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13.10.2017

01:43 Uhr

Umfrage

75 Prozent der Deutschen rechnen mit Jamaika-Koalition

Der Großteil der Deutschen geht laut einer Umfrage davon aus, dass ein Jamaika-Bündnis gelingen wird. Vor der Bundestagswahl sah das noch anders aus. EU-Kommissar Oettinger sieht gar ein mögliches Langfrist-Projekt.

In den Augen vieler Bürger ist eine Jamaika-Koalition machbar. Reuters, Sascha Rheker

Jamaika-Koalition

In den Augen vieler Bürger ist eine Jamaika-Koalition machbar.

BerlinTrotz großer Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien gehen einer Umfrage zufolge drei Viertel der Bundesbürger vom Zustandekommen einer Jamaika-Koalition aus. Wie die am Donnerstag veröffentlichte Erhebung von Infratest dimap für die ARD ergab, rechnen 75 Prozent mit einem Bündnis von CDU/CSU, FDP und Grünen, während 21 Prozent an ein Scheitern der Gespräche glauben.

Zugleich stehen die Bürger der Allianz demnach offener als vor der Bundestagswahl gegenüber: 57 Prozent fanden eine Jamaika-Koalition sehr gut oder gut. Eine Fortsetzung der großen Koalition befürworteten 33 Prozent.

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Die Gespräche über ein Bündnis sollen kommende Woche beginnen. Wichtigster Streitpunkt könnte die Einwanderungspolitik und besonders der Familiennachzug für Flüchtlinge sein.

Bei der politischen Stimmung gibt es im Vergleich zur Bundestagswahl im September den Demoskopen zufolge nur wenig Bewegung. Die Union, die 32,9 Prozent erreicht hatte, bliebe mit 32 Prozent stärkste Kraft. Die SPD kommt auf 20 Prozent und liegt damit einen halben Prozentpunkt unter ihrem Wahlergebnis. AfD und FDP landen bei elf Prozent (zuvor 12,6 beziehungsweise 10,7 Prozent). Linkspartei und Grüne kommen beide auf zehn Prozent.

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Auch der EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) geht davon aus, dass sich Union, FDP und Grüne schnell auf ein Jamaika-Bündnis einigen. Er sei „optimistisch, dass bis Weihnachten alles steht“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Bei allen vier Partnern ist der gute Wille erkennbar vorhanden. Und der Wählerwille ist eindeutig: Jamaika soll kommen.“

Oettinger sieht in diesem Bündnis sogar die Chance auf eine dauerhafte Zusammenarbeit der Partner: „Wenn es Jamaika gelingt, den Menschen die Angst vor der Zukunft zu nehmen, dann hat dieses Bündnis eine Zukunft über diese Legislaturperiode hinaus.“

Heimat könne thematisch ein verbindendes Element für die Koalition mit vier Parteien werden, sagte Oettinger. „Was wir Christdemokraten 'Bewahrung der Schöpfung' nennen, hat große Schnittmengen mit dem, was Grüne als nachhaltigen Umgang mit der Natur bezeichnen“, sagte er. Insofern könne Heimat „ein entscheidender Leitgedanke“ für Jamaika sein. Kommende Woche beginnen die Sondierungen zwischen den Parteien.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Günther Heck

13.10.2017, 10:17 Uhr

Grüne Bazillen vetragen auch nicht alle Parteien. Die SPD steht gegenwärtig vor einem Trümmerhaufen. Im Osten ist sie völlig indiskutabel. Und auch einer Merkelchen Partei scheint das schlechteste Wahlergebnis nach 1949 noch nicht schlecht genug zu sein.

Die Merkelchen Nachfolger werden dann ihre Wunden nach dem Jamaikaurlaub lecken müssen.

Herr Günther Schemutat

13.10.2017, 11:14 Uhr

Na wenn 75 % der Deutschen von 61 Millionen Deutschen stand heute die Jamaika als Erfolg sehen , dann bin ich beruhigt und erstaunt. Was die 21 Millionen anderen Menschen aus 180 Völkern bei uns darüber denken , kann ich ohne Umfragen sofort sagen.

Nichts!

Als man vor Jahren im Fernsehen darüber nachdachte, Quiz Shows zu bringen
im XXL Format auf allen Kanälen , da war der Wähler geboren .

Heute sind die Fernsehzuschauer schon so dressiert, dass sie jede Frage mit Hintergrund Antwort beantworten können wie der Gegenüber es hören will.

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