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20.01.2010

13:17 Uhr

Umstrittene Spende

Auch die CDU mutiert zur „Hotel-Partei“

Neben FDP und CSU hat auch die CDU vor der Bundestagswahl eine größere Spende aus der Hotelbranche erhalten. Ein Sprecher der CDU bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht von „stern.de“.

Das Geld floss im Dezember 2008 an die CDU. dpa

Das Geld floss im Dezember 2008 an die CDU.

HB BERLIN. Dem Bericht zufolge überwies die in Limassol auf Zypern residierende Firma Schoeller Holdings Ltd. am 17. Dezember 2008 die Summe von 100 000 Euro an die CDU. Am 7.Januar 2009 habe die Partei die Spende wie vorgeschrieben bei Bundestagspräsident Norbert Lammert angezeigt.

Teil der Schoeller Holdings ist laut stern.de die Hotelkette Columbia, die vier Hotels in Deutschland betreibt. Die Herbergen in Bad Griesbach, Rüsselsheim, Travemünde und Wilhelmshaven der oberen Sterne-Kategorien profitieren seit dem 1.Januar von der reduzierten Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen, die die Koalition aus Union und FDP nach ihrem Wahlsieg beschlossen hatte.

Eigentümer der Schoeller Holdings ist der deutsche Unternehmer Heinrich Felix Leopold Schoeller. Er ist vor allem als Schiffsreeder tätig und seit Jahrzehnten auf Zypern ansässig.

Ein CDU-Sprecher versicherte, dass die Spende nichts mit der Entscheidung zu tun gehabt habe, die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen zu senken. „Die CDU trifft ihre politischen Entscheidungen völlig unabhängig von Spenden“, sagte er der Nachrichtenagentur DAPD. Dennoch dürfte der Umstand nun auch den Christdemokraten viel Kritik einbringen. Die Linke hatte bereits die FDP als "Mövenpick-Partei" abgekanzelt, nachdem bekannt wurde, dass sie eine großzügige Spende aus der Hotelbranche erhalten hatte.

Kommentare (2)

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Thomas Gawehns

20.01.2010, 14:50 Uhr

Nehmen wir mal an die Parteien CDU, CSU und FDP wären von der "Hotellobby" gekauft. Dann profitieren die "Hotels" für ein wenig von nicht weitergegebenen Steuersenkungen. Der Markt wird das schon richten.

bei Rot-Grün wurde eine industrielle Wende weg von CO2 forciert. Mit langfristigen Verträgen. Das kann der Markt nicht richten. Und richtig: profitiert haben von dieser Politik in erster Linie ex-Politiker wie Schröder und Fischer.

no.7

20.01.2010, 15:28 Uhr

Die Hoteliers scheinen sicher nicht am hungertuche zu nagen ? Lächerlich daran finde ich die tölpelhafte, unfähige Art, so eine sache nicht einmal besser tarnen zu können. Die tappen voll rein in den Napf. Noch nicht einmal auf diesem Feld kann man hier von Fähigkeit sprechen.

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