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05.08.2012

14:44 Uhr

Umfrage

Deutsche Firmen fordern rasch mehr Kita-Plätze

DIHK-Präsident Driftmann kritisiert den lahmenden Ausbau von Kindertagesstätten. Die Politik müsse „dringend ihre Hausaufgaben machen“. Unternehmen wünschen sich vor allem weniger Bürokratie und längere Öffnungszeiten.

Hans Heinrich Driftmann ist Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). dapd

Hans Heinrich Driftmann ist Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

BerlinDie deutsche Wirtschaft fordert einen raschen Ausbau der Kita-Plätze. Die Politiker müssten mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun, mahnte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, in der „Welt“ (Montagausgabe): „Der Ausbau der Kita-Plätze schreitet viel zu langsam voran. Die Politik muss dringend ihre Hausaufgaben machen“, sagte Driftmann und verwies auf eine Umfrage seines Verbandes unter rund 2.000 Unternehmen. Neun von zehn Betrieben erwarteten demnach rasche Abhilfe, und zwar nicht nur für die Betreuung von unter dreijährigen Kindern, sondern auch für die von Schulkindern. „Denn der Engpass an Betreuungsplätzen wird für die Betriebe zum immer größeren Ärgernis“, sagte Driftmann laut Vorabbericht.

Ab 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums fehlen derzeit aber rund 160.000 Kita-Plätze.

Nach der Umfrage, auf die sich die Zeitung beruft, stehen flexiblere und längere Öffnungszeiten von Kitas ganz oben auf der Wunschzettel der Unternehmen: 55 Prozent sehen dies als dringend notwendig an, gut ein Drittel immerhin noch als notwendig.

Fast ebenso wichtig seien für die Betriebe mehr Betreuungsplätze für Kleinkinder und Schüler, heißt es dem Bericht zufolge in der Umfrage. Die vergangenen fünf Jahre hätten hier offenbar keine spürbaren Fortschritte gebracht. Die Bedeutung sei für die Firmen im Vergleich zu einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2007 gleich groß geblieben.

Fast zwei von drei Grundschulen schlössen spätestens zwischen 15 Uhr und 17 Uhr, ergab die Erhebung. Nur sechs Prozent böten ein Betreuung nach 17 Uhr an. Das stelle Eltern, die länger arbeiten, sowie ihre Arbeitgeber vor große Schwierigkeiten.

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„Um dieses Engagement zu unterstützen, muss die Politik bürokratische Hürden beim Errichten vor allem von betrieblichen Kindertagesstätten beseitigen“, verlangte Driftmann. Allein die Erfassung und Recherche der oft intransparenten und in Ländern und Kommunen unterschiedlich gehandhabten bau- und versicherungsrechtlichen Vorschriften bedeute einen großen Aufwand. Das Gleiche gelte für kommunale Fördergelder, sagte Driftmann und fügte hinzu: Die Unternehmen seien nicht „die Ausputzer für Bund, Länder und Kommunen“.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

05.08.2012, 18:17 Uhr

Stellt Euch mal vor, wir haben genügend KITA-Plätze für unter 3jährigen udn keienr will sie, weil es noch Mütter gibt, die ihre Kinder genießen wollen und sich nicht zu Gebärmschinen degradieren lassen

Account gelöscht!

04.09.2012, 13:10 Uhr

Gute Familienpolitik ist sowohl für unsere Gesellschaft als auch für die Unternehmen sehr wichtig. In Deutschland muss da noch viel getan werden. Kasper Rorsted ist Vorstandsvorsitzender von Henkel und versucht mit gutem Beispiel voranzugehen. Einen interessanten Artikel dazu gibt es hier http://www.atkearney361grad.de/2012/09/04/die-rush-hour-des-lebens-der-familien-manager/

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