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22.05.2011

22:51 Uhr

Umfrage

Merkel und Westerwelle brüskieren Anhänger

Die Union sinkt laut einer Umfrage wieder bundesweit in der Wählergunst. Und damit nicht genug: auch die eigenen Anhänger laufen CDU, CSU und auch der FDP davon. Das bekommen Merkel & Co zu spüren.

Westerwelle und Merkel im Bundestag. Quelle: dapd

Westerwelle und Merkel im Bundestag.

Berlin

Die Union verlor im ARD-Deutschlandtrend in den vergangenen zwei Wochen zwei Prozentpunkte auf 33 Prozent. SPD und Grüne verharrten dagegen in der am Sonntag veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap bei 26 und 23 Prozent und hätten eine Mehrheit von 49 Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Linkspartei legte im Vergleich zu Anfang Mai einen Punkt auf acht Prozent zu, während die FDP weiter mit vier Prozent den Einzug in den Bundestag verpassen würden.

Eine Mehrheit der Anhänger von Union und FDP zeigten sich in der Umfrage unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. Insgesamt erklärten sich 26 Prozent der Befragten zufrieden mit der Regierungsarbeit. Auf die Frage, welcher deutsche Politiker sie in den vergangenen Monaten am meisten enttäuscht habe, nannten jeweils 22 Prozent Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel sowie Außenminister Guido Westerwelle.

Neuer Spitzenreiter auf der Beliebtheitsskala ist Verteidigungsminister Thomas de Maiziere mit 59 Prozent Zustimmung. Ihm folgen Finanzminister Wolfgang Schäuble (57 Prozent) und die SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück mit jeweils 55 Prozent.

SPD-Chef Sigmar Gabriel werden in der Umfrage kaum Chancen eingeräumt, falls er als Kanzlerkandidat gegen Merkel antreten sollte. Nur 31 Prozent der Befragten würden sich für ihn als Kanzler entscheiden, Merkel käme auf 50 Prozent. Viel knapper wäre der Ausgang, sollten Steinmeier oder Steinbrück kandidieren: Dann würden sich 43 Prozent für Merkel und jeweils 42 Prozent für Steinmeier oder Steinbrück entscheiden.

Die FDP profitiert der Umfrage zufolge zumindest kurzfristig nicht von ihrem Führungswechsel. Der neue Parteichef Philipp Rösler kommt auf 27 Prozent Zustimmung, vier Punkte weniger als vor zwei Wochen. Auch der neue FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle büßte seit seinem Abschied aus dem Amt des Wirtschaftsministers sechs Punkte auf 27 Prozent ein. "Populärer ist allein Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (41 Prozent), die aber weniger bei den eigenen als bei den Wählern anderer Parteien Respekt genießt", erklärte die ARD.

Das beste Image aller Parteien haben die Grünen. 59 Prozent der Befragten halten sie für glaubwürdig. Dahinter folgen die SPD mit 58 Prozent, die CDU mit 51 Prozent und die CSU mit 42 Prozent. Die FDP wird dagegen nur von 21 Prozent der Befragten als glaubwürdig bezeichnet. Noch schlechter schneidet nur die Linke mit 19 Prozent ab.

Für die Umfrage interviewte Infratest Dimap 1002 Wahlberechtigte zwischen dem 18. und 20. Mai.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Ueberalterungseffekt

22.05.2011, 23:47 Uhr

Das Thema CDU, CSU und FDP wird sich durch die Demografie bald von selbst erledigen.
Die größte Wählergruppe der obigen Parteien, stellen die über 60 Jährigen Wertkonservativen und ewig Gestrigen.
Wenn die über kurz oder lang wegsterben, kommt so gut wie kein neues, junges Wählerpotenzial mehr nach.
Einfach mal die Statistik bemühen!

Revision

23.05.2011, 00:01 Uhr

die Abrechnung fuer Merkels Europapolitik.

Ondoron

23.05.2011, 09:24 Uhr

Die Wähler der CDU und der FDP wissen, dass die Euroretterei Deutschland in den Staatsbankrott treibt. Die Grünen werden die letzte Protagonisten des Euros sein - die träumen weiterhin vom politischen Projekt "Europa" - koste es, was es wolle.
Aber: Die Zeit läuft davon. Wenn Italien kippelt, dann ist alles vorbei. Dann ist DIESE EU auch zerstört - eine Fehlentwicklung sondersgleichen.
Die wirklich Weitsichtigen in allen Parteien sollten sich jetzt schon mal darum kümmern, was nach dem Staatsbankrott wird. Wie der Aufbau erfolgen soll - und die Demokratie gerettet! Und für alle Parlamentarier sage ich schon mal vorbeugend: Die Zeit für goldene Kugelschreiber und Füllfederhalter, die sorglose Selbstbedienungsmentalität, die Zeit "politischer Projekte" ist dann endgültig vorbei. Es wird nur noch ums Überleben gehen!

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