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06.12.2013

13:50 Uhr

Umgang mit Rösler

Döring wirft FDP Rassismus vor

Bald hat Patrick Döring seine Zeit als FDP-Generalsekretär hinter sich. Doch ohne einen Knall möchte er nicht die Segel streichen. Für ihn fielen rassistische Ressentiments gegen Philip Rösler „auf fruchtbarem Boden“.

Auch Kritikern und Satirikern wirft Döring vor, in Bezug auf Rösler immer wieder mit rassistischen Ressentiments gespielt zu haben. Reuters

Auch Kritikern und Satirikern wirft Döring vor, in Bezug auf Rösler immer wieder mit rassistischen Ressentiments gespielt zu haben.

HannoverDer scheidende FDP-Generalsekretär Patrick Döring hat seiner Partei Rassismus im Umgang mit ihrem bisherigen Vorsitzenden Philipp Rösler vorgeworfen. An den Stammtischen hätten sich Liberale über „den Vietnamesen“ beschwert, sagte Döring der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ vom Freitag. Er fügte hinzu: „Und manche Abgeordnete haben daneben gesessen und halbherzig widersprochen.“

Er warf zudem Kritikern und Satirikern vor, in Bezug auf Rösler immer wieder mit rassistischen Ressentiments gespielt zu haben. „Das ist so subtil bösartig, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte“, sagte Döring. „Was mich aber besonders erschreckt hat: Das fiel in unserer Partei auf fruchtbaren Boden.“ Rösler wurde in Vietnam geboren, er wuchs bei Adoptiveltern in Deutschland auf.

Der tiefe Fall der FDP

Ende einer Ära

Die Liberalen sind bei der Bundestagswahl 2013 zum ersten Mal in ihrer Geschichte aus dem Bundestag geflogen. Als Regierungspartei ereilte dieses Schicksal bisher nur die damalige Kriegsgeschädigten- und Vertriebenenpartei Gesamtdeutscher Block/BHE (GB/BHE) 1957 in der jungen Bundesrepublik.

Die Königsmacher

Seit 1949 saß die FDP ununterbrochen im Parlament. Mehr als vier Jahrzehnte war sie an Bundesregierungen beteiligt und bei Kanzlerwechseln mehrfach das Zünglein an der Waage.

Hohe Stimmenverluste

Den in früheren Jahren größten Stimmenverlust mussten die Liberalen 1994 hinnehmen. Damals rutschten sie von 11,0 auf 6,9 Prozent - ein Verlust von 4,1 Punkten. Nach ihrer „Wende“ von der SPD zur Union war die Partei aber schon 1983 auf 7,0 Prozent abgerutscht (minus 3,7).

Der Tiefpunkt

Schon 1969 hatte der FDP fast das Totenglöcklein geläutet. Mit ihrem schlechten Ergebnis von 5,8 Prozent (minus 3,7) überwand sie nur knapp die Sperrklausel, konnte aber mit der SPD eine sozial-liberale Bundesregierung bilden. Das Bündnis hielt 13 Jahre lang bis 1982.

Letzte Bastion Baden-Württemberg

Mehr als 50 Mal wurde die FDP aus Landtagen gekippt - zuletzt in Bayern. Nur in Baden-Württemberg ist sie noch nie gescheitert.

Döring warf der FDP insgesamt vor, auf Attacken von außen nicht wie andere Parteien mit Verteidigung und Gegenwehr zu reagieren, sondern „die Kritik vor jedem Mikro“ noch zu verstärken. Döring tritt beim Parteitag der Liberalen am Samstag und Sonntag in Berlin nicht wieder für das Amt des Generalsekretärs an.

Auch Rösler will das Amt des Parteichefs abgeben. Zum neuen Vorsitzenden soll der nordrhein-westfälische Partei- und Fraktionschef Christian Lindner gewählt werden.

Von

afp

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