Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.05.2012

14:14 Uhr

Umstrittene Speicher-Richtlinie

Friedrich fordert Vorratsdaten-Kompromiss

Innenminister Hans-Peter Friedrich drängt auf einen Kompromiss bei der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung. Während die Justizministerin eine anlasslose Speicherung ausschließt, will Friedrich einen dritten Weg.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). dapd

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU).

BerlinIm Streit um die Vorratsdatenspeicherung hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) der Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ein neues Angebot gemacht. Friedrich könne sich Kompromisse bei der Dauer der Speicherverpflichtung oder bei den Regelungen zur Verwendung der Daten vorstellen, wenn dies in Brüssel bei einer Änderung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung zur Sprache komme, bestätigte ein Ministeriumssprecher am Sonntag einen Bericht des Magazins „Der Spiegel“.

In einem Brief an die Justizministerin habe Friedrich in der vergangenen Woche noch einmal klargestellt, dass Deutschland den bestehenden Verpflichtungen nachkommen müsse, um ein Vertragsverletzungsverfahren zu vermeiden. In einem Gesetzentwurf werde die jetzige EU-Richtlinie daher eins zu eins umgesetzt, aber zudem eine Anpassungsklausel für den Fall aufgenommen, dass Brüssel die Richtlinie ändert, sagte der Sprecher.

FDP contra Speicherung: Einsame Kämpferin

FDP contra Speicherung

Einsame Kämpferin

In Europa ist es einsam um Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger geworden.

Die bestehende EU-Richtlinie sieht eine anlasslose Speicherung von Telefon- und Internetdaten von sechs Monaten vor. Leutheusser-Schnarrenberger will hingegen nur bei konkretem Verdacht speichern lassen und verweist darauf, dass Brüssel eine Überarbeitung seiner Richtlinie angekündigt habe. Die Frist für die Umsetzung der EU-Richtlinie war Ende April abgelaufen. Deutschland droht eine Klage der EU-Kommission und möglicherweise eine hohe Geldstrafe.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

c625814

20.05.2012, 19:03 Uhr

solange schuldig bis gegenteil bewiesen....

frau schnarrenberger hatte schon kompromissvorschlag gemacht den friedrich kategorisch ausschließ....

"Friedrich könne sich Kompromisse bei der Dauer der Speicherverpflichtung oder bei den Regelungen zur Verwendung der Daten vorstellen"

laut eu gutachten von 2010 kann er keinen kompromiss bei der dauer machen...sonst könnte polen ja 15jahre aushandeln ;)
Regelung der Verwendung der Daten.....also da es hier um sehr sensible daten geht, sollten die regelungen doch so streng wie möglich sein....offensichtlich ist das genau gegenteilig der fall....imo müsste doch auch der Bundes-Datenschutzbeauftragte eingebunden werden, nur wieso nicht?! cducsufdp #fail

Mazi

20.05.2012, 21:05 Uhr

Weshalb wurde Röttgen "raus geschmissen" und Friedrich sitzt immer noch da?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×