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11.11.2014

13:30 Uhr

Über aktueller Inflationsrate

Renten könnten um bis zu zwei Prozent steigen

Die Renten in West- und Ostdeutschland könnten um ein bis zwei Prozent steigen. Die Rentenanpassung könnte also über der aktuellen Inflationsrate liegen. Gewissheit darüber gibt es aber erst im Frühjahr kommenden Jahres.

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung dürfte Anfang 2015 von derzeit 18,9 auf 18,7 Prozent vom Einkommen sinken. dpa

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung dürfte Anfang 2015 von derzeit 18,9 auf 18,7 Prozent vom Einkommen sinken.

WürzburgDie gut 20 Millionen Rentner können auf eine Rentenerhöhung im kommenden Jahr hoffen. Die Renten könnten um ein bis zwei Prozent in West- und Ostdeutschland steigen, wie die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Bund, Annelie Buntenbach, am Dienstag in Würzburg sagte. Damit dürfte die Rentenanpassung über der aktuellen Inflationsrate liegen.

Sicherheit gebe es aber erst im Frühjahr kommenden Jahres. Dann lägen alle relevanten Daten vor. Zuletzt hatten die Rentner zum 1. Juli mehr Geld bekommen. Im Osten Deutschlands stiegen die Renten um 2,53 Prozent, im Westen um 1,67 Prozent.

Das Rentenpaket der Großen Koalition

Mütterrente

Etwa 9,5 Millionen Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, bekommen Kindererziehungszeiten in der Rente künftig besser honoriert. Pro Kind sind das ab 1. Juli brutto knapp 28 Euro monatlich mehr im Westen und gut 26 Euro mehr im Osten. Dies ist eine Verdoppelung des bisher bezahlten Zuschlags. Frauen mit jüngeren Kindern sind bei der Mütterrente aber immer noch bessergestellt.

Abschlagsfreie Rente ab 63

Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll schon ab 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können. Begünstigt sind die Geburtsjahrgänge zwischen 1952 und 1963. Phasen kurzer Arbeitslosigkeit sollen mit angerechnet werden, aber nicht in den letzten zwei Jahre vor Beginn der Frührente. Das soll eine Welle von Frühverrentungen verhindern. Selbständige, die in ihrem Berufsleben mindestens 18 Jahre lang Pflichtbeiträge in die Rentenkasse entrichtet haben und danach freiwillig weiterversichert blieben, sollen ebenfalls ab 63 eine abschlagfreie Frührente beziehen können. Das kommt vor allem Handwerkern zugute.

Erwerbsminderungsrente

Wer aus gesundheitlichen Gründen vermindert oder gar nicht mehr arbeiten kann, soll brutto bis zu 40 Euro mehr Rente bekommen. Die Betroffenen werden so gestellt, als ob sie mit ihrem früheren durchschnittlichen Einkommen bis 62 – und damit zwei Jahre länger als bisher – in die Rentenkasse eingezahlt hätten.

Reha-Leistungen

Um Frühverrentungen aus gesundheitlichen Gründen zu verhindern, sollen die bislang gedeckelten Mittel für Rehabilitationsleistungen dynamisiert – also schrittweise erhöht – werden.

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung dürfte Anfang 2015 von derzeit 18,9 auf 18,7 Prozent vom Einkommen sinken. In dieser Größenordnung bewegt sich der Spielraum zur Senkung. Die Bundesregierung hatte eine entsprechende Senkung bereits angekündigt.

Die Absenkung um 0,2 Prozentpunkte bringt eine Entlastung um rund zwei Milliarden Euro, die sich gleichermaßen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer verteilt. Bezogen auf einen Durchschnittsverdiener sei das eine Entlastung um 35 Euro pro Jahr.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

11.11.2014, 15:37 Uhr

Kommt die Entlastung (0,9% Sonderbeitrag) ab Januar 2015 noch hinzu, oder wird dieser Teil der Rente direkt mit einem (% noch unbekannt) Zusatzbeitrag nur zu Lasten der Rentenbezieher verrechnet?

Herr Teito Klein

11.11.2014, 16:29 Uhr

Die Renten könnten im nächsten Jahr steigen
---------------
Und zwar um bis zu 2%.
Realistischer ist wohl ein Anstieg um max. 1,7%.
Denn abgezogen wird 2015 ein sogenannter "Sondereffekt" von 1,1%, da ab 2015 auch die Behindertenrenten mit eingerechnet werden.

Herr Manfred Zimmer

11.11.2014, 19:56 Uhr

"Die Rentenanpassung könnte also über der aktuellen Inflationsrate liegen."

Stimmt das denn?

Nur teilweise! Wenn Rentner sich das alte Handy kaufen, wenn sie alte Videorekorder kaufen, dann liegt die Rentenerhöhung über der Inflationsrate.

Wir aus der Rente die Miete und der tägliche Bedarf zum Lebensunterhalt gedeckt, dann reicht diese Rentenerhöhung bei weitem nicht aus.

Nehmen wir nur die Diätenerhöhung in diesem Jahr. um 830 € monatlich fällt deren Erhöhung aus. Diese Erhöhung entspricht ca. 2/3 des Rentenanspruchs (insgesamt!) eines Durchschnittsrentners, den die Abgeordneten vertreten.

Entweder ist diese Rentenerhöhung zu niedrig oder die Diätenerhöhung zu hoch.

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