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30.07.2015

09:04 Uhr

Ukraine-Krise

20 Millionen mehr für Bundeswehr-Manöver

Die Zahl der Bundeswehrsoldaten in Auslandseinsätzen sinkt – dafür übt die Truppe jetzt wieder mehr. Dabei geht es aber nicht nur um Training, sondern auch um Abschreckung. Der zusätzliche Aufwand kostet.

Das größte Nato-Manöver des Jahres steht noch bevor und findet in Südwesteuropa statt. dpa

Übung in Polen

Das größte Nato-Manöver des Jahres steht noch bevor und findet in Südwesteuropa statt.

BerlinWegen der Ukraine-Krise gibt das Verteidigungsministerium in diesem Jahr 20 Millionen Euro zusätzlich für Manöver der Bundeswehr aus. Grund für die Aufstockung der Mittel von 70 auf rund 90 Millionen Euro seien die Nato-Übungen im östlichen Bündnisgebiet, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Insgesamt schickt die Bundeswehr in diesem Jahr 154 000 Soldaten in internationale Manöver. Das sind etwas weniger als die 160 000 Soldaten im vergangenen Jahr, aber mehr als doppelt so viele wie 2013 mit rund 73 000 Soldaten. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der dpa vorliegt.

Damit soll die Bundeswehr attraktiver werden

Prämien und Zuschläge

Die Bundesregierung will die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands machen. Hier wichtige Punkte des gebilligten Gesetzentwurfs.

Prämien und Zuschläge

Um hoch qualifiziertes Personal zu binden, soll auch die Bundeswehr künftig Prämien und Zuschläge auszahlen können. Diese sollen 20 Prozent der ersten Stufe des Grundgehalts betragen, über einen Zeitraum von vier Jahren.

Beförderungschancen

Für die 42.450 Zeitsoldaten mit Mannschaftsdienstgraden sollen Aufstiegschancen verbessert werden. Statt bisher 20 Prozent von ihnen sollen künftig bis zu 50 Prozent die höchste Laufbahnstufe erreichen können.

Altersversorgung

Durch eine Nachversicherung sollen die Renten für Zeitsoldaten verbessert werden. Damit sollen sie zivilen Arbeitnehmern gleichgestellt werden.

Mehr Teilzeit

Bisher können nur Soldaten mit Kindern unter 18 Jahren oder für die Pflege eines Angehörigen Teilzeit arbeiten. Künftig soll es keine Beschränkungen mehr geben.

41-Stunden-Wochen

Erstmals wird es bei der Bundeswehr eine gesetzlich geregelte Arbeitszeit von 41 Stunden in der Woche und Regeln für die Vergütung von Überstunden geben.

Sold

Der Wehrsold soll zum 1. November 2015 um 60 Euro erhöht werden. Das entspricht rund sieben Prozent des derzeitigen Solds von 777 bis 1146 Euro pro Monat.

Erschwerniszulagen

Für besonders schwere Jobs, etwa Minentaucher oder Arbeitsplätze im Bunker, sollen 20 teilweise seit Jahren unveränderte Zuschläge um bis zu 40 Prozent erhöht und drei neue Erschwerniszulagen eingeführt werden. Davon sollen insgesamt 22.000 Soldaten und 500 Zivilbeschäftigte profitieren.

In Polen und dem Baltikum nehmen 4400 Soldaten an 16 Manövern teil. Diese Übungen sind als Rückendeckung für die an Russland grenzenden Nato-Partner gedacht, die sich von ihrem mächtigen Nachbarn bedroht fühlen.

Das größte Nato-Manöver des Jahres steht noch bevor und findet in Südwesteuropa statt. Vom 28. September bis zum 16. Oktober werden mehr als 30 000 Soldaten aus etwa 35 Ländern an der Übung „Trident Juncture“ in Italien, Spanien und Portugal teilnehmen. Darunter werden auch 3000 Bundeswehrsoldaten sein. Das sind mehr, als in allen Auslandseinsätzen der Bundeswehr zusammen.

Die Linken-Abgeordnete Heike Hänsel kritisierte vor allem die Manöver in Osteuropa scharf. Sie seien darauf angelegt, „die Spannungen mit Russland zu verschärfen und die Friedensordnung in Europa zu gefährden“, sagte sie. Das Geld sollte sinnvoller für die verarmte ukrainische Bevölkerung oder Kriegsflüchtlinge ausgegeben werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Frau Margrit Steer

30.07.2015, 13:38 Uhr

Da bereitet Flinten-Uschi wohl den 3. WK vor?
Na toll.

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