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10.08.2012

07:48 Uhr

Umfrage

Organspendeskandal gefährdet Spendebereitschaft

Das Vertrauen in das Organspendewesen hat infolge des Transplantationsskandals gelitten. Eine Umfrage zeigt: Die Bedenken sind groß. Dabei läuft bald die große Werbe-Aktion der Krankenkassen für mehr Spendebereitschaft an.

Kühlbox für Spenderorgane. dpa

Kühlbox für Spenderorgane.

BerlinDer Transplantationsskandal lässt die Bereitschaft zur Organspende nach einer neuen Umfrage stark bröckeln. 45 Prozent der Bundesbürger haben Bedenken, sich als Organspender zur Verfügung zu stellen. Das geht aus der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa hervor. 42 Prozent teilen die Bedenken nicht. 36 Prozent haben derzeit nicht vor, ihre Bereitschaft zur Organspende zu bekunden. Nur 30 Prozent haben dies vor.

Die jüngsten Ankündigungen von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken zielen darauf ab, Vertrauen in der Bevölkerung wiederzugewinnen. In Göttingen und Regensburg wurden Patientendaten manipuliert. Nach Bekanntwerden des Falls entbrannte eine Debatte über die Organvergabe insgesamt. Nun sollen Kontrollen und Transparenz Manipulationen verhindern und Vertrauen stärken.

In der Umfrage geben 14 Prozent an, bereits einen Ausweis zur Organspende zu haben. Jeder fünfte weiß noch nicht, ob er sich bereit erklärt, oder macht keine Angaben. Nach der jüngsten Organspendereform werden die Krankenkassen bald Millionen von Briefen verschicken - die Aktion zielt darauf ab, die Spendebereitschaft deutlich zu erhöhen.

Vor dem Hintergrund der bekanntgewordenen Unregelmäßigkeiten glauben 69 Prozent der Bundesbürger der Umfrage zufolge, dass man in Deutschland mit viel Geld ein Spenderorgan wie Leber, Niere, Lunge oder Herz legal kaufen kann oder dies schneller bekommt. 19 Prozent glauben das nicht.

Von

dpa

Kommentare (5)

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KoaSpender

10.08.2012, 08:14 Uhr

ich will kein ersatzteillager für reiche säcke sein. ich denke höchstens darüber nach, im falle meines todes eine organspende mit einschränkung nur für nahestehende bekannte und verwandte zu erlauben. man sollte lieber die stammzellenforschung weiterentwickeln und vielleicht gelingt bald der durchbruck und es können ersatzorgane gezüchtet werden, die dann leben retten.

Account gelöscht!

10.08.2012, 08:29 Uhr

Ein anderer Gesichtspunkt tritt für mich in den Vordergrund:
Mediziner sind ja offensichtlich nicht mehr wie früher an den Eid des Hippokrates gebunden - sie arbeiten für Geld.

Wenn das ach so sichere System der Vergabe von Organen nun doch mangelhaft und unsicher ist, wie ist es dann mit dem als sicher geltenden System der Feststellung des Todes des Spenders?

Vielleicht haben wir bald einen Skandal weil das Ableben von Patienten beschleunigt wurde!

Gesundheit ist im kapitalistischen System nur ein Geschäft, und in der neoliberalen Zeit mit Sicherheit nicht menschlicher geworden.

omegalicht

10.08.2012, 09:22 Uhr

Hast Du Geld, dann bekommst Du auch ein Organ.
In z.B. Indien werden Kinder augeschlachtet, in anderen Ländern gibt es mobile Organentnahme mit Todesgarantie ( ´siehe Presse ).
@ihr - Mach es nicht am Kapitalismus fest, auch im soz.System wurden Menschen ausgeschlachtet, nur gab es keine Presse die darüber berichten konnte.
Der Mensch ist in jedem System ein Raubtier, jeder denkt an seinen persönlichen Vorteil.
Vielleicht ändert sich der Mensch ja noch und entwickelt sich weiter, Etik und Religion können dabei helfen..

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