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06.04.2011

07:39 Uhr

Umfragedesaster für FDP

Rösler startet bei drei Prozent

Auf den künftigen FDP-Chef Rösler kommen schwere Zeiten zu: In einer Umfrage stürzen die Liberalen wegen ihres plötzlichen Atomschwenks dramatisch ab. Die Grünen legen kräftig zu und könnten sogar den Kanzler stellen.

Der künftige FDP-Chef Philipp Rösler blickt sorgenvoll. Quelle: dpa

Der künftige FDP-Chef Philipp Rösler blickt sorgenvoll.

HamburgNach ihrem Wahlerfolg in Baden-Württemberg sind die Grünen in der Wählergunst bundesweit auf einen neuen Höchstwert geschnellt. Im von Forsa ermittelten "Stern"-RTL-Wahltrend kletterten sie im Vergleich zur Vorwoche um sieben Prozentpunkte auf 28 Prozent. Es ist ihr bester je in dem Wahltrend gemessener Wert. Die SPD fiel um zwei Punkte auf 23 Prozent. Zusammen erreichen beide Parteien 51 Prozent. Erstmals seit der Bundestagswahl 2009 haben Grüne und SPD damit in der Wählerstimmung eine absolute Mehrheit, wobei die Grünen als stärkere Partei den Bundeskanzler stellen könnten.

Das Regierungslager aus Union und FDP hat nach dem Wahldebakel im Südwesten und der Führungskrise bei den Liberalen dramatisch an Zustimmung verloren. Die Union sank um drei Punkte auf 30 Prozent, die FDP verlor zwei Punkte und wäre mit nur noch drei Prozent nicht mehr im Bundestag vertreten. Mit gemeinsam 33 Prozent liegt die schwarz-gelbe Koalition 18 Punkte hinter einem grün-roten Bündnis. Die Linke gewann 1 Punkt, bleibt mit neun Prozent aber weiter einstellig. Für "sonstige Parteien" wollen sieben Prozent der Wähler stimmen (-1).

Kommentar

Nur Zeitgeist gibt der FDP kein Profil

Die Verengung auf Wirtschafts- und Finanzfragen hält Rösler für verkehrt. Doch vor einem angepassten Säuselliberalismus sollte sich der künftige FDP-Chef auch hüten. Ein Kommentar von Thomas Sigmund

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem "Stern", die Grünen würden davon profitieren, dass Union, SPD und FDP als einziges Thema nur noch über den Atomausstieg debattierten. Dies sei aber ein originäres Thema der Grünen und mache sie daher für die Bürger attraktiv. Die Atombefürworter in Union und FDP dagegen fühlten sich im Stich gelassen. Zudem habe der Regierung geschadet, dass die Menschen die abrupte Atomabkehr als nicht glaubhaft empfänden. Güllner: "Und unglaubwürdige Parteien werden nicht gewählt. Ich bin sicher, hätten Union und FDP nach Japan anders gehandelt, hätte Mappus die Wahl in Baden-Württemberg gewonnen."

Der Forsa-Chef bleibt skeptisch, ob die FDP mit ihrem Wechsel an der Parteispitze beim Wähler punkten könne. Güllner: "Westerwelle wird ja als Außenminister so negativ beurteilt. Gibt er nicht auch dieses Amt auf, wird sich wenig ändern."

Von

dne

Kommentare (20)

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R.W.

06.04.2011, 07:49 Uhr

Jetzt ist die FDP= Fast Drei Prozent- Partei genau da, wo Sie hingehört.
Wollen Wir nur hoffen, dass die Wahlberechtigten in Deutschland 2013 auch noch so denken.
Seit Gründung der Bundesrepublik hatten wir noch nie eine so schlechte Bundesreguriegung.

hg67

06.04.2011, 07:54 Uhr

Das Problem der FDP ist doch, daß Sie als Teil der Regierung NICHTS umgesetzt hat, wofür Sie im Wahlkampf geworben hat. Westerwelle ist Muttis Liebling, schwingt auf Parteitagen dicke Reden und hat nichts, aber auch nichts umgesetzt...
Aber an was erinnert sich der Wähler? Natürlich an Mövenpick und da kann ich jeden verstehen, der diese Nischenpartei nicht mehr wählt...meine Stimme bekommen sie nach 15 Jahren auch nicht mehr..Schlimmer kann es mit den Grünen auch nicht werden

alina83

06.04.2011, 08:12 Uhr

Westerwelle muss als Aussenminister abtreten!

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