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15.01.2015

08:28 Uhr

Ukraine-Konflikt

Steinmeier: Friedensprozess nur sehr langsam

Die Krise in der Ostukraine scheint sich wieder hochzuschaukeln. Die Friedensbemühungen werden jedoch laut Steinmeier nur schrittweise vorankommen. Grund: Der Berg an Konflikten, die gleichzeitig beigelegt werden müssen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier glaubt an langsame Fortschritte in der Ukraine-Krise. Reuters

Außenminister Frank-Walter Steinmeier glaubt an langsame Fortschritte in der Ukraine-Krise.

HannoverAngesichts der verschärften Situation in der Ostukraine hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier Hoffnungen auf rasche Fortschritte in der Krise gedämpft. „Das Problem ist, dass wir gleichzeitig über die Festlegung der Waffenstillstandslinie, den Rückzug von schweren Waffen und ausländischen Kämpfern, den Zugang für humanitäre Hilfe und den Austausch von Gefangenen reden“, sagte der SPD-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag). Ein Vorankommen werde es nur in kleinen Schritten geben. „Es ist eine unglaublich komplizierte Gemengelage“, sagte Steinmeier.

Der OSZE zufolge verschlechterte sich die Lage in der Region zuletzt „bedeutend“. Die in der Region verhängte Waffenruhe wird immer wieder gebrochen. Gespräche über eine Beilegung des Konflikts waren zuletzt ins Stocken geraten.

Die Gefahr, die von der Krise für Europa ausgehe, sei „noch längst nicht gebannt“, warnte Steinmeier weiter. Entschärfen lasse sich die Situation nur, wenn sich sowohl Russland als auch die Ukraine ernsthaft um einen dauerhaften Waffenstillstand bemühten. „Es muss beiden klar sein, dass es keine militärische Lösung des Konflikts geben kann“, sagte der Außenminister der Zeitung weiter. Die Bundesregierung werde deshalb alles tun, „damit es nicht zu einem erneuten Rückfall in die großflächige militärische Konfrontation kommt“.

In einer Telefonkonferenz am Mittwochabend hatten auch Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko die Wichtigkeit betont, sich umgehend auf eine umfassende Waffenruhe zu einigen. Ein rasches Treffen der Kontaktgruppe, die sich aus den Unterzeichnern des Minsker Protokolls vom September 2014 zusammensetzt, erachteten alle Gesprächsteilnehmer daher als wichtigen nächsten Schritt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Dies könnte den Weg zu einem Treffen auf höherer Ebene bereiten.

Nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte Merkel zuvor die Hoffnung auf ein Gipfeltreffen mit den Präsidenten der Ukraine, Russlands und Frankreichs geäußert. Dafür müsse es aber genügend Aussichten auf wirkliche Resultate geben, sagte sie am Mittwoch in Berlin. „So weit sind wir noch nicht. Aber es wird mit aller Kraft daran gearbeitet“, betonte sie.

Nach Darstellung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zogen einzelne Länder ihre Beobachter aus der Krisenregion ab. Die Regierungstruppen und die Separatisten warfen sich gegenseitig vor, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Die Aufständischen teilten mit, es seien erneut mindestens fünf Zivilisten getötet worden. Das ukrainische Militär warf den Separatisten vor, bei Kämpfen schwere Artillerie einzusetzen. Ein Soldat sei getötet worden, hieß es.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Vittorio Queri

15.01.2015, 09:29 Uhr

>> Steinmeier: Friedensprozess nur sehr langsam >>

Steinzeitmeier sollte endlich mal registrieren, dass man weiß, dass Deutschland und Frankreich im Ukraine-Konflikt nur eine sehr geringe Nebenrolle spielen, eher eines überflüssigen Statisten, der der Lösung des Problems in keiner Weise beitragen kann.

An dieser Tatsache, die sich bereits im Februar '14 bei der Unterzeichnung der Protokolle mit Janukowitsch offenbart hat, hat sich nichts geändert und wird sich auch nichts ändern !

Die Musik bei diesem Konflikt spielt zwischen den USA und Russland, wobei Russland eine sehr fragliche Rolle eines Diskutierens um NICHTS einnahm ( die Minsker Verhandlungen und Absprachen waren die reinste Illusion und Utopie ) und die USA sich auf die Lauer gelegt haben.

Als Ergebnis der letzten 4 Monate kann man konstatieren, dass die Russen gelabert haben, die USA den Ukrainern als Berater zur Seite stand und die Ukraine hat sich neu formiert und aufgestellt in diesem Konflikt.

Die Einsatzbereitschaft der Armee ist wieder hergestellt, die technische Nachrüstung ist vollzogen und die Junta ist zum erneuten Schlag gegen Novorossia bereit.

Sie erwarten nur noch das Zeichen ihres Herrchen aus Washington.

Beim erneuten Aufflammen der Kämpfe, die kurz bevorstehen, wird Russland in die Ukraine einmarschieren müssen, um die Vernichtung der Aufständischen in Novorossia, was wiederum zu einem Maidan in Russland selbst führen würde, zu verhindern, bzw. Russland wird gezwungen sein, ein aktiver Teilnehmer des Krieges zu werden.

Was das alles für den Rest der Welt und insbesondere für Europa bedeuten würde, kann keiner mehr übersehen...die Kriegsgefahr in Europa kann dabei sehr schnell zu Realität werden.

Unsere Politoligarchen haben durch ihren Dilettantismus, Vasallen-Mentalität zu USA Europa wieder an den Rand eines heißen Krieges geführt.

Man darf erwarten, dass die Russischen "Iskanders" demnächst auch in Berlin und Paris einschlagen werden.

Und weil wir alle Charlie sind !

Herr Peter Spiegel

15.01.2015, 09:59 Uhr

Murksel hat doch gerade Geld locker gemacht um den Konflikt
weiter am Kochen zu halten. Dieser Steinmeier gibt den
Friedensengel für die ganz Blöden oder kann er erklären wieso sein Regime den Krieg weiter anheizt. Eines ist sicher und auch Trost: Murksel und dieser Herr fliegen mit in die Luft.

Herr Heiner Schürmann

15.01.2015, 10:27 Uhr

Wenn man die Frage stellt, wer an der Verschärfung des Konfliktes in der Ukraine Interesse haben kann, gibt es nur einen Profiteur: Die USA. Während Steinmeier sagt: „Es muss…..klar sein, dass es keine militärische Lösung geben kann“, setzen Jazenjuk und Poroschenko auf Konfrontation. Allem Verbalradikalismus zum Trotz ist es beiden durchaus klar, dass sie einen Krieg militärisch nicht für sich entscheiden können. Im Auftrag der USA müssen sie aber den Konflikt virulent halten und möglichst Russland immer weiter in die Auseinandersetzung verstricken. Es ist weder ein Geheimnis noch Inhalt einer Verschwörungstheorie: Eine Annäherung der EU an Russland ist der geostrategische Albtraum der USA und mit allen Mitteln zu verhindern. Und wenn wir Europäer uns nicht langsam aus unserer selbstverschuldeten Unmündigkeit befreien, wird uns vor Augen geführt werden, was es heißt: Mit allen Mitteln.

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