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23.01.2011

10:28 Uhr

Überlastete Stromnetze

Gehen in Deutschland bald die Lichter aus?

Gehen in Deutschland künftig öfter mal die Lichter aus? Das Bundeswirtschaftsministerium warnt vor schwerwiegenden Störungen der Stromversorgung. Das liegt am rasanten Zuwachs bei Energie aus Sonne und Wind - vor allem aber am schleppenden Ausbau der Stromnetze.

Netz an der Kapazitätsgrenze: Das Bundeswirtschaftsministerium warnt vor schwerwiegenden Störungen der Stromversorgung. Quelle: dpa

Netz an der Kapazitätsgrenze: Das Bundeswirtschaftsministerium warnt vor schwerwiegenden Störungen der Stromversorgung.

HB BERLIN. Das Risiko von Stromausfällen in Deutschland wächst: Das Bundeswirtschaftsministerium befürchtet schon in naher Zukunft gravierende Störungen im deutschen Stromnetz. Grund seien fehlende neue Überlandleitungen - etwa wegen des Widerstands der Bevölkerung. Dies geht aus dem neuen Elektrizitätsbericht von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Auch die "Bild"-Zeitung (Samstag) berichtete darüber.

Das Netz sei schon jetzt zeitweise bis an seine Kapazitätsgrenzen ausgelastet. Werde der Netzausbau angesichts des starken Zuwachses bei den erneuerbaren Energien nicht beschleunigt, bedrohe dies die Sicherheit der Stromversorgung, heißt es in dem Bericht. Dem Gutachten liegen Ergebnisse zugrunde, die auf Untersuchungen im Zeitraum Juni 2009 bis März 2010 beruhen.

Bis 2015 sei keine Gefährdung der Versorgungssicherheit zu erwarten - sofern das Netz fristgerecht ausgebaut werde, heißt es in dem Bericht: "Das zeitliche Auseinanderlaufen des rasanten Zubaus von Erneuerbaren-Energien-Kapazitäten mit dem nur schleppend verlaufenden Ausbau der Stromnetze wird zunehmend zu strukturellen Problemen und Risiken für die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland führen, falls keine geeigneten Maßnahmen in der nahen Zukunft getroffen werden."

Die Stabilitätsgrenzen des elektrischen Systems seien "bereits heute punktuell zeitweise erreicht": Vor allem der Ausbau der Windenergie an Land und vor den Küsten erfordere neue und zusätzliche Stromleitungen. Sollte der Netzausbau nicht beschleunigt werden, bestehe in den kommenden Jahren die Gefahr, dass "das Sicherheitsniveau im Hinblick auf die Systemstabilität abgesenkt wird".

Kommentare (5)

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WunderPunkt

23.01.2011, 12:11 Uhr

...ganz sicher nicht in Deutschland. Dafür aber bei Herrn brüderle wenn er weiter so eine Panik verbreitet. Durch die Privatisierung der Energieversorger wurde der Ausbau der Netze jahrelang vernachlässigt. Die Netze gehören wieder in verantwortungsvolle Hände die den Ausbau strategisch und nach dem bedarf ausbauen können und nicht auf die Rendite achten müssen.
Und wenn Leitungen an Wohngebieten vorbei verlegt werden müssen gibt es Alternativen zu Freileitungen. Die sind halt ein wenig teurer. Die Anbieter sollen sich mal was einfallen lassen...

neherw

23.01.2011, 12:26 Uhr

Lösung: in Norddeutschland von Windenergie
Wasserstoff durch Elektrolyse erzeugen. Der Wirkungsgrad soll schon über 80% liegen.
Warum kommt da keine drauf? Zuerst wieder irrsinnigen Schrott von Akkus erzeugen, dann denken

Denkerist

23.01.2011, 13:45 Uhr

in diesem Jahr hat das Kartell aus den 4 Stromversorgern und ihren billigmarken wieder die Strompreise erhöht. Oft hörte man von Kosten des Netzausbaus.
Aber spätestens nach dem Stromausfall im Münsterland wissen wir es besser.
Die Strompreise werden an der Strombörse über eine künstliche Verknappung manipuliert.
Alles was an Strompreiserhöhungen kommt fließt in die Gewinne der Konzerne. investiert wird nichts. Und wenn dann wird nach Fördermitteln gerufen - notfalls über einen senil wirkenden Minister.

Es wird Zeit, daß die gelben Handlanger der Wirtschaft verschwinden und über Alternativen nachgedacht wird. Vielleicht sogar eine Verstaatlichung der Netzte und die Freigabe für europäische Anbieter - was nicht nur für Strom sondern auch für Gas gilt.

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