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16.02.2013

04:49 Uhr

Über 3.5 Prozent mehr

Metaller fordern heftigen Lohnschub

Im Kampf um höhere Löhne, fordert die IG Metall zusätzliches Geld, um die deutsche Wirtschft anzukurbeln. Auch anderorts deutet sich ein hartes Tarifjahr an. Im Flughafenstreit platzt den Arbeitgebern nun der Kragen.

Archiv-Bild von protestierenden Metallern. Reuters

Archiv-Bild von protestierenden Metallern.

Berlin/FrankfurtDie IG Metall will in der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie kräftige Lohnerhöhungen für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten erreichen. Die Forderung müsse über dem Verteilungsspielraum von 3 bis 3,5 Prozent liegen, sagte IG-Metall-Vize Detlef Wetzel der „Berliner Zeitung“.
„Wenn wir die wirtschaftliche Situation in Deutschland stabilisieren wollen, muss die Binnennachfrage gestärkt werden“, sagte Wetzel. Das derzeitige Wachstum gründe sich vor allem auf den Export, dieser lasse sich aber nicht beliebig ausweiten. „Deswegen kommt auf diese 3,5 Prozent noch was drauf, damit die Konjunktur einen zusätzlichen Schub erhält.“

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Höhere Löhne sollen die Binnennachfrage ankurbeln.

Genauere Angaben zur Höhe der Forderung machte Wetzel nicht. Darüber will der Gewerkschaftsvorstand am 15. März in Frankfurt abschließend entscheiden, zuvor legen die Tarifkommissionen ihre Vorschläge vor. Erste Verhandlungsrunden sind in den Bezirken in der zweiten Märzhälfte geplant.

Die 3 bis 3,5 Prozent stellen laut Wetzel den Spielraum dar, der sich aus Preisanstieg und Produktivitätszuwachs zusammensetzt. „Die Ziel-Inflationsrate der Europäischen Zentralbank beträgt zwei Prozent, die gesamtwirtschaftliche Produktivität erhöht sich mittelfristig um ein bis 1,5 Prozent“, sagte Wetzel. „Damit haben wir drei bis 3,5 Prozent der Forderung berechnet.“

Vor den Gesprächen über einen neuen Haustarifvertrag beim Autobauer Volkswagen hatte sich nach Einschätzung der IG Metall zuletzt eine Forderung von bis zu 6 Prozent mehr Geld abgezeichnet.

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Die Metall- und Elektroindustrie erlebe im Schnitt eine stabile Entwicklung.


Auf die Frage, ob dies eine Orientierungsmarke für die Tarifforderung für die gesamte Metallbranche sei, sagte Wetzel: „Es ist immer eine Orientierung, wenn in großen Unternehmen die Forderung diskutiert wird. Unser Ziel ist dabei auch, dass der Abschluss relativ nah an der Forderung liegt.“

Kommentare (14)

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Gast

16.02.2013, 07:46 Uhr

Jaja, 3% sind ein heftiger Lohnschub. Aber über 18% und 80 Millionen spricht kaum einer

Gast

16.02.2013, 09:16 Uhr

Ein Vertrag basiert auf übereinstimmende Willenserklärung der Vertragspartein. Es ist eine Frechheit die vereinbarte Leistung nach Unterzeichnung nicht zu erbringen!

Account gelöscht!

16.02.2013, 09:36 Uhr

hm, wie wäre es die legal hinterzogenen Steuern der "Multis" auf die Arbeitsnehmer zu verteilen, die könnten dann weniger Steuern zahlen und hätten eine "kostenneutrale" Lohnerhöhung. Mir hat es als ehemaliger Arbeitgeber immer schon weh getan, wenn ich einem guten Mitarbeiter einen Lohn zahle, diesem aber gleich wieder der Staat und Pharmakonzeren so in die Tasche greift, das er von der Belohnung für gute Arbeit nichts hat. Ja, diesem sogar ein Laptop oder andere Geräte als "geldwerter" Vorteil berechnet wird.
Man muß sich über die Forderungen der Gewerkschaften nicht wirklich wundern, eigentlich müßten diese 18% fordern um die Arbeitnehmer angemessen am privatisierten Multi-Millarden Märkten zu beteiligen. Warum sollten diese für die Dummheit der Politiker zahlen, die nicht in der Lage sind, Millarden-Unternehmer richtig zu besteuern?
Lohnforderungen können so schon lange keine private vertragliche Angelegenheit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber mehr sein. Allein die gestiegenen Stromkosten ist eine Umverteilung, die kein Arbeitnehmer oder deren Organisationen beeinflußen kann, aber das Einkommen beschneidet.

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