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18.02.2011

15:43 Uhr

Überfall in Afghanistan

Zwei Bundeswehr-Soldaten in Außenposten erschossen

Ein Angreifer hat in Afghanistan zwei Soldaten in einem Bundeswehr-Lager erschossen - in einer Uniform der afghanischen Armee. Wenn er gar Soldat war, müssten die Sicherheitsmassnahmen drastisch erhöht werden.

Die afghanische Armee - Freund oder Feind der Bundeswehr? Quelle: dpa

Die afghanische Armee - Freund oder Feind der Bundeswehr?

Berlin/KabulBei einem Angriff auf eine Gruppe von Bundeswehrsoldaten innerhalb eines Bundeswehr-Außenpostens in Nordafghanistan ist neben einem 30-jährigen Hauptfeldwebel auch ein weiter Soldat getötet worden. Insgesamt sieben Soldaten wurden bei dem Schusswechsel im Lager „OP North“ mit dem Afghanen verletzt. Der Angreifer trug die Uniform der afghanischen Streitkräfte, teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr am Freitagnachmittag mit.

Einer der getöteten deutschen Soldaten erlag kurz nach dem Angriff seinen Verletzungen. Der Angreifer wurde von den Bundeswehr-Soldaten erschossen. Das Motiv des Angreifers war unklar. Damit kamen seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes 2001 insgesamt 46 deutsche Soldaten ums Leben. 28 davon starben im Gefecht oder bei Anschlägen. Derzeit sind am Hindukusch mehr als 5000 deutsche
Soldaten stationiert. Der Stützpunkt „OP North“ mit derzeit 500 Soldaten gehört zu den gefährlichsten der Bundeswehr. Vergangenes Jahr starben im dortigen Einsatzgebiet fünf deutsche Soldaten.

Die Führung der internationalen Schutztruppe Isaf hat den tödlichen Angriff in Nordafghanistan scharf verurteilt. Der Sprecher der internationalen Truppen Josef Blotz sprach gegenüber Spiegel Online von einem "tragischen Vorfall". Der Angreifer habe eine Uniform der afghanischen Armee getragen und innerhalb des Sicherheitsrings auf die Deutschen gefeuert. Offenbar gehörte er zu einer Gruppe afghanischer Soldaten, die der Bundeswehr beim Ausbau des gefährlichen Außenpostens "OP North" helfen. Bisher sei noch unklar, ob der Schütze tatsächlich ein Soldat war oder ob er die Uniform als Tarnung trug.

Nach Angaben des Sprechers wurden die Standard-Überprüfungen aller afghanischen Soldaten, die mit internationalen Einheiten gemeinsam operieren, in den vergangenen Jahren immer weiter verfeinert. Die Isaf kündigte eine intensive Untersuchung des Vorfalls und auch mögliche Konsequenzen für das so genannte Partnering-Konzept der Nato zur Ausbildung afghanischer Soldaten an. "Sollte sich herausstellen, dass in diesem Fall tatsächlich ein afghanischer Soldat das Feuer eröffnet hat, müssen wir die Sicherheitsmaßnahmen möglicherweise noch einmal überprüfen", sagte Blotz.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Vadder

18.02.2011, 17:04 Uhr

Begreift doch endlich, Deutschland ist als US-Knecht in der arabischen Welt nicht mehr willkommen.Das und nur das ist das Ergebnis von 10 Jahren Bundeswehr am Hindukusch.
Ach so und 46 tote Bundeswehrsoldaten,Vervielfachung der Drogenproduktion und des Handels,totale Korruption der "Verwaltung" usw.,welch eine Bilanz.Also raus da besser heute als morgen.

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