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11.09.2013

10:56 Uhr

Umfrage

Grüne rutschen in einstelligen Bereich

Zum ersten Mal seit 2009 sind die Grünen unter die Zehn-Prozent-Marke gefallen. In der neuesten Forsa-Erhebung verliert auch die Union einen Punkt, die FDP gewinnt hinzu. Für Piraten und AfD stehen die Chancen schlecht.

Die Grünen mit Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt verlieren in Umfragen weiter an Zustimmung. dpa

Die Grünen mit Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt verlieren in Umfragen weiter an Zustimmung.

BerlinRund anderthalb Wochen vor der Bundestagswahl hat die Regierungskoalition einer Forsa-Umfrage zufolge in der Wählergunst weiterhin einen hauchdünnen Vorsprung vor der Opposition. Wie der am Mittwoch veröffentlichte „Wahltrend“ der Zeitschrift „Stern“ und des TV-Senders RTL ergab, kommt die Union auf 39 Prozent (minus einen Punkt) und die FDP auf sechs Prozent (plus einen Punkt). Die SPD gewinnt im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte auf 25 Prozent.

Die Grünen dagegen geben zwei Punkte ab auf neun Prozent und kommen zum ersten Mal seit Mai 2009 nur auf einstellige Zustimmungswerte. Der Spitzenkandidat der bayrischen Grünen für die Bundestagswahl, Anton Hofreiter, reagierte gelassen auf die schlechten Umfragewerte für die Bundespartei.

„Wir haben uns vor zwei Jahren durch die Umfragewerte nicht verrückt machen lassen und bleiben auch jetzt auf dem Teppich“, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses Handelsblatt Online. „Entschieden wird nicht in Umfragen, sondern an der Wahlurne.“ Vor zwei Jahren lagen die Grünen noch bei 25 Prozent. Seit einigen Wochen befinden sie sich bei allen Meinungsforschern im Sinkflug.

Fakten zur Bundestagswahl

Wie läuft der Wahltag ab?

Mehr als 80.000 Wahllokale gibt es in den insgesamt 299 Wahlkreisen. Damit dort von 8 bis 18 Uhr gewählt werden kann, sind über 600.000 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz - dafür steht ihnen nicht mehr als ein Erfrischungsgeld von 21 Euro zu. Pünktlich um 18 Uhr schließen die Wahllokale, dann beginnt die Auszählung. Erste Hochrechnungen gibt es meist schon wenige Stunden später.

Wer organisiert die Wahl?

Oberster Organisator ist der Bundeswahlleiter. Der wird auf unbestimmte Zeit vom Innenminister ernannt. Traditionell wird regelmäßig der Präsident des statistischen Bundesamtes mit dieser Aufgabe betraut - seit 2008 ist deshalb Roderich Egeler Bundeswahlleiter. Er organisiert nicht nur die Bundeswahlen, sondern überprüft auch die antretenden Parteien und unterstützt die 16 Landeswahlleiter bei der Durchführung der Wahlen auf Landesebene. Auch jeder Wahlkreis hat seine eigene Wahlkreisleitung.

Wer sind die Wähler?

Wählen darf jeder, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und über 18 Jahre alt ist. Bei der Bundestagswahl am 22. September werden das 61,8 Millionen Menschen sein. Nur 3,6 Prozent der Wahlberechtigten sind zwischen 18 und 20 Jahren alt, aber über 20 Prozent der Wahlberechtigten sind 70 Jahre und älter. 51,5 Prozent der Wahlberechtigten sind Frauen.

Wann kommt eine Partei in den Bundestag?

Damit eine Partei bei den Wahlen antreten kann, muss sie vom Bundeswahlausschuss anerkannt werden. Unterschieden wird hier zwischen den „etablierten" Parteien, die seit der letzten Wahl mit mindestens fünf Abgeordneten im Bundestag oder in einem Landtag vertreten sein müssen, und den nicht etablierten Parteien. Nicht etablierte Parteien müssen neben ihren Unterlagen auch Unterschriftensammlungen vorlegen, um zur Wahl antreten zu können.

Um in den Bundestag zu kommen, muss eine Partei mindestens fünf Prozent aller abgegebenen Stimmen erhalten - oder aber drei Direktmandate in den Wahlkreisen holen.

Die Linkspartei hingegen klettert im „Wahltrend“ auf zehn Prozent. Die eurokritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) fällt um einen Punkt auf drei Prozent. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem „Stern“, es sei schwer einzuschätzen, ob die AfD den Sprung ins Parlament schafft – „auch weil viele ihrer Anhänger jegliche Auskunft verweigern“. Doch es spreche viel dafür, dass die AfD unter fünf Prozent bleibt. Drei Prozent erreicht der Umfrage zufolge auch die Piraten-Partei.

Nach dem TV-Duell haben sich auch die persönlichen Werte von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück verbessert. Wenn die Deutschen ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich 26 Prozent für den Sozialdemokraten entscheiden. Das sind drei Punkte mehr als in der Woche zuvor. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verliert drei Punkte, erhält mit 52 Prozent aber immer noch doppelt so viel Zustimmung wie ihr Herausforderer.

Das Forsa-Institut befragte zwischen dem 3. und 9. September 2500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger. Die statistische Fehlertoleranz beträgt plus/minus 2,5 Prozentpunkte. 28 Prozent der Bürger wollen laut Forsa nicht an der Wahl teilnehmen oder sind noch unentschlossen.

Kommentare (93)

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Account gelöscht!

11.09.2013, 08:14 Uhr

Das widerliche Gutmenschentum wird beerdigt. Das Erziehenwollen zum "guten" Menschen, das Vorschreiben und Moralisieren. Eine widerliche Partei. Schön, wenn es immer mehr merken!

Account gelöscht!

11.09.2013, 08:18 Uhr

Den Grünen haben wir den Subventionswahnsinn der alternativen Energien zu verdanken. Wie wurden die grünen dafür gefeiert: grüne Ideen bringt völlig neue Industrien zum Vorschein und Deutschland zum Blühen. Nun haben viele einen Sonnenkollektor am Dach und einige keinen subventionierten Arbeitsplatz mehr. Und alle die Kosten am Hals. Dumm gelaufen, ihr dummen grünen.

netseal

11.09.2013, 08:20 Uhr

Klärt die Menschen über Rot-Rot-Grüne Politik auf. Nennt die Pädophile, nennt die Verbotsorgien, nennt den Kita und Ganztagsschulzwang. Ich habe festgestellt, das viele Dinge in der Bevölkerung unbekannt sind.

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