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22.12.2014

16:51 Uhr

Umweltjahre 2014

BUND sieht negative Jahresbilanz

Der Umweltverband BUND übt Kritik an der EEG-Reform, mahnt Massentierhaltung an und kritisiert den intensiven Lkw-Verkehr auf Deutschlands Straßen. Zusammenfassend spricht der Verband von einem Jahr der Rückschritte.

Hubert Weiger, Vorsitzender der Umweltschutzorganisation BUND: Für das kommende Jahr fordert er „die Stilllegung der ältesten und klimaschädlichsten Braunkohlekraftwerke“. dpa

Hubert Weiger, Vorsitzender der Umweltschutzorganisation BUND: Für das kommende Jahr fordert er „die Stilllegung der ältesten und klimaschädlichsten Braunkohlekraftwerke“.

Berlin Der Umweltverband BUND sieht 2014 als ein Jahr umweltpolitischer Rückschritte. Mit ihrer Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) habe die Bundesregierung den dezentralen Ausbau der regenerativen Stromerzeugung zurückgedrängt, erklärte BUND-Präsident Hubert Weiger am Montag in Berlin in seiner Jahresbilanz. Damit werde „die klimapolitisch wichtigste Energieform ausgebremst“.

Weiger warf der Regierung auch Versäumnisse in der Landwirtschafts- und Verkehrspolitik vor. So würden „in Deutschland weiterhin neue Megaställe genehmigt“. Im Verkehrsbereich forderte der BUND-Präsident eine sofortige Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen, um „dem Ausweichverkehr quer durch Tausende überlastete Kommunen endlich einen Riegel vorzuschieben“.

Fragen und Antworten zur Förderung der erneuerbaren Energien

Was ist die EEG-Umlage?

Rund 45 Prozent des Strompreises machen bereits Steuern, Abgaben und Umlagen aus - im Fokus steht besonders die sogenannte EEG-Umlage. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind für Wind- und Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungssätze festgelegt. Daher ist mit einem raschen Sinken der Förderkosten vorerst nicht zu rechnen.

Wie werden die Vergütungssätze berechnet?

Gezahlt wird die Differenz zwischen dem garantierten Vergütungssatz für den Hersteller und dem tatsächlich am Markt erzielten Preis. Die Verwalter des Umlage-Kontos, die Übertragungsnetzbetreiber, berechnen angesichts der Anlagenzahl und von Erfahrungswerten beim Wetter die möglichen Fördersummen und geben immer zum 15. Oktober eine Umlage für das kommende Jahr an. Verrechnen sie sich, wird das mit der nächsten Umlage korrigiert.

Wie hoch ist die EEG-Umlage derzeit?

Die EEG-Umlage liegt derzeit bei 6,24 Cent je Kilowattstunde

Was ist das Quotenmodell?

Beim Quotenmodell müssen Energieversorger einen bestimmten Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen liefern - notfalls durch Zukauf von Ökostrom bei Betreibern von Wind- oder Solarparks. Wie sie das anstellen ist nebensächlich, Hauptsache sie erfüllen die Quote. Wenn sie die Quote nicht erfüllen, müssen sie Strafe zahlen. Bisher haben etwa Großbritannien und Schweden das Quotenmodell umgesetzt.

Zumindest geringfügige Fortschritte sieht Weiger dagegen in dem klimapolitischen Aktionsplan von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Der Plan „enthält eine Reihe von Vorhaben, die zur Minderung der Treibhausgase führen können“, erklärte Weiger. Für das kommende Jahr forderte er vorrangig „die Stilllegung der ältesten und klimaschädlichsten Braunkohlekraftwerke“ sowie mehr Energieeffizienz.

Von

afp

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