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13.01.2010

08:48 Uhr

Umfrage

Unmut über FDP bedroht Merkels Machtbasis

Die Politik der vergangenen Wochen kennt einen großen Verlierer - und der heißt FDP. Bei ihren Anhängern hatten die Liberalen hohe Erwartungen geweckt, die sie nun nicht erfüllt. Die Folgen treffen laut einer Umfrage auch den Koalitionspartner CDU/CSU. Denn das Regierungsbündnis von Kanzlerin Merkel verliert seine Mehrheit. Es gibt aber auch Gewinner.

Westerwelles FDP droht die Einstelligkeit in Umfragen. Reuters

Westerwelles FDP droht die Einstelligkeit in Umfragen.

HB HAMBURG. Die schwarz-gelbe Regierung hat erstmals seit der Bundestagswahl Ende September 2009 in der Gunst der Wähler keine Mehrheit mehr. Im "Stern"-RTL-Wahltrend sackte die FDP im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf zehn Prozent ab. Sie hat damit seit der Bundestagswahl gut ein Drittel ihrer Wähler verloren. Die Union hält sich bei 35 Prozent. Die SPD kommt erneut auf 22 Prozent.

Gewinner sind die Grünen, die um einen Punkt auf 14 Prozent klettern. 30 Jahre nach ihrer Parteigründung erreichen sie damit einen ihrer höchsten Umfragewerte überhaupt. 1997 waren die Grünen in Umfragen zuletzt auf 14 Prozent gekommen. Die Linke bleibt wie in der Vorwoche bei elf Prozent. Für „sonstige Parteien“ würden sich acht Prozent der Wähler entscheiden (+1).

Mit gemeinsam 45 Prozent liegen Union und FDP nunmehr zwei Punkte hinter SPD, Grünen und Linken (zusammen 47 Prozent). Noch eine Woche zuvor hatte Schwarz-Gelb mit 47 zu 46 Prozent knapp vorn gelegen.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte, der Unmut über die Regierung treffe im Wesentlichen die Liberalen: „Die FDP hatte vor der Wahl bei ihren Anhängern, den Mittelständlern und freien Berufen, hohe Erwartungen geweckt, die sie nun nicht erfüllt. Viele wenden sich nun zutiefst enttäuscht ab.“

Die Unzufriedenheit der Deutschen mit der schwarz-gelben Koalition zeigt auch eine stern-Umfrage, in der die Bürger gebeten wurden, die Arbeit der Bundesregierung anhand einer Schulnote zu bewerten. fünf Prozent vergaben seine zwei (für „gut“), 34 Prozent wählten eine drei (für „befriedigend“). Eine vier (für „ausreichend“) bekam die Regierung von 30 Prozent der Befragten, eine fünf (für „mangelhaft“) von 16 Prozent, eine sechs (für „ungenügend“) immerhin von zehn Prozent. Eine 1 (für „sehr gut“) vergab praktisch niemand. Im Mittelwert erhielt die Regierung damit die Note 3,9 - also „ausreichend“.

Kommentare (3)

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Marc

13.01.2010, 14:04 Uhr

Es ist doch äußerst interessant zu sehen was passiert, wenn man in Deutschland versucht zu seinem Wort zu stehen.

no.7

16.01.2010, 17:38 Uhr

was heißt zum wort stehen ? wenn westerwelle die Mehrheit im bundesrat und bundestag hat, dann kann er solche Versprechungen machen. Da er diese Mehrheit bei weitem nicht hat, sondern auf andere angewiesen ist, sollte er nicht einfach davon ausgehen, daß die anderen aus lauter begeisterung über die Klientelpolitik der Gelben dem automatisch zustimmen. er macht großspurige Versprechungen, kann diese aber nicht in die Tat umsetzen.

Harry

17.01.2010, 01:53 Uhr

Man sagt in Deutschland: Der Orient beginnt hinter Wien. Für die Skandinavier beginnt der Orient hinter Flensburg; der Vorraum zum Plenarsaal ist ganz offiziell und ohne witzig sein zu wollen die Lobby. Das erklärt vieles.

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