Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2017

13:27 Uhr

Umfrage bei CSU-Anhängern

Merkel beliebter als Seehofer

Auf der Beliebtheitsskala schneidet die Kanzlerin bei CSU-Anhängern besser ab als Horst Seehofer. Der bayerische Ministerpräsident hingegen gewinnt bei AfD-Anhängern an Sympathie – fast so viel wie Parteichefin Petry.

Laut einer aktuellen Umfrage ist bei CSU- Anhängern die Bundeskanzlerin beliebter als der CSU-Chef. dpa

Horst Seehofer und Angela Merkel

Laut einer aktuellen Umfrage ist bei CSU- Anhängern die Bundeskanzlerin beliebter als der CSU-Chef.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel ist nach einer Umfrage bei den CSU-Anhängern beliebter als der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer. Nach der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung von Forsa für den „Stern“ liegt CDU-Chefin Merkel in der Beliebtheitsskala mit 72 Punkten vor Seehofer mit 69 Punkten. Der CSU-Chef, der seit Monaten die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin kritisiert und die Einführung von Obergrenzen fordert, ist in der den Migranten-Zuzug entschieden ablehnenden AfD fast so beliebt wie deren Parteichefin Frauke Petry. Seehofer kommt unter AfD-Anhängern auf 59 Punkte, Petry auf 61.

CDU und CSU – Streit unter Schwestern

Parteichefs

Aus früheren Jahren sind vor allem Zerwürfnisse zwischen den früheren Parteichefs Helmut Kohl (CDU) und Franz Josef Strauß (CSU) in Erinnerung. 1976 hatte die CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth beschlossen, ihre Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag aufzukündigen, um sich auf die ganze Bundesrepublik ausdehnen zu können. Nach dreiwöchigem Streit fanden die Parteien wieder zusammen.

Sozialpolitik

2004 war vor allem die Sozialpolitik Reizthema. Nach monatelangem Streit einigten sich CDU-Chefin Angela Merkel und der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber auf einen Gesundheitskompromiss. Noch wenige Wochen zuvor hatte Stoiber die Eckpunkte des CDU-Modells als „unannehmbar“ kritisiert. Auch der damalige Unionsfraktionsvize Horst Seehofer hatte mit wiederholter Kritik an der CDU für Verstimmungen gesorgt.

Steuerpolitik

2008 entzweite ein Streit um Steuersenkungen die Schwestern. Um Druck auf die Kanzlerin zu machen, drohte CSU-Chef Seehofer angeblich damit, einen Koalitionsausschuss platzen zu lassen, falls Merkel der CSU-Forderung nach Steuersenkungen nicht nachgibt. Merkel setzte sich damit durch, trotz der Wirtschaftskrise auf rasche Steuersenkungen zu verzichten; Seehofer ließ sich beim Koalitionsausschuss vertreten.

Europolitik

2012 ging Seehofer in Sachen Euro-Rettung auf Konfrontationskurs. Für den Fall weiterer Zugeständnisse an die Euro-Krisenstaaten drohte er mit einem Bruch der Koalition. Merkel mahnte bei der CSU mehrfach Zurückhaltung an. Seehofer: „Dieser Versuch, etwas undiskutierbar zu machen, weil man jemanden in die Ecke des Euro-Skeptikers stellt, da werde ich ganz allergisch.“

Verkehrspolitik

Lange kämpfte die CSU für ihr Projekt Pkw-Maut gegen Widerstand auch von der Schwesterpartei. Weil die CDU dagegen war, fehlte die Maut 2013 im gemeinsamen Unionsprogramm für die Bundestagswahl. Die CSU nahm sie daraufhin in ihr eigenes Programm auf. Seehofer stellte klar: „Ich unterschreibe als CSU-Vorsitzender nach der Bundestagswahl keinen Koalitionsvertrag, in dem die Einführung der Pkw-Maut (...) nicht drin steht.“
Merkel konterte in einem TV-Wahlduell: „Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben.“ 2014 warnte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer die Schwesterpartei: „Die Geduld der CSU ist langsam aufgebraucht.“
2015 wurde die Pkw-Maut beschlossen - ohne dass die Kritik verstummte.

Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, wäre der Umfrage zufolge nach wie vor nur eine Variante eines Zweier-Bündnis denkbar: Nur Union und SPD kommen demnach zusammen auf eine Regierungsmehrheit. CDU und CSU büßen im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt ein und kommen auf 37 Prozent. Die SPD kann einen Punkt auf 21 Prozent zulegen. Die AfD bleibt mit zwölf Prozent drittstärkste Kraft. Grüne und Linke verharren bei zehn beziehungsweise neun Prozent. Die FDP kann sich um einen Punkt auf sechs Prozent verbessern.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Wolfgang Trantow

05.01.2017, 09:57 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×