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01.05.2012

12:17 Uhr

Ukraine unter Druck

Politiker wollen EM nach Deutschland verlegen

Gibt es einen Plan B, mit dem sich die Fußball-EM aus der Ukraine nach Deutschland verlegen ließe? Das Innenministerium sagt nein. Die Polizeigewerkschaft sagt ja - und hält es selbst jetzt noch für machbar.

Die Fußball-EM soll in sechs Wochen in der Ukraine und in Polen stattfinden. dpa

Die Fußball-EM soll in sechs Wochen in der Ukraine und in Polen stattfinden.

BerlinDie menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Erika Steinbach schlug eine Verlegung der ukrainischen EM-Spiele vor. „Eine Verlegung der Spiele von der Ukraine nach Polen, Österreich oder Deutschland wäre das richtige politische Signal an die undemokratische Regierung in Kiew. Das würde den größten Druck erzeugen“, sagte Steinbach der „Bild am Sonntag“. FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte der Zeitung: „Sollte es Alternativen zu den Spielstätten in der Ukraine in Polen geben, muss man diese ernsthaft und schnell überprüfen.“

Eine Verlegung von Spielen der Fußball-Europameisterschaft aus der Ukraine nach Deutschland wäre nach Ansicht der deutschen Polizeigewerkschaften kurzfristig möglich. „Bereits vor mehr als einem Jahr haben sich Vertreter von Uefa, DFB und Bundesinnenministerium an einen Tisch gesetzt, um ein Krisen-Szenario zu entwickeln“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, der „Bild am Sonntag“.

„Fakt ist: Es gibt in der Schublade einen Alternativplan. Danach ist Deutschland in der Lage, kurzfristig die ukrainischen EM-Spiele zu übernehmen. Die Zeit dafür würde auch jetzt noch ausreichen.“ Solche Pläne seien normal, wenn Großveranstaltungen in politisch instabilen Ländern stattfänden, betonte Witthaut. Dagegen zitierte die Zeitung einen Sprecher des Bundesinnenministeriums mit den Worten, ein Krisenplan zur Übernahme eines Teils der EM-Spiele sei ihm nicht bekannt.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, sagte der „Bild am Sonntag“, er halte die deutsche Polizei für ausreichend gerüstet, um ein sportliches Großereignis wie die EM kurzfristig abzusichern. „Deutschland wäre bereit. Wir würden das sofort schaffen. Zwar steht die Polizei immer unter Belastungen, aber in einem solchen wichtigen und dringenden Fall hätten wir die Manpower und das Know-how.“

UEFA-Turnierdirektor Martin Kallen hatte einen kurzfristigen Wechsel von Spielen der Fußball-Europameisterschaft von der Ukraine nach Deutschland am Montag ausgeschlossen. „Das bekäme man in so kurzer Zeit nicht hin“, hatte er der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt. Sollte eine EM nicht durchführbar sein, müsste das Turnier in ein anderes Jahr verschoben werden.

Kommentare (16)

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TNT

01.05.2012, 04:40 Uhr

Handelsblatt: "Dagegen zitierte die Zeitung einen Sprecher des Bundesinnenministeriums mit den Worten, ein Krisenplan zur Übernahme eines Teils der EM-Spiele sei ihm nicht bekannt."

Einer lügt - entweder die Politik oder die Polizei. Ich ordne die Aussage des Innenminister in die Kategorie "der Euro ist sicher" ein.

Pssst

01.05.2012, 10:20 Uhr

Heuchlerisch von Deutschland!!! Hier gehts gar nicht um Timoschenko, denn wo war der Aufschrei als sie inhaftiert wurde?

Nun dass Geheimnis: Putin sagt zu Schröder, Schröder wir haben immer Ärger mit der Ukraine, also wenn ihr weiter Gas von uns wollt, dann fangt an, die Ukraine zu kritisieren!

Als nächstes sagt Putin, wollt ihr weiterhin Gas haben, dann schenkt uns euer Wissen und beim nächsten Mal, greift mal wieder Polen an.

Deutschland wird zur Marionette, der lieben Rohstoffe zum Willen. Ist man erstmal angefixt und hängt an der Nadel, ja dann wird's schwer wieder davon wegzukommen.

Aber vielleicht haben die Maya's ja recht und ab 21.12.2012 laufen die Uhren wieder anders?

Matthes

01.05.2012, 11:03 Uhr

Deutschland braucht die EM nicht. Und braucht sich auch nicht so wichtig zu machen. Die Ukraine wurde trotz ihrer Einstellung zu den Menschenrechten gewählt und sollte die EM auch abwickeln. Nur wegen einer Dame diesen Populismus abzufahren ist Größenwahn.

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