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06.01.2016

12:37 Uhr

Übergriffe auf Frauen

Kölner Polizei ermittelt gegen drei Verdächtige

Nach sexuellen Übergriffen auf Frauen in Köln kommt die Polizei mit ihren Ermittlungen voran: NRW-Innenminister Ralf Jäger gibt bekannt, dass die Beamten drei Verdächtige haben. Details verschweigt er aber.

Nach den massiven Übergriffen auf Frauen wird gegen drei Verdächtige ermittelt. Details will NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) nicht nennen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. dpa

Polizisten am Kölner Hauptbahnhof

Nach den massiven Übergriffen auf Frauen wird gegen drei Verdächtige ermittelt. Details will NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) nicht nennen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Köln, Düsseldorf Nach den massiven Übergriffen auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht haben die Ermittler drei Verdächtige ermittelt. Das sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch in Düsseldorf. Festnahmen habe es noch nicht gegeben. Details wollte er nicht nennen, weil dies die schwierigen Ermittlungen gefährden könnte.

Nach den massiven Übergriffen auf Frauen und Raubstraftaten hatte die Kölner Polizei eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Vor dem Kölner Hauptbahnhof hatten nach Angaben der Polizei in der Silvesternacht kleinere Gruppen von Männern aus einer Menschenmenge heraus Frauen sexuell bedrängt und ausgeraubt.

Die Chronologie der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof

21.00 Uhr

Auf dem Bahnhofsvorplatz und der Domtreppe kommen nach Polizeiabgaben 400 bis 500 augenscheinlich betrunkene Menschen zusammen, sie sind teilweise aggressiv. Unkontrolliert werden Böller und Raketen abgebrannt.

23.00 Uhr

Gedränge vor dem Hauptbahnhof, mittlerweile sind mehr als 1000 Menschen zusammengekommen. Es handelt sich „ausschließlich um junge Männer“, wie die Polizei später berichtet. Nach wie vor werden Raketen abgeschossen, einige davon absichtlich in die Menge. Polizeidirektor Michael Temme beschreibt die Stimmung im Nachhinein als „aggressiv“.

23.15 Uhr

Teile der Menge werden von einigen Menschen eingekreist. Mehrere Handys sollen dabei gestohlen worden sein. Weiterhin werden Raketen und Böller gezündet.

23.30 Uhr

Die Polizei räumt die Domtreppe und den Bahnhofsvorplatz, aus Sicherheitsgründen und um eine Panik zu vermeiden, wie es heißt. Nach ihren Angaben beruhigt sich die Situation.

00.30 Uhr

Nach Angaben des „Kölner Stadt-Anzeigers“ herrscht am Hauptbahnhof eine aggressive Stimmung: Mindestens 200 angetrunkene junge Männer mit ausländischem Hintergrund pöbeln in der überfüllten Bahnhofshalle Passanten an und belästigen zahlreiche Frauen.

00.45 Uhr

Die Lage beruhigt sich laut Polizei zunächst. Der Zugang zum Hauptbahnhof wird wieder freigegeben, der Platz füllt sich erneut. Erste Strafanzeigen von betroffenen Frauen wegen Diebstahls, einige von ihnen berichten laut Polizei von sexuellen Übergriffen aus den Gruppen heraus auf Passanten. Es werden alle Beamten vor dem Hauptbahnhof zusammengezogen, knapp 150 Polizisten sollen im Einsatz sein. Frauen ohne Begleitung werden angesprochen und zum Bahnhofseingang begleitet. Es soll aber auch im Bahnhof Übergriffe geben. Dort ist allerdings nicht die Kölner Polizei zuständig, sondern die Bundespolizei.

04.00 Uhr

Nach Einschätzung der Polizei beruhigt sich die Lage wieder.

08.57 Uhr

In einer Pressemitteilung schreibt die Polizei, die Silvesterfeier „auf den Rheinbrücken, in der Kölner Innenstadt und in Leverkusen [sei] friedlich“ verlaufen. Die Vorgänge am Dom werden nicht erwähnt.

02. Januar, 17.00 Uhr

Kölns Polizei informiert jetzt auch über die Übergriffe. Es seien Anzeigen von 30 Betroffenen erstattet worden, eine Ermittlungsgruppe wird eingerichtet.

Dem Aussehen nach sollen sie aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum stammen. Bei der Polizei gingen bereits mehr als 100 Strafanzeigen ein. Die Behörde hatte wiederholt darum gebeten, dass sich weitere mögliche Opfer der Straftaten melden.

Auch in Hamburg hatte es in der Silvesternacht Übergriffe auf Frauen und Diebstähle gegeben. Bis Mittwoch stieg in der Hansestadt die Zahl der angezeigten Straftaten deutlich an - auf 53, wie die Polizei mitteilte. Mehr als 50 Hinweise würden derzeit ausgewertet. Auch in Hamburg bat die Polizei darum, dass sich mögliche weitere Opfer und Zeugen bei den Ermittlern melden.

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