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18.04.2012

11:23 Uhr

Über zwei Prozent

Kabinett beschließt Rentenerhöhung ab Juli

Es ist mehr als ein Trostpflaster, aber weniger als erwartet: Die Rentensteigerung fällt in diesem Jahr mehr als doppelt so stark wie 2011 aus. Ob das diesmal die Inflationsrate ausgleichen kann, ist noch offen.

Eine Rentnerin nimmt eine Euro-Münze aus einem Portemonnaie. dapd

Eine Rentnerin nimmt eine Euro-Münze aus einem Portemonnaie.

BerlinErstmals nach drei Jahren können die gut 20 Millionen Rentner in Deutschland wieder mit einem deutlichen Zuschlag rechnen. Er fällt in Ost und West aber unterschiedlich stark aus: Im Osten sind es 2,26 Prozent, im Westen 2,18 Prozent. Das beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch.

Im vergangenen Jahr hatte es einheitlich 0,99 Prozent mehr gegeben, 2010 mussten sich die Rentner mit einer Nullrunde zufriedengeben. Der Rentenerhöhung zum 1. Juli muss noch der Bundesrat zustimmen. Dies gilt aber als reine Formsache.

Mit dem Aufschlag werden die Rentner an der zuletzt guten Wirtschaftsentwicklung und den Lohnzuwächsen des vergangenen Jahres beteiligt, allerdings nicht in vollem Umfang. Im Februar lag die Inflationsrate bei 2,3 Prozent, im März bei 2,1. Aus Sicht des Bundesarbeitsministeriums nehmen die Ruheständler mit der bevorstehenden Rentenerhöhung „Anteil am fortgesetzten wirtschaftlichen Aufschwung 2011, der mit Lohnsteigerungen und einem deutlichen Beschäftigungszuwachs verbunden war“.

Bei einer Monatsrente von 750 Euro ergibt sich im Westen ein Plus von 16,35 Euro, im Osten von 16,95 Euro. Bei 1200 Euro Monatsrente gibt es im Westen 26,16 Euro und im Osten 27,12 Euro mehr.

Der Aufschlag fällt vor allem im Osten deutlich geringer aus als ursprünglich erwartet. Im vergangenen Herbst hatte die Spitze der Rentenversicherung ein Plus von 3,2 Prozent für die Ostrentner und von 2,3 Prozent für die Westrentner prognostiziert. Durch die leicht höhere Steigerung im Osten wird sich der Renten-Rückstand zum Westen minimal verringern.

Zur Erklärung des im Osten geringfügig höheren Zuschlags weist das Ministerium darauf hin, dass der Westen 2010 in der Wirtschafts- und Finanzkrise stärker von der Schutzklausel gegen Rentenkürzungen (Rentengarantie) profitierte als der Osten. Die damals trotz gesunkener Reallöhne unterlassenen Rentenkürzungen werden jetzt mit den Erhöhungen teilweise verrechnet. Im Osten ist dieser „Überhang“ nunmehr abgebaut, im Westen wird er die Rentenerhöhung im kommenden Jahr nochmals beschneiden.

Grundsätzlich sieht das Arbeitsministerium das Rentensystem in gutem Zustand: „Die kräftige Rentensteigerung, die gut gefüllte Nachhaltigkeitsrücklage und die Beitragssatzsenkung zu Beginn des Jahres, die Beschäftigte und Arbeitgeber allein 2012 um 2,6 Milliarden Euro entlastet, sind zusammen Ausweis des stabilen,

Von

dpa

/ HB

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

18.04.2012, 12:20 Uhr

"deutliches " Rentenplus von 2,18%
Das ist ja der totale Wahnsinn.
Hat das HB schon ausgerechnet, wie viel das ist bei einer Rente z. B. von 1.000 €
Das sind ca. 20 €. Und das ist Brutto
Denn davon geht der Beitrag für die Krankenvers. und Pflegevers. ab.
Unterm Strich bleibt, wenn die Rentner Glück haben, dann vielleicht zwischen 12 und 14 €
Toll
Naja, können die Retner mal sonntags zu Kaffee und Kuchen ins Kaffee gehen

Account gelöscht!

18.04.2012, 13:03 Uhr

.....wohl eher die Heizkostennachzahlung abstottern.

Rentner_waehlen_Merkel

18.04.2012, 19:48 Uhr

Dank fortschreitender Demenz wird es aber trotzdem dafür reichen, dass die alten vergreisten Rentner jetzt zum Dank ihr Kreuzchen bei Frau Merkel machen. Immerhin hat sie mal so einen richtig großen Wurf gelandet. Rentenerhöhung unterhalb der Inflationsrate ist keine Rentenerhöhung ihr lieben Rentner. Ihr wurdet nur bestochen, damit ihr eure Wählerstimme an die etablierten Parteien verschenkt. Wenn ihr das gemacht habt, dann hat Frau Merkel in ihrer nächsten Amtsperiode genug Zeit, euch das Geld wieder aus den Taschen zu ziehen. Egal ob ihr CDU oder SPD wählt. Nächstes Jahr gibt es wieder eine große Koalition. Da wird der Ausverkauf Deutschlands vorangetrieben. Dann ist eine Rentenerhöhung ein Exportschlager für die EU-Länder.

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