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11.01.2010

09:08 Uhr

Umzugschaos

Abgeordnete in der Abstellkammer

VonBarbara Gillmann

So viel Durcheinander gab es noch nie: Gut drei Monate sind vergangen seit der Wahl, doch noch immer sind viele Abgeordnete nicht in ihr Büro eingezogen – sogar Ministerin Ilse Aigner wartet noch auf den Umzug. Die Fraktionen tun sich schwer mit der Organisation. Fragt sich, wann der Bundestag endgültig arbeitsfähig ist.

Blick durchs Atrium des Paul-Löbe-Hauses in Berlin, in dem Bundestagsabgeordnete ihr Büro haben. Gut drei Monate nach der Wahl haben viele neue Abgeordnete ihr Büro nicht bezogen. ap

Blick durchs Atrium des Paul-Löbe-Hauses in Berlin, in dem Bundestagsabgeordnete ihr Büro haben. Gut drei Monate nach der Wahl haben viele neue Abgeordnete ihr Büro nicht bezogen.



BERLIN. So also funktioniert ein Parlament im 21. Jahrhundert: Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner ist noch immer nicht in ihr neues Abgeordnetenbüro umgezogen. Der Neu-Parlamentarier Stefan Liebich hat für sich und vier Mitarbeiter nur einen Schreibtisch in den Fraktionsräumen der Linkspartei, weil die SPD-Abgeordnete, deren Büro er bekommt, noch nicht ausgezogen ist.



Gut drei Monate nach der Wahl haben noch immer diverse Abgeordnete kein Zuhause. Wie viele genau, kann die Verwaltung nicht sagen. So ein Durcheinander war noch nie, heißt es. Allein die SPD hat 76 Abgeordnete verloren, und die Fraktionen wollen möglichst auf einem Stock, in einem Haus residieren.

Abgebordnete der Union sitzen im Praktikantenzimmer

Die Bundestagsverwaltung wäscht ihre Hände in Unschuld. Sie weist die Räume zu, alles andere müssen dann die Verwaltungschefs der Fraktionen regeln. Was offenbar nicht einfach ist. Denn wenn etwa ein Christdemokrat das Büro eines Linken oder Sozi bezieht, müsse der da ja erst mal genau nachschauen, heißt es vielsagend bei der Union.

Manch neuer Unionler sitzt noch im Praktikantenzimmer. Wenn die Möbel dann tatsächlich eingeräumt werden können, ist wieder die Bundestagsverwaltung am Zug. Bleiben die Spezialprobleme: So sind Drucker Sache der Fraktionen, die Faxe hingegen stellt die Verwaltung ... Bis auf weiteres wird jedenfalls damit gerechnet, dass der 17. Bundestag frühestens im Februar endgültig arbeitsfähig ist.

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