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26.08.2014

13:52 Uhr

Umfrage des Beamtenbundes

Deutsche halten Beamten für kompetent – und arrogant

Alle Jahre wieder lässt der Beamtenbund das Image der Staatsdiener in der Öffentlichkeit erfragen. Es gibt sehr viel Lob – aber auch Klagen über Sturheit und Arroganz. Lehrer und Müllmänner liegen im Aufwärtstrend.

Zwei Drittel der Befragten schätzen Beamte als kompetent und hilfsbereit ein. dpa

Zwei Drittel der Befragten schätzen Beamte als kompetent und hilfsbereit ein.

BerlinDie deutschen Beamten werden von über zwei Drittel der Bevölkerung als „pflichtbewusst“, „zuverlässig“, „kompetent“, „unbestechlich“ und „hilfsbereit“ eingeschätzt. Dies ist ein Ergebnis der jährlich vom Beamtenbund (dbb) in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage über das Image der Beamten in der Öffentlichkeit.

Doch trotz des vielen Lobes gibt es auch Tadel: 45 Prozent der 2000 Befragten klagen bisweilen über Sturheit der Staatsdiener. Und jeder Dritte beschwert sich über Arroganz.

Gegenüber der ersten Umfrage vor acht Jahren hat sich die Wertschätzung der Beamten in der Bevölkerung deutlich verbessert. Auch gibt es für den gesamten öffentlichen Dienst (Beamte und Angestellte) überwiegend gute Noten. Rund 85 Prozent meinen, dass sie mit ihren Anliegen in den Behörden freundlich behandelt werden. Ein gleich großer Teil hält „eine starke öffentliche Verwaltung für unerlässlich“.

Privilegien von EU-Beamten

Hohe Gehälter

Das niedrigste Einstiegsgehalt liegt bei 2650 Euro. In der Spitze verdienen EU-Beamte monatlich über 20.000 Euro brutto. Ihr Durchschnittseinkommen liegt bei 6000 Euro brutto.

Auslandszulage

Zum Gehalt kommt eine Auslandszulage von 16 Prozent hinzu, auch dann, wenn der Beamte in Deutschland wohnt und nebenan in Luxemburg arbeitet.

Kinderzuschuss

EU-Mitarbeiter bekommen für den Schulbesuch der Kinder und das Studium einen Zuschuss. Für das Studium werden knapp 500 Euro monatlich gezahlt.

Heimreisen

Einmal im Jahr erhalten EU-Mitarbeiter und ihre Familien pauschal eine Heimreise in Höhe der Kosten einer Bahnfahrt 1. Klasse erstattet.

Extraurlaub

Für die Heimfahrten gibt es Extraurlaub. Bei mehr als 2000 Kilometern Entfernung werden sechs Sonderurlaubstage gewährt.

Niedrigere Steuern

EU-Beamte unterliegen nicht dem nationalen Steuersätzen. Stattdessen zahlen sie eine Gemeinschaftsteuer, die in den EU-Haushalt fließt. Die Steuerlast ist  niedriger: Trotz besserer Bezahlung zahlen EU-Beamte erheblich weniger Steuern als ein vergleichbarer Beamter in Deutschland.

Automatische Gehaltserhöhungen

Die EU-Gehälter werden automatisch nach einer festen Formel erhöht.  Sie orientiert sich an den Lebenshaltungskosten und den Beamtengehältern in bestimmten Mitgliedstaaten und wurde mit dem EU-Beamtenstatut reformiert. Die automatischen Erhöhungen sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen. Zum Beispiel stiegen die EU-Beamtengehälter auf dem Höhepunkt der Finanzkrise um 3,7 Prozent.

Pensionsgrenze

Vor der Reform des EU-Beamtenstatus konnten EU-Beamte  mit 63 Jahren in Pension gehen. Bereits ab  55 Jahren war eine Frühpension möglich. Nun soll die Pensionsgrenze für die bereits angestellten EU-Beamten auf 65 Jahre angehoben werden. Im Schnitt erhält ein EU-Beamter 4500 Euro Pension, ein Spitzenbeamter 9000 Euro.

Quelle

Bund der Steuerzahler  

Nur noch ein geringer Anteil (12 Prozent) setzt das Heil auf die weitere Privatisierung von öffentlichen Dienstleistungen. Die meisten Befragten glauben, dass dann unter dem Strich vieles eher schlechter als besser und häufig auch teurer wird. Das gilt besonders für Wohnungen im kommunalen Eigentum, aber auch für die Bahn.

Feuerwehrleute, Krankenschwestern und Altenpfleger genießen laut der Umfrage nach wie vor das höchste Ansehen in der Bevölkerung. Dicht dahinter folgen Ärzte und Polizisten – sowie seit neuerem auch Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten und Kitas. Beim Beruferanking liegen zudem Müllmänner und Lehrer im Aufwärtstrend – wie auch die Beamten insgesamt. Verlierer sind hingen Manager und Steuerberater, und speziell auch die Studienräte.

79 Prozent der Befragten lehnt eine Zurückhaltung der Beschäftigten bei Lohnforderungen ab. Dabei sparen die Bürger den öffentlichen Dienst nicht aus. Jeder Zweite glaubt gar, dass dort die Gehälter im Vergleich zur Wirtschaft in den vergangenen Jahren zu niedrig gestiegen seien.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Herr Ylander Ylander

26.08.2014, 15:28 Uhr

Die Umfrage ist von Deutschen Beamtenbund. Sie dürfte damit stark eingefärbt sein, dies vorab.

Was die deutsche Bevölkerung meint, ist darüber hinaus ohnehin sehr subjektiv und hält keiner qualifizierten Betrachtung stand.

Was ich seitens der Finanzverwaltung NRW erlebe, zeugt jedenfalls nicht gerade von Kompetenz. Im Verhältnis zur erbrachten Leistung ist die Beamtenbesoldung zu hoch.

Herr richard roehl

26.08.2014, 15:38 Uhr

(...)


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Pom Muc

26.08.2014, 16:18 Uhr

Es hat natürlich Gründe warum die Beamtenschaft ihre Lohnsteigerung nicht an den Durchschnittslohnsteigerungen der Realwirtschaft koppelt. Man hätte dann zwar immer noch den enormen Vorteil des gesicherten Arbeitsplatzes. Aber selbstverständlich orientiert sich die Beamtenschaft an den Lohnentwicklungen der oberen 20% in dessen Segment man die eigenen Aktivitäten verordnet.

Für das gute Image muss man nur etwas Intransparenz schaffen. Die gegenüber dem Bundesdurchschnitt vier Mal so vielen Kranktage der Berliner Lehrer versteckt man ganz tief in den Statistiken.
PISA-Vergleiche werden nicht mehr veröffentlicht und schon glaubt der Bürger dass Lehrer in D einen tollen Job machen würden. Weiß der Bürger denn dass der 25.000-40.000€ verdienende Lehrer in den USA die Schüler auf das gleiche Niveau in Mathematik bringt? In D erwartet man die 40.000€ als Pension.

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