Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.05.2012

00:00 Uhr

Umfrage

FDP bundesweit wieder unter fünf Prozent

In einer Emnid-Umfrage liegen die Liberalen bundesweit unter der Marke von fünf Prozent. Bei den NRW-Wahlen sieht es dagegen besser aus. Spitzenkandidat Christian Lindner darf auf den Einzug ins Parlament hoffen.

Lindner und Westerwelle: „Kontrastprogramm“ FDP. AFP

Lindner und Westerwelle: „Kontrastprogramm“ FDP.

Berlin, HagenDie Liberalen sind in der bundesweiten Wählergunst einer neuen Umfrage zufolge wieder unter die Fünf-Prozent-Marke gerutscht. In einer Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ kommt die FDP auf vier Prozent, ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Unverändert sind die Werte für Union (34 Prozent), SPD (27 Prozent), Grüne (13 Prozent), Piraten (11 Prozent) und Linkspartei (7 Prozent).

Emnid befragte vom 3. Mai bis zum 9. Mai 3.684 Personen. Ein Teil der Umfrage fand somit vor und ein Teil nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein statt, wo die FDP vergangenen Sonntag mit 8,2 Prozent überraschend stark abgeschnitten hatte.

Kurz vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen gibt sich die FDP optimistisch und rechnet mit einem sicheren Wiedereinzug in den Düsseldorfer Landtag. „Für die FDP werden am Sonntag keine Grablichter aufgestellt, am Sonntag gibt es ein liberales Leuchtfeuer“, sagte Spitzenkandidat Christian Lindner am Freitag beim FDP-Wahlkampfendspurt in Hagen. Die „Charakterfestigkeit“ der Liberalen werde bei der Wahl belohnt.

In Umfragen liegt die FDP vor der Wahl am Sonntag bei sechs Prozent. Mitte März, als sich der Landtag aufgelöst hatte, kamen die Liberalen nicht über zwei Prozent hinaus. Dass die FDP damals trotzdem gegen den Haushaltsentwurf der rot-grünen Minderheitsregierung gestimmt und damit zur Neuwahl beigetragen habe, erweise sich immer mehr als richtige Entscheidung, sagte Lindner. Eine Zustimmung zum Etat sei stattdessen „unsere Kapitulationserklärung" gewesen.

An der Politik von SPD und Grünen lässt Lindner weiterhin kein gutes Haar. Nicht nur habe Rot-Grün trotz Steuermehreinnahmen in Höhe von fünf Milliarden Euro innerhalb von zwei Jahren weiter Schulden angehäuft. Im Wahlkampf forderten die beiden Parteien auch noch Steuererhöhungen. „Überall wo es möglich ist, drehen sie an der Einnahmeseite“, sagte Lindner und fügte hinzu: „Nicht die Einnahmen sind zu niedrig. Die Ansprüche an den Staat sind zu groß.“

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

roterkaufmann

12.05.2012, 00:47 Uhr

letztlich ist es doch erstaunlich. die linkspartei ist ja keine revolutionäre partei. sie ist letztlich mal wieder arzt am krankenbett des kapitalismus. die forderungen der linkspartei sind somit systemstabilisierend. warum wollen die herschenden den karren den definitiv vor die wand fahren?

ob man es glaubt oder nicht. jede stimme für die linkspartei in nrw ist eine für die rettung des systems. brünnings sparpolitik ist schon in den 1920er jahren gescheitert.

rxm

12.05.2012, 07:55 Uhr

Solange Rössler an der Spitze der FDP steht, wird sich an der bundesweit geringen Wählergunst auch nichts ändern. Die FDP wird dann weiterhin unter 5 Prozent bleiben. Wenn die FDP weitehin im Bundestag vertreten sein will, dann muss sie vor der nächsten Bundestagswahl die Parteispitze auswechseln.

MaWo

12.05.2012, 09:02 Uhr

@ rxm,
bei der Bundestagswahl 2009 haben von 62.168.489 Wahlberechtigte 44.005.575 tatsächlich gewählt.
Bundesweit sind also 2.200.279 Wähler die auch bei der nächsten Bundestagswahl FDP wählen werden.
Damit ist die Partei, ganz pragmatisch gesehen, auch im neuen Bundestag vertreten - ob mit oder ohne Rösler ist belanglos.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×