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20.08.2012

12:24 Uhr

Umweltminister on tour

Altmaiers Energiewende - „Ah, ein Maisfeld“

Das leidige E10-Thema, ein zu schneller Ökoenergie-Ausbau, Windparks als Gefahr für Seehunde und der Strompreis: Fast 100 Tage im Amt, unternimmt Umweltminister Altmaier einen Ausflug in die Realität der Energiewende.

Der Bundesumweltminister zu Besuch an der Nordsee: Altmaier ist zu einer großen Energie-, Umwelt- und Sommertour unterwegs. dpa

Der Bundesumweltminister zu Besuch an der Nordsee: Altmaier ist zu einer großen Energie-, Umwelt- und Sommertour unterwegs.

CuxhavenAm Busfenster rauschen Peter Altmaiers Probleme vorbei. „Ah, ein Maisfeld“, sagt der Umweltminister. Es erinnert ihn an die Probleme durch den massiven Maisbedarf für die Stromgewinnung in Biogasanlagen. Die Monokulturen haben eine neue Wortschöpfung hervorgebracht: Vermaisung. In Ländern wie Niedersachsen wird auf fast jedem zweiten Acker Mais angebaut, was die Böden auslaugt und dem Getreideanbau für die Brotproduktion Konkurrenz machen kann. Ein paar Kilometer weiter: große Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Viehställen. Der Solarboom treibt den Strompreis der Bürger.

Der CDU-Minister ist auf dem Weg zur nicht gerade sonnenverwöhnten Nordseeküste, „Energiewende vor Ort“ lautet das Motto von Altmaiers viertägiger Sommerreise durch die Republik. Erster Halt bei der Seehundstation Friedrichskoog in Schleswig-Holstein. Mit Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) füttert Altmaier Seehunde, das gibt schöne Bilder. Dann klettert er kurz auf eine Seehundwaage, 141 Kilo blitzen an der blauen Digitalanzeige auf. „Die Waage ist nicht geeicht“, sagt der gut genährte Saarländer.

Aber die Waage ist ein gutes Bild, auf Schritt und Tritt wird der 54-Jährige damit konfrontiert, dass er bei den Problemen der Energiewende abwägen muss. Was tun gegen die Konkurrenz von Tank und Teller, die durch tausende Biogasanlagen verschärft wird? Den Biosprit E10 und die Biomasse-Förderung abschaffen? Wie soll dann aber mehr für den Klimaschutz getan werden? Und was würde mit der Bioenergie-Branche passieren? Zum Ruf von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) nach einem E10-Aus wegen der Rekordstände bei Getreidepreisen will Altmaier sich bisher nicht äußern.

Intern aber rechnet sein Ministerium längst durch, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen E10 und Nahrungskrisen geben könnte. Er bleibt seiner Art treu, nicht auf jede Forderung eines FDP-Ministers zu reagieren, so schweigt er auch zum Ruf des Koalitionspartners nach einer Abschaffung der von allen Bürgern über den Strompreis zu zahlenden Ökostrom-Förderung. Altmaiers Credo: Substanz statt Schnellschüsse.

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An der Küste stellt sich die Frage, wie Windparks in der Nordsee gebaut werden können, ohne dass Seehunde und Schweinswale vor Lärm krank werden? „Hier hier wird uns die Verletzlichkeit der Natur vor Augen geführt“, betont Altmaier. Der Landrat von Dithmarschen, Jörn Klimant, klagt zudem, dass in Schleswig-Holstein bereits jährlich zweistellige Millionenbeträge Entschädigung für Windparks gezahlt werden müssen, die mangels Netzen ihren Strom nicht einspeisen können. Der Ausbau müsste mit dem Netzausbau synchronisiert werden.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

20.08.2012, 13:44 Uhr

Pardon, aber zu NDR-Antje und der Seehundwage.

141 Kilo - das sind 20 Kilo BIOENERGIE - die er in Reserve mit sich herumschleppt (und auch das kostet Energie).

Denken wir nur mal an die TANKSTOPPSTARTEGIEN in der Formel 1 - es gewinnt derjenige der am wenigsten unnötigen Ballst zusätzlich bewegen muß (Treibstoffreserve entspricht menschlichem Fettpoltser).

Mehr NETTO pro BRUTTO! (In Registertonnage)

http://en.wikipedia.org/wiki/Tonnage

Dieck menschen essen effizienten Mschinen die NAhrung weg!

Tabu

20.08.2012, 13:52 Uhr

„Ah,ein Maisfeld" zum totlachen..:-))

auf fast jedem zweiten Acker Mais angebaut, was die Böden auslaugt

dass Seehunde und Schweinswale vor Lärm krank werden? „Hier hier wird uns die Verletzlichkeit der Natur vor Augen geführt“, betont Altmaier.

Von mir hinzugefügt..und 10.000sende Vögel geschreddert

„Ich bin ein lernendes System“so Altmaier..
--------------------
Und ich lerne,dass die Grünen in 30 Jahren,nichts für
eine Energiewende in der Schublade hatten..
Das auch Altmaier in seiner Ahnungslosigkeit von der
Materie (was erschreckend in diesem Alter und der
Position ist)und den ökologischen und ökonomischen
Folgen keine Antwort geben kann.
Außer seinem 10 Punkteplan,wo die ärmeren über
Sparmaßnahmen aufgeklärt werden sollen.
Ihr habt zwar die Wirtschaft gestützt mit Elektroankäufe,
auch schön die Mehrwertsteuer am Staat abgedrückt,aber
nun nutzt das gefälligst nicht alles..

Account gelöscht!

20.08.2012, 14:01 Uhr

"Ich bin ein lernendes System"
ja richtig.
Wie wäre es den, wenn wir endlich mal wirkliche Fachleute ranlassen würden?
Die ganzen "leernenden Systeme" in Berlin haben uns in allen Bereichen nun genug Schaden zugefügt.

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