Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.06.2013

14:32 Uhr

Umfrage

Deutsche wollen Börsensteuer

Laut einer Umfrage des Fondsverbands sprechen sich zwar die meisten Deutschen für eine Börsensteuer, zahlen sollen sie aber andere. Viele haben allerdings noch nie etwas von dieser Steuer gehört.

Die Börse in Frankfurt: 73 Prozent der in der Umfrage Befragten befürworten die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. dpa

Die Börse in Frankfurt: 73 Prozent der in der Umfrage Befragten befürworten die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

FrankfurtDie meisten Deutschen sprechen sich einer Umfrage der Fondslobby zufolge für die Einführung einer Börsensteuer aus, wollen diese aber nicht selbst berappen. In einer Erhebung von TNS Infratest im Auftrag des deutschen Fondsverbandes BVI befürworteten 73 Prozent der Befragten die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Auf die anschließende Frage, ob man auch dann für eine solche Abgabe sei, wenn "überwiegend die Kleinanleger und Sparer die Kosten der Steuer tragen", sagten 78 Prozent "Nein". Nur 19 Prozent der 1000 Befragten waren immer noch dafür. "Sobald die Bevölkerung die Wirkung einer Finanztransaktionssteuer versteht, lehnt eine breite Mehrheit die Steuer ab", schlussfolgerte BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter nach den am Donnerstag vorgelegten Ergebnissen. Rund 36 Prozent der Befragten sagten zudem, dass sie noch nie etwas von der Steuer gehört hätten.

Die Bankenlobby war zuletzt gegen die Einführung der Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene Sturm gelaufen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Ende Mai berichtet, dass die Steuer angesichts massiver Kritik von Banken und wachsender Bedenken in den beteiligten EU-Staaten stark eingedampft werden könnte. Zurzeit überarbeiten die EU-Staaten einen Gesetzentwurf der EU-Kommission.

Die Fondsgesellschaften verwalten nach Angaben des BVI gut zwei Billionen Euro für rund 50 Millionen Deutsche. Während die Fondsgesellschaften nicht von der Steuer betroffen seien, müssten die Kosten aus den Wertpapier-Transaktionen direkt aus den Vermögen der Anleger entrichtet werden. Die Abgabe würde für die Investoren den Branchenangaben zufolge immer dann greifen, wenn Vermögensverwalter die Bestandteile ihrer Fonds änderten.

Auch bei börsennotierten Indexfonds (ETF) wäre die Abgabe fällig: Fällt beispielsweise ein Wert aus dem Dax, müssten Dax-ETFs die Index-Veränderung nachvollziehen und diesen Wert austauschen, wodurch der Anleger die Steuer zahlen müsste. Mehrere große ETF-Anbieter hatten sich deshalb im Stillen zuletzt kritisch über die Steuerpläne geäußert, da sie bei einer Einführung Geschäftseinbußen fürchten. Bisher profitierten ETFs davon, dass für sie im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds nur eine geringe Gebühren verlangt wird.

Von

rtr

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

efpe

20.06.2013, 14:42 Uhr

Die Finanzdrottel in Deutschland schlagen wieder zu. Werft dafür den Solaranlagenbesitzern noch ein bisschen Subventionen nach; weil die tun ja was Gutes, gell? Und Börsianer sind ja sowieso aus dem Reich des Bösen. Lang lebe der deutsche Michel, hoch hoch hoch...

Account gelöscht!

20.06.2013, 14:44 Uhr

Das Ergebnis dieser Umfrage kann als Messwert der Dummheit der Befragten angesehen werden, sonst nichts.

vandale

20.06.2013, 14:44 Uhr

Am Ende werden alle Steuern von der Gesellschaft getragen, ob Gewerbesteuer (wird auf die Preise aufgeschlagen) bis hin zur Flugticketsteuern und den CO2 Zertifikaten.

Eine Finanztransaktiossteuer bezahlen die meisten mit der Lebensversicherung, Fonds mit.

Es ist faszinierend wie wenig die Menschen mit all ihrer "Bildung" nachdenken. Deutschland ist bereit für eine DDR 2.0

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×