Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.07.2014

22:50 Uhr

Umfrage

Mehrheit der Deutschen gegen Kampfdrohnen

Die geplante Anschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr stößt in der Bevölkerung auf Kritik. Die Mehrheit der Deutschen ist gegen das Vorhaben. Die SPD fordert indes eine gründliche Diskussion der Pläne.

Eine Drohne vom Typ Heron im Feldlager der Bundeswehr in Masar-i-Scharif in Afghanistan im Oktober 2013: Bisher setzt die Bundeswehr in Afghanistan gemietete Aufklärungsdrohnen aus Israel ein. dpa

Eine Drohne vom Typ Heron im Feldlager der Bundeswehr in Masar-i-Scharif in Afghanistan im Oktober 2013: Bisher setzt die Bundeswehr in Afghanistan gemietete Aufklärungsdrohnen aus Israel ein.

BerlinVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat für ihre Drohnen-Pläne nur wenig Rückhalt in der Bevölkerung. Nach einer Umfrage des ARD-Deutschlandtrends sind 64 Prozent gegen die Beschaffung von Kampfdrohnen und nur 30 Prozent dafür. Auch der Widerstand der SPD hält an. Generalsekretärin Yasmin Fahimi bezeichnete es als „absolut falsch“, zum jetzigen Zeitpunkt bewaffnungsfähige Drohnen für die Bundeswehr anzuschaffen.

Von der Leyen will der Bundeswehr den Einsatz bewaffneter Drohnen zum Schutz der eigenen Soldaten ermöglichen. Sie sollen entweder gemietet oder gekauft werden. Der Plan der Verteidigungsministerin sieht dabei vor, dass der Bundestag bei Einsätzen von Kampfdrohnen das letzte Wort haben soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte von der Leyen zuletzt Rückendeckung für die Anschaffung der unbemannten Fluggeräte gegeben.

SPD-Generalsekretärin Fahimi forderte am Donnerstag, die Drohnen-Debatte fortzuführen. Es möge nachvollziehbare sicherheitspolitische Gründe geben, bewaffnungsfähige Drohnen zu beschaffen, sagte Fahimi der Zeitung „Die Welt“. Demgegenüber stünden aber sehr schwerwiegende ethische und völkerrechtliche Argumente. „Darüber müssen wir sehr gründlich diskutieren.“

Neben der Meinung zum den Kampfdrohnen fragte die ARD in ihrem Deutschlandtrend auch nach der Beliebtheit der deutschen Politiker. Dabei gaben 71 Prozent der Befragten an, zufrieden oder sehr zufrieden mit der Arbeit von Kanzlerin Merkel zu sein. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) fiel mit 69 Prozent auf den zweiten Platz zurück, gefolgt von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der ebenso wie Steinmeier einen Prozentpunkt einbüßte und auf 64 Prozent Zustimmung kam.

Bester Oppositionspolitiker laut Ranking ist der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Gregor Gysi, der zusammen mit Innenminister Thomas de Maizière (CDU) Platz sechs belegt. Vor ihnen rangieren die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, sowie Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

Für die repräsentative Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Dienstag dieser Woche 1004 wahlberechtigte Bundesbürger.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Martin Schuster

04.07.2014, 10:16 Uhr

Ob man aus der Befragung von 1000 Wählern Rückschlüsse auf "Die Mehrheit der Deutschen" ziehen kann habe ich meine Zweifel. In meinem Bekanntenkreis sind die überwiegende Mehrheit für diese Geräte. Wir können nicht n Ruhe den Wohlstand geniessen, Sicherheit u. Frieden - aber keine modernen Waffen nutzen. Wahrsch. will "die Mehrheit" auch nicht, daß Deutsche Soldaten in Auseinandersetzungen sterben, gleichzeitig aber auch keine Drohnen !! Wer nimmt denn dann unsere Sicherheitsinteressen wahr ? Kampfroboter ? Das eigentliche Problem, wie in vielen anderen Bereichen auch, sind unsere Politiker. Nach welchen moralischen Maßstäben handeln sie, können sie bei Konflikten handeln ? Einseitiger Verzicht hat wenig Sinn, wenn dann eine globale Abmachung, aber das wird wahrscheinlich keiner mehr von uns erleben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×