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28.06.2013

18:16 Uhr

Umstrittene Rede

Grass' Auftritt stößt auch in der SPD auf Kritik

Ein Auftritt von Günter Grass bei der SPD sorgt für heftige Diskussionen. CDU und FDP bezeichneten die Worte des Autors über die DDR-Vergangenheit der Kanzlerin als beschämend. Auch aus den Reihen der SPD kam Kritik.

Günter Grass bei einer SPD-Veranstaltung mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Aussagen von Grass bei diesem Anlass stoßen parteiübergreifend auf Kritik. dpa

Günter Grass bei einer SPD-Veranstaltung mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Aussagen von Grass bei diesem Anlass stoßen parteiübergreifend auf Kritik.

BerlinEin Auftritt des Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass auf einer SPD-Veranstaltung ist auch von Sozialdemokraten kritisch bewertet worden: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) kritisierte in der „Bild“-Zeitung vom Freitag Äußerungen des 85-Jährigen zur DDR-Biographie von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Äußerungen von Grass über Merkel seien „ein politisches Urteil und keine Beleidigung“, sagte dagegen Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) dem Südwestrundfunk.

„Bei allem Respekt vor Grass als Schriftsteller: Solche Schmähungen des Lebens in der DDR sind unerträglich. Erst recht 23 Jahre nach der Deutschen Einheit“, sagte Sellering. Grass hatte Berichten zufolge am Mittwochabend bei einer Diskussion mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gesagt, Merkel habe eine „doppelte, gesamtdeutsche Ausbildung“ erfahren: als FDJ-Funktionärin in der DDR und dann unter Kanzler Helmut Kohl (CDU). In der FDJ-Zeit habe sie „Anpassung und Opportunität“ gelernt, bei Kohl natürlich „den Umgang mit Macht“.

Union und FDP kritisierten den Auftritt scharf: „Herr Grass sollte lieber seine eigene Vergangenheit in den Blick nehmen als die der Bundeskanzlerin“, sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt der „Bild“-Zeitung vom Freitag mit Blick auf dessen Geständnis, er habe als junger Mann in der Waffen-SS gedient.

Kritik gab es auch an Grass' Äußerungen zur Bundeswehr, die er den Berichten zufolge als „Söldnerarmee“ bezeichnete, in deren Auslandseinsätzen Soldaten für Geld „verbraten“ würden. Er finde die Äußerungen „sehr befremdlich, um nicht zu sagen: beschämend“, sagte FDP-Chef Philipp Rösler der „Welt“ vom Freitag. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe kritisierte Grass' „beschämendes Maß an Geschichtsvergessenheit“. „Langsam fragt man sich: Ist in Grass' Pfeife wirklich nur Tabak?“

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Merkel wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern. „Wenn Herr Grass – ein hoch angesehener Literat – auf einer SPD-Veranstaltung etwas sagt, muss die Bundeskanzlerin nicht auch noch was dazu sagen“, sagte ein Regierungssprecher in Berlin.

„Das sind Äußerungen in seiner Verantwortung“, sagte Thierse am Freitag im Deutschlandfunk zu den Äußerungen von Grass. Der Bundestagsvizepräsident hatte die Runde mit dem Autor moderiert. Er wies darauf hin, Steinbrück habe in der Diskussion „in verschiedenen Punkten“ Grass widersprochen.

Mit Blick auf die Kritik an Merkels Vergangenheit als FDJ-Sekretärin sagte Thierse, „man kann niemandem vorwerfen, dass er in einer Diktatur ein unauffälliges, angepasstes Leben geführt hat“. Er selbst habe in Interviews lediglich „leise Kritik daran geübt, dass Frau Merkel gelegentlich den Eindruck erweckt hat, als habe sie eine Widerstandsbiografie hinter sich“.

Im SWR erinnerte Thierse auch daran, er selbst sei vor Jahren von dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) „mit Hermann Göring, dem Nazi“ verglichen worden. Dafür habe sich Kohl bis heute nicht bei ihm entschuldigt und die CDU habe sich auch nicht davon distanziert. Daher solle sie auch jetzt derartige Forderungen „schlicht lassen“.

Von

afp

Kommentare (9)

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Helmuth

28.06.2013, 18:41 Uhr

Tja, der gute Herr Grass. In Angedenken seiner lange verheimlichten SS-Vergangenheit tragen der feine Herr bevorzugt braune Jacken. Und seine letzten Veröffentlichungen zum Thema Israel bestätigen, dass das SS-Gedankengut bei ihm tief verwurzelt ist. Was macht der Mann in der SPD?
Vermutlich hat Gröhe recht, wenn er sich fragt was Grass in seiner Pfeife so verqualmt.
Bei allem Respekt vor dem Alter. Aber muß es sein, dass sich die Altersgruppe über achtzig, wie Grass, wie Schmidt usw. usw. als Dauernörgler und Klugscheisser in die Öffentlichkeit drängen. Herr Steinbrück wäre gut beraten auf Distanz zu diesen Genossen zu gehen. Am Ende wird er noch vier Wochen vor dem Wahltag von Helmut Schmidt als Kanzlerkandidat abgelöst. Sowas wäre dem Gabriel recht, nix Hören, nix riechen, nix sehen, und nur noch Auftritte wo die Genossen ihn hinschieben.
PS: Herr Grass, Sie sind ein widerliches Ferkel.

Steinweg

28.06.2013, 19:09 Uhr

@Helmut Nur Imbezile schreiben solche Texte

Vicario

28.06.2013, 19:49 Uhr


Zitat : Merkel habe eine „doppelte, gesamtdeutsche Ausbildung“ erfahren: als FDJ-Funktionärin in der DDR und dann unter Kanzler Helmut Kohl (CDU). In der FDJ-Zeit habe sie „Anpassung und Opportunität“ gelernt, bei Kohl natürlich „den Umgang mit Macht“.

- wo Günter Recht hat, hat er eben Recht !

Man kann seine Vita weder leugnen, noch Jahrzehnte lang verschweigen und vertuschen !

Die Zonenwachtel war und ist eine propagandistische Marxistin !

Die hat die CDU mittlerweile umerzogen und aus ihr eine Sozialistische Dampfplauderer Clique a la Honecker und Breschnew geformt !

Diesen Stagnations-Schrott braucht in diesem Land keiner !

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