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20.07.2012

10:40 Uhr

Umweltminister Peter Altmaier im Interview

„Die Energiepreise werden bezahlbar bleiben“

VonSven Afhüppe, Thomas Sigmund

Bundesumweltminister Peter Altmaier sieht die Energiewende als Chance, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Im Interview prognostiziert der Unionspolitiker, dass das Mammutprojekt neue Jobs bringen wird und erklärt, woran es bisher hapert und was er ändern will.

Bundesumweltminister Altmaier (CDU) im Handelsblatt-Interview. Andreas Labes für Handelsblatt

Bundesumweltminister Altmaier (CDU) im Handelsblatt-Interview.

BerlinHerr Altmaier, sind Sie der neue Superminister im Bundeskabinett?

Eine Antwort auf diese Frage verbietet mir schon die Bescheidenheit. Jedes Ministerium ist gleich wichtig oder unwichtig. Die Energiewende ist durch den Ministerwechsel von Norbert Röttgen zu mir stärker in den Fokus der Medien und damit auch der Öffentlichkeit gerückt. Die Menschen beschäftigen sich damit. Das ist gut, hat aber nicht nur oder in erster Linie mit dem zuständigen Minister zu tun.

Dennoch, Sie sollen den Industriestandort schützen, den Abbau von Arbeitsplätzen verhindern und für sozial gerechte Strompreise sorgen. Ist das alles für einen Minister überhaupt zu stemmen?

Jedenfalls stelle ich mich den Herausforderungen. Die Energiewende kann dann gelingen, wenn wir den künstlichen Gegensatz zwischen Wirtschaft und Umwelt endlich überwinden. Die industriellen Wertschöpfungsketten müssen in Deutschland bleiben. Das ist die Grundvoraussetzung für ein Gelingen der Energiewende. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass eine gute Umweltpolitik nur dann möglich ist, wenn die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Vergleich gewahrt bleibt. Aber auch die Wirtschaft muss sehen, dass es ohne eine vernünftige Umweltpolitik nicht geht. Dieses gegenseitige Verständnis will ich in den nächsten Jahren schaffen.

Zur Person

Pizza-Connection

Der 54-jährige Merkel-Vertraute hat bis vor sechs Wochen als parlamentarischer Geschäftsführer in der Unionsfraktion die Strippen gezogen. Der Nachfolger von Norbert Röttgen im Amt des Umweltministers war einst Mitglied in der sogenannten "Pizza-Connection", mit der sich die CDUler für die Grünen öffnen wollten.

Der Jurist

Der Jurist beschäftigte sich als einer der Ersten bei den Christdemokraten mit den Piraten, twittert bis heute seine Botschaften an seine "Freunde" im Netz. Der Saarländer war in den 90er-Jahren Beamter in Brüssel, spricht fließend mehrere Sprachen.

Der Mensch

Der Mensch Altmaier hat ein Faible für Designmöbel und liebt gutes Essen. Dazu lädt er gern in seine Berliner Wohnung zu Kochrunden ein. In der Heimat an der Saar wartet zwar keine Familie auf ihn, dafür pflegt er engen Kontakt zu seiner Mutter.

Gleichwohl wachsen die Sorgen der deutschen Industrie wegen einer möglichen Deindustrialisierung durch die Energiewende. Sind die Bedenken gerechtfertigt?

In den letzten Jahren hat es keine Deindustrialisierung in Deutschland gegeben. Deutschland hat den Anteil der industriellen Produktion an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung annähernd konstant halten können. Auch deshalb ist Deutschland wahrscheinlich so gut durch die Wirtschaftskrise in den vergangenen Jahren gekommen. In vielen anderen europäischen Ländern, beispielsweise in Italien und Frankreich, ist die Situation völlig anders.

Woran liegt das?

Grund für die schleichende Deindustrialisierung in diesen Ländern war nicht zu viel Umweltschutz, es wurde dort zu wenig für die Wettbewerbsfähigkeit getan. Es gibt den viel beschworenen Gegensatz von Wirtschaft und Ökologie in Deutschland nicht. Man kann durch kluge und entschiedene Setzung von Rahmenbedingungen die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Industriestandorts durch seinen Umbau zu einer ökologischen Wirtschaft erhalten und ausbauen.

Kommentare (70)

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Leopold

20.07.2012, 10:52 Uhr

Merkels Bauchentscheidung
scheint in die Hose zu gehen. Es wird für den normalen Stromverbraucher viel zu teuer. Entgegen den Zusagen unserer Kanzlerin. Der Grund ist einfach. Für die Wirtschaft wird der Strompreis subventioniert. Was die Wirtschaft spart wird aber dem normalen Verbraucher aufgeschlagen. Das ist keine soziale Politik. Wenn der Staat subventionieren will dann bitte aus der Staatskasse!

omegalicht

20.07.2012, 11:04 Uhr

(...)
Diese Leute haben ja wohl jeden Anstand und Realismus verloren.+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

Zweifler

20.07.2012, 11:09 Uhr

Die Rente ist sicher. Der Euro - stark wie die Mark. Die Erde ist eine Scheibe. Hört bitte auf damit und beleidigt nicht auch noch die Intelligenz des Bürgers.

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