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03.12.2014

10:06 Uhr

Umfrage

Ein Linker als Landesfürst? Kein Problem!

Bodo Ramelow könnte am Freitag Ministerpräsident von Thüringen werden. Er wäre 25 Jahre nach dem Mauerfall der erste Politiker der Linkspartei an der Spitze eines Bundeslandes. Die Mehrheit der Deutschen stört das nicht.

Bodo Ramelow strebt eine rot-rot-grüne Koalition an. Reuters

Bodo Ramelow strebt eine rot-rot-grüne Koalition an.

HamburgDie Mehrheit der Deutschen hat laut einer Umfrage kein Problem mit einem linken Ministerpräsidenten. Nach der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern“ findet das eine Mehrheit von 54 Prozent grundsätzlich in Ordnung. 38 Prozent der Befragten meinen, dies sei nicht in Ordnung. Am Freitag könnte in Thüringen mit Bodo Ramelow erstmals ein Linken-Politiker zum Ministerpräsidenten gewählt werden.

Mit einem linken Regierungschef eines Bundeslandes könnten neben den Sympathisanten der Linken (96 Prozent) vor allem die Anhänger der Grünen (68 Prozent) und der SPD (62 Prozent) sowie die Ostdeutschen (59 Prozent) gut leben. Nicht in Ordnung finden das mehrheitlich die Anhänger der CDU/CSU (51 Prozent) und der AfD (55 Prozent).

Kein Gegenkandidat zu Ramelow: Thüringer CDU tritt nicht gegen die Linke an

Kein Gegenkandidat zu Ramelow

Thüringer CDU tritt nicht gegen die Linke an

Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow möchte Ministerpräsident von Thüringen werden. Die CDU hatte angekündigt, auf jeden Fall einen Gegenkandidaten aufzustellen. Nun macht sie einen Rückzieher - vorerst.

In der wöchentlichen Parteienumfrage für den „Stern“ und den Sender RTL gewann die SPD einen Prozentpunkt hinzu und kam auf 24 Prozent. Auch die Grünen legten im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf elf Prozent zu, während die Unionsparteien CDU/CSU einen Punkt verloren und bei 41 Prozent lagen. Ebenfalls um einen Prozentpunkt rutschte die Linke ab auf neun Prozent.

Die AfD blieb bei sechs und die FDP bei zwei Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen betrug 29 Prozent. Befragt wurden für die Ramelow-Umfrage 1002 Bundesbürger, für den „stern-RTL-Wahltrend“ waren es 2502.

Von

afp

Kommentare (12)

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Herr J.-Fr. Pella

03.12.2014, 10:25 Uhr

Wenn ein Politiker pragmatische Landespolitik zum Wohle der Mitbürger macht, und sich nicht von den "Blinden" im
Bundestag bevormunden lässt, ist das vollkommen in Ordnung. Auch, oder gerade, wenn er von den Linken kommt
sehe ich keine Probleme.

Herr Teito Klein

03.12.2014, 12:28 Uhr

Am Freitag wählt Thüringen
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Die CDU will keinen Gegenkandidaten stellen. Das hat Merkel befohlen.
Die SPD hat Wackelkandidaten mit Posten und Pöstchen versorgt.
Ramelow hofft, schon im ersten Wahlgang gewählt zu werden.
Er wäre dann der erste Ministerpräsident der Ex-SED nach dem Mauerfall.

Das größte Problem der CDU ist die AfD
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Während das linke Lager in den Koalitionsverhandlungen die Bindungskraft entwickelt hat, sich über sachpolitische Themen zu verständigen, verlor sich die CDU in Personalfragen und im etwas bemühten Vortragen von Kritik an der Linkspartei und deren Vergangenheit. Die eigentliche Herausforderung, die vor ihr auch in Thüringen liegt, ist aber eine verlässliche Positionierung gegenüber der AfD.
Für die CDU ist die AfD Staatsfein Nr.1.
Merkel hat die AfD erst ignoriert, jetzt verbietet sie der CDU mit ihr zu koalieren.
Lieber nimmt sie einen linken MP in Kauf.

Frau Margrit Steer

03.12.2014, 14:22 Uhr

Die AfD ist für Merkel eine Gefahr, denn im Grunde genommen weiß sie sehr genau, dass sie selbst das Problem der CDU ist.
Merkel hat die CDU völlig entkernt, das sit ja keine CDU mehr, sondern wird mehr und merh eine SED.
Ich hbe auch kein Problem, wenn die Linken in Thüringen den MP stellen.
Lasssen wir es doch mal zu, dass sie es versuchen.
Übrigens, das Geschrei der CDU ist ohnehin verlogen, die CDU soll doch erst einmal die vielen alten SED-Kader in ihren eigeen Reihen zählen

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