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08.02.2014

12:53 Uhr

Unbefriedigende Steuereinnahmen

Bund will bei Prostituierten abkassieren

Auch im Rotlicht-Gewerbe muss alles seine Ordnung haben: Einem Medienbericht zufolge attestiert der Bundesrechnungshof der Prostitution eine völlig unzureichende Besteuerung. Das soll sich nun schleunigst ändern.

Eine Prostituierte eines FKK-Clubs: Die Betreiber solcher Betriebe sollen einen Pauschalbetrag von 25 Euro ans Finanzamt abführen. dpa

Eine Prostituierte eines FKK-Clubs: Die Betreiber solcher Betriebe sollen einen Pauschalbetrag von 25 Euro ans Finanzamt abführen.

BerlinDer Bundesrechnungshof will nach einem Medienbericht die Steuereinnahmen aus dem milliardenschweren Prostitutionsgewerbe in Deutschland erhöhen. Die Besteuerung der Prostitution sei „nach wie vor völlig unzureichend“, zitierte die „Wirtschaftswoche“ am Samstag aus einem Bericht der Behörde für den Finanzausschuss des Bundestags. Vor allem die Erfassung von „in Betrieben tätigen Prostituierten“ sei unbefriedigend.

Der Rechnungshof plädiert in dem Schreiben für „einen Steuereinbehalt durch Betreiber für in ihren Betrieben tätige Prostituierte“, schreibt das Magazin. Die Betreiber von Eros-Centern, Massage-Salons, Sauna-Clubs oder Escort-Agenturen sollten pro Arbeitstag und -kraft einen Pauschalbetrag von 25 Euro ans Finanzamt abführen. Dies sei eine Vorauszahlung für die spätere Steuererklärung der Frauen. Allein aus den Vorauszahlungen könne der Staat eine Milliarde Euro pro Jahr einnehmen.

Der Jahresumsatz im deutschen Prostitutionsgewerbe wird auf 15 Milliarden Euro beziffert. Nach Einschätzung des Bundesrechnungshofs sind Frauen, die in Rotlicht-Etablissements anschaffen, steuerrechtlich nicht Angestellte, sondern freiberuflich tätig. Sie erzielen also Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Damit sind sie nach Auffassung des Bundesrechnungshofs Unternehmerinnen, auf deren Angebot 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig würden. Ihre Einnahmen müssten sie melden; dies geschehe jedoch in der Praxis nicht, monieren die Rechnungsprüfer.

Von

afp

Kommentare (1)

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Geld_stinkt_nicht

10.02.2014, 08:42 Uhr

Ändert man ein Gesetz, wird aus einer damaligen Förderung der Prostitution plötzlich eine Steuereinnahmequelle.

Die armen schönen Mädchen müssen sich aus Not Prostituieren oder werden dazu gezwungen und gefügig gemacht. [...]

Danke Deutschland, hier wird Gerechtigkeit, Moral und Anstand ganz G R O S S geschrieben. Wir sind ja auch ein

R E C H T S S T A A T.

Das Verbrechen hat auch soviel Angst vor der deutschen Justiz, vor allem die Drogenmafia und die ganzen Zuhälterringe. Deshalb legen sie auch ihr Geld gerne hier in Deutschland an. [...]

Die Welt ist schlecht, warum nicht davon profitieren!?

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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