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15.11.2012

15:03 Uhr

Überraschung im Gericht

Ex-Grünen-Schatzmeister ein Zuhälter?

Neben der Klage wegen Veruntreuung von Parteigeldern könnte dem Ex-Schatzmeister der Brandenburger Grünen neuer Ärger ins Haus stehen. Christian Goetjes steht im Verdacht als Zuhälter eines Escort-Service zu arbeiten.

Ist der Ex-Schatzmeister der Brandenburger Grünen, Christian Goetjes, im Rotlicht-Milieu aktiv? dpa

Ist der Ex-Schatzmeister der Brandenburger Grünen, Christian Goetjes, im Rotlicht-Milieu aktiv?

PotsdamArm wie eine Kirchenmaus - so stellt sich der wegen Veruntreuung von Parteigeldern angeklagte Ex-Schatzmeister der Brandenburger Grünen in seinem Prozess dar. Doch am Donnerstag gab es eine Überraschung vor der Landgericht Potsdam: Christian Goetjes soll in Berlin als Zuhälter einen Escort-Service mit bulgarischen Prostituierten betreiben. Hinweise leitete das Landeskriminalamt Berlin an die Brandenburger Ermittler weiter, wie der Vorsitzende Richter Jörg Tiemann sagte. „Es gibt Anhaltspunkte, dass der Angeklagte Huren für Haus- und Hotelbesuche vermittelt.“

Der 34-Jährige muss sich vor Gericht verantworten, weil er 2010 und 2011 knapp 274 000 Euro aus der Parteikasse abgezweigt haben soll. Zum Prozessauftakt hatte er zugegeben, sich systematisch bedient zu haben - angeblich, um zwei befreundeten Prostituierten zu helfen. Sich selbst stellte der Angeklagte als mittellos dar, der von Hartz IV lebe.

Anklage gegen Ex-Schatzmeister: Grünen-Politiker veruntreut Parteigelder für Prostituierte

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Fast 270 Mal hat Goetjes zugeschlagen – und über eine Viertelmillion Euro eingesteckt.

Die neuen Unterlagen - den Fall brachte eine Frau mit einer Anzeige ins Rollen - zeichnen hingegen ein anderes Bild. Danach soll Goetjes Prostituierte über zwei Internetadressen vermitteln. Termine soll er über ein Telefon gemacht haben, das auf den Namen seiner Mutter angemeldet ist. Zudem soll er die Frauen selbst zu den Freiern fahren, den Preis festlegen und die Hälfte selbst kassieren. Goetjes schwieg zunächst zu den Vorwürfen. Sie könnten in ein weiteres Verfahren gegen ihn münden - allerdings in Berlin. Im Potsdamer Prozess sind sie für die Glaubwürdigkeit des Angeklagten und seines Geständnisses von Belang.


Von

dpa

Kommentare (10)

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Micha

15.11.2012, 15:31 Uhr

Wen wundert das wirklich, bei einer Partei die zum großen Teil aus Kommunisten besteht und die unter dem Deckmantel des Naturschutzes auf Stimmenfang geht. Wasser predigen und Wein saufen. Ich denke da nur an die Bonusmeilen von Cem...

erster_Preis_in_Dummheit

16.11.2012, 10:54 Uhr

Einen mittellosen Hartz4 Empfänger als Schatzmeister anzustellen, denn so stellt sich die Sachlage doch vordergründig dar, wie dumm kann man eigentlich sein?

So etwas können nur Grüne bewerkstelligen! Solche Leute sollte man sicherlich wählen, da kommt ganz bestimmt etwas Vernünftiges heraus.

scharfschuetze

16.11.2012, 11:07 Uhr

In Baden-Württemberg haben sie sogar einen zum Minister gemacht, der weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch ein abgeschlossenes Studium hat.

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