht bei den Punkten „Brexit, Terror, Bündniskrisen“, sondern stopfte auch noch die Kongressanhörung des früheren FBI-Chefs über den mutmaßlichen Zwang, den US-Präsident Donald Trump auf diesen ausgeübt hatte, hinein. 

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Die Moderatorin zeigte also erst einmal einen länglichen  Film über das, was den ganzen Abend schon in jeder Nachrichtensendung zu sehen gewesen war. Der britische Wahlabend wiederum durfte auch nicht bis zu den ersten Prognosen um 23 Uhr im Hintergrund bleiben, sondern wurde mit einer hochspekulativen Schalte zu einem britischen Kollegen vor Ort in die Runde geholt: Ein Viertel der kostbaren Diskussionszeit war so schon weg.

Und weil die vielen Facetten der bedrohlichen Weltpolitik – Terror, Trump, Brexit – ja abzuarbeiten waren, vertraute Illner, die das sonst in ihrer Sendung meist sehr gut kann, ausgerechnet diesmal ihren Gästen nicht. Die wurden einer nach dem anderen zu je einer Facette abgefragt und bekamen kaum Zeit, aufeinander einzugehen.

Was hätte denn Brok zu Steingarts Vorwurf an die britische Schwesterpartei der Union gesagt, dass ausgerechnet die Konservativen die britische Wirtschaft über das Zulassen von zu viel Ungleichheit ruiniert hätten? Man hätte es gern gewusst. Doch Illner fragte weder bei Steingart nach, wieso Corbyn denn besser für Großbritanniens Wirtschaft wäre, noch ließ sie Reaktionen der Runde darauf zu.

Denn das Thema innere Sicherheit stand ja auch noch auf ihrer umfangreichen Frageliste, weshalb sie lieber Sylvie Tempel fragte, was denn die westlichen Staaten besser machen müssten, um Terroranschläge in ihren Städten zu verhindern: Eine bessere Kooperation der europäischen Geheimdienste und ein offeneres Ohr der Polizei für Muslime, die Hinweise auf Radikale in ihren Reihen geben, sagte Tempel.

Kommentare (8)

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Novi Prinz

09.06.2017, 09:13 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Rainer von Horn

09.06.2017, 09:35 Uhr

Vielleicht hätte man mal eher der Frage nachgehen sollen, wieviel Terror denn in unserer Ökonomie steckt, aber OK, diese Frage ist natürlich politisch so was von incorrect, incorrecter gehts ja nimmer.

Herr Jürgen GAST

09.06.2017, 10:43 Uhr


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