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28.06.2013

08:14 Uhr

Umweltminister Altmaier

„Energiewende könnte für mich Lebensaufgabe sein“

VonDietmar Neuerer

Es kommt nicht oft vor, dass ein Minister die Wirtschaft freudig stimmt. Peter Altmaier ist das gelungen – beim Captain's Dinner in Berlin. Vermutlich auch, weil der CDU-Politiker ein ganz besonderes Bekenntnis abgab.

Im Gespräch: Oliver Stock (l.), Chefredakteur von Handelsblatt Online, und Bundesumweltminister Peter Altmaier. sebastian schobbert

Im Gespräch: Oliver Stock (l.), Chefredakteur von Handelsblatt Online, und Bundesumweltminister Peter Altmaier.

BerlinPeter Altmaier hat heute eigentlich keine Zeit. Im Bundestag stehen eine Reihe namentlicher Abstimmungen an. Da darf er eigentlich nicht fehlen. Doch für das Thema Energiewende macht der Umweltminister schon mal das Unmögliche möglich – und eilt in einer Abstimmungspause in die Landesvertretung der Hansestadt Hamburg. Beim Captain's Dinner der Kommunikationsagentur JDB Media soll der CDU-Politiker im Round-Table-Gespräch den anwesenden Wirtschaftskapitänen „seine“ Energiewende schmackhaft machen.

Dass das einer Sisyphus-Arbeit gleichkommt, weiß auch Altmaier. Doch für ambitionierte Aufgaben ist der Saarländer wie geschaffen – nicht etwa wegen seiner Helmut-Kohl-ähnlichen Körperfülle, sondern vielmehr wegen seiner rhetorischen Brillanz. Die hilft ihm bislang, nicht ganz so zu erscheinen, wie Sisyphos, der tragische Held der griechischen Mythologie, der immer wieder daran scheiterte, einen Marmorblock einen Berg hinaufzubringen. Das könnte Altmaier auch so gehen mit der Energiewende.

Fragen und Antworten zur Förderung der erneuerbaren Energien

Was ist die EEG-Umlage?

Rund 45 Prozent des Strompreises machen bereits Steuern, Abgaben und Umlagen aus - im Fokus steht besonders die sogenannte EEG-Umlage. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind für Wind- und Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungssätze festgelegt. Daher ist mit einem raschen Sinken der Förderkosten vorerst nicht zu rechnen.

Wie werden die Vergütungssätze berechnet?

Gezahlt wird die Differenz zwischen dem garantierten Vergütungssatz für den Hersteller und dem tatsächlich am Markt erzielten Preis. Die Verwalter des Umlage-Kontos, die Übertragungsnetzbetreiber, berechnen angesichts der Anlagenzahl und von Erfahrungswerten beim Wetter die möglichen Fördersummen und geben immer zum 15. Oktober eine Umlage für das kommende Jahr an. Verrechnen sie sich, wird das mit der nächsten Umlage korrigiert.

Was ist das Quotenmodell?

Beim Quotenmodell müssen Energieversorger einen bestimmten Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen liefern - notfalls durch Zukauf von Ökostrom bei Betreibern von Wind- oder Solarparks. Wie sie das anstellen ist nebensächlich, Hauptsache sie erfüllen die Quote. Wenn sie die Quote nicht erfüllen, müssen sie Strafe zahlen. Bisher haben etwa Großbritannien und Schweden das Quotenmodell umgesetzt.

Aber Altmaier wäre nicht in die Politik gegangen, wenn er keine Lust am Bohren dicker Bretter hätte. „Politische Projekte brauchen ihre Zeit“, sagt er. Deshalb hält er es auch gar nicht für schlimm, dass er Anfang des Jahres vom politischen Gegner dafür verhauen wurde, dass er gesagt hatte, dass die Energiewende bis zu einer Billion Euro kosten könnte.

Wem die Zahl nutze, will der Moderator des Abends, Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock, von Altmaier wissen. Der Minister weicht aus, vermutlich auch, weil er damals selbst nicht vorrechnen konnte, wie diese Zahl zustande kommt. Das ist auch nicht sein Thema. Er reklamiert für sich vielmehr als „Fortschritt“, dass das Kostenargument seither in allen Diskursen präsent sei. Und er fügt hinzu, worauf es außerdem ankommt bei der Erreichung politischer Ziele. „Die Wahrheit sagen, ist die Voraussetzung zwischen Alternativen wählen zu können.“

Kommentare (20)

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Account gelöscht!

28.06.2013, 08:31 Uhr

L Y R I K !
Das EEG ist …
BLUPP!
Die Finanzierbarkeit für den deutschen Steuerzahler ist …
BLUPP!
Also wählen Sie besser nicht BLUPP!
(BLUPP! WÄHLT DIE ALTERNATIVE FÜR DEUTSCHLAND UND WEIS AUCH WARUM)

Gerdi

28.06.2013, 08:48 Uhr

Eine Lebensaufgabe?
Sicher nicht für Altmaier. Da fehlt ihm die Kompetenz, um dieses Thema zu treiben.

Steinweg

28.06.2013, 09:01 Uhr

Ein Augenarzt, ein dicker Jurist, beide weltweit als inkompetent anerkannt, deren politisches Werkzeug die Bremse. Die anstehende Aufgabe selbst fuer einen Fachmann schier unloesbar. Man muss dem Guenther Grass ja dankbar sein fuer seine aktuelle Zusammenfassung zur Kanzlerin.

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